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Macron wäre für Merkel als EU-Kommissionspräsidentin
International 12.06.2019

Macron wäre für Merkel als EU-Kommissionspräsidentin

Der französische Präsident Macron war am Dienstagabend im französischsprachigen Fernsehen zu Gast.

Macron wäre für Merkel als EU-Kommissionspräsidentin

Der französische Präsident Macron war am Dienstagabend im französischsprachigen Fernsehen zu Gast.
AFP
International 12.06.2019

Macron wäre für Merkel als EU-Kommissionspräsidentin

Wenn sie es machen wollte, würde ich sie unterstützen“, sagte er am Dienstagabend im Schweizer Fernsehen.

(dpa) - Der französische Präsident Emmanuel Macron würde Angela Merkel als EU-Kommissionspräsidentin seine Stimme geben. „Wenn sie es machen wollte, würde ich sie unterstützen“, sagte er am Dienstagabend dem französischsprachigen Schweizer Fernsehsender RTS in Genf. Merkel selbst hat aber bereits ausgeschlossen, dass sie nach dem Ende ihrer Kanzlerschaft auf EU-Ebene ein Spitzenamt übernimmt.


President of the European Commission Jean-Claude Juncker speaks to the press as he arrives for a European Union (EU) summit at EU Headquarters in Brussels on May 28, 2019. (Photo by Kenzo TRIBOUILLARD / AFP)
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„Europa braucht Gesichter, starke Persönlichkeiten, es braucht Leute, die eine persönliche Glaubwürdigkeit haben und die Kompetenzen, um die Posten auszufüllen“, sagte Macron. Er bekräftigte seine Vorbehalte gegen Manfred Weber (CSU), den von Merkel für das Amt unterstützten Spitzenkandidaten der Europäischen Volkspartei (EVP). „Keiner kennt diese Spitzenkandidaten“, sagte Macron, der dafür das deutsche Wort benutzte.


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Man dürfe sich nicht scheuen, eine charismatische Person in einen europäischen Spitzenposten zu heben, so Macron. „Im Leben - so versuche ich es zu machen, mit meinen Mitarbeitern - muss man immer Leute rekrutieren, die stärker sind als man selbst. Weil sie einen besser machen, weil sie einen pushen.“

Macron besuchte am Dienstag - wie Merkel - die Jubiläumstagung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Es gab nach Angaben aus beiden Regierungskreisen zwischen beiden am Rande kein bilaterales Treffen.

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Michael Kappeler/dpa



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