Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Madsen sagt zu Walls Todesursache aus
International 06.09.2017 Aus unserem online-Archiv
Getötete Journalistin

Madsen sagt zu Walls Todesursache aus

Dieses Foto vom 12. August zeigt - wahrscheinlich - Kim Wall im Turm des U-Boots Nautilus. Hier soll sie bei einem Unfall ums Leben gekommen sein, so U-Boot-Kapitän Peter Madsen.
Getötete Journalistin

Madsen sagt zu Walls Todesursache aus

Dieses Foto vom 12. August zeigt - wahrscheinlich - Kim Wall im Turm des U-Boots Nautilus. Hier soll sie bei einem Unfall ums Leben gekommen sein, so U-Boot-Kapitän Peter Madsen.
Foto: AFP
International 06.09.2017 Aus unserem online-Archiv
Getötete Journalistin

Madsen sagt zu Walls Todesursache aus

Tom RÜDELL
Tom RÜDELL
Wie starb die schwedische Journalistin Kim Wall an Bord des dänischen U-Bootes? Erfinder Peter Madsen beschreibt den Vorfall. Es sei ein Unfall gewesen. Dem Gericht reicht das nicht.

(dpa) - Der dänische Erfinder Peter Madsen hat den Tod der schwedischen Journalistin Kim Wall an Bord seines U-Bootes als Unfall dargestellt. Eine 70 Kilogramm schwere Luke sei der 30-jährigen Wall auf den Kopf gefallen, sagte der Tüftler am Dienstag in Kopenhagen vor Gericht.

Nach einem Tauchgang hätten die beiden frische Luft schnappen wollen. Er habe das Luk für die Frau aufhalten wollen, sei jedoch ausgerutscht und habe es nicht mehr halten können. Mit voller Wucht sei es zugefallen. Als Madsen das U-Boot wieder öffnete, habe er überall Blut gesehen, sagte er der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge.

Dem dänischen Erfinder werden Mord und Leichenschändung vorgeworfen. Seit dem Untergang seines selbstgebauten U-Boots „Nautilus“ Anfang August sitzt er in Untersuchungshaft. Vor Gericht bekannte er sich am Dienstag der Leichenschändung schuldig. Indem er Walls Leiche dem Meer überlassen habe, habe er die Totenruhe gestört.

Der Torso der Journalistin war später südlich von Kopenhagen angeschwemmt worden. Von ihren Gliedmaßen, ihrem Kopf und ihrer Kleidung fehlt jede Spur. Madsen sagte, dafür sei er nicht verantwortlich. Als er die Leiche der Frau ins Wasser geworfen habe, sei sie noch ganz und bekleidet gewesen. Er habe ihr auch nicht die Metallteile angebunden, die später am Körper gefunden wurden. Laut einem Bericht des amerikanischen Fernsehsenders CBS News soll Madsen gesagt haben, er habe danach Selbstmord begehen wollen.


Madsen bestritt auch, an Bord des U-Bootes Sex mit der Journalistin gehabt zu haben. Die Beziehung sei rein professionell gewesen. Wall habe um ein Interview gebeten.

Das Boot versenkte Madsen nach dem Vorfall selbst. Er habe nicht damit gerechnet, dass es jemals wieder genutzt werden würde. Daher habe er die Ventile geöffnet, sei auf die Brücke gelaufen und habe ein Boot in der Nähe gerufen.

Nach dem Willen der Anklage soll Madsen nun psychologisch untersucht werden. Das Gericht entschied, dass er mindestens bis zum 3. Oktober in Untersuchungshaft bleibt. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Der dänische Erfinder Peter Madsen ist wegen des Mordes an der schwedischen Journalistin Kim Wall auf seinem U-Boot zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Die "Nautilus" liegt in einem  Industriegebiet an Land.
Peter Madsen ist wegen Mordes an der schwedischen Journalistin Kim Wall angeklagt. Er habe aber kein sexuelles Motiv gehabt, sondern ihren Leichnam nur zerstückelt, um ihn verschwinden lassen zu können, so der dänische Ingenieur vor Gericht.
Die schwedische Journalistin Kim Wall verschwand vom U-Boot des Dänen Peter Madsen. Später wurde ihre zerstückelte Leiche gefunden.
Eine schwedische Journalistin will eine Reportage über einen dänischen U-Boot-Bauer schreiben. Das U-Boot sinkt und die Frau ist verschwunden. Elf Tage später wird ihre Leiche gefunden. Zerstückelt. Was genau geschehen ist, ist bislang ein Rätsel.
Die "UC3 Nautilus" auf dem Weg ins Hafenbecken von Kopenhagen am 12. August 2017.
Sie wollte eine Reportage über einen U-Boot-Bauer schreiben und verlor ihr Leben. Die schwedische Journalistin Kim Wall ist tot, ihr Körper wurde zerstückelt. Was geschah in dem U-Boot des dänischen Erfinders? Die Polizei fand dort Blutspuren.
Kim Wall kehrte von einem Termin mit dem dänischen U-Boot-Bauer Peter Madsen nicht lebend zurück.