Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Macron-Lager vor Schlappe bei Kommunalwahlen in Frankreich
International 28.06.2020

Macron-Lager vor Schlappe bei Kommunalwahlen in Frankreich

Staatschef Emmanuel Macron wählte im nordfranzösischen Seebad Le Touquet.

Macron-Lager vor Schlappe bei Kommunalwahlen in Frankreich

Staatschef Emmanuel Macron wählte im nordfranzösischen Seebad Le Touquet.
Foto: AFP
International 28.06.2020

Macron-Lager vor Schlappe bei Kommunalwahlen in Frankreich

Wegen der Corona-Krise werden die Stichwahlen in Frankreich mit einer mehrmonatigen Verspätung nachgeholt. Die Grünen sind auf dem Vormarsch. Präsident Macron setzt unterdessen auf die Weltpolitik.

(dpa) - Bei der Endrunde der Kommunalwahlen in Frankreich hat sich eine schwere Schlappe für das Mitte-Lager von Staatschef Emmanuel Macron abgezeichnet. Die Präsidentenpartei La République en Marche (LREM) dürfte mit ihrem ursprünglichen Vorhaben scheitern, Paris zu erobern und in anderen Städten für Überraschung zu sorgen. Noch vor drei Jahren hatte die junge Partei aus dem Stand die Mehrheit der Sitze in der Nationalversammlung errungen.


French President Emmanuel Macron reacts as he delivers a statement after an international videoconference on vaccination at the Elysee Palace in Paris on the 49th day of a lockdown in France aimed at curbing the spread of COVID-19, caused by the novel coronavirus. (Photo by GONZALO FUENTES / POOL / AFP)
Frankreich: Macrons Partei vor Wahldebakel
Die Präsidentenpartei dürfte bei der zweiten Runde der Kommunalwahlen in Frankreich eine schwere Schlappe erleiden. Dafür könnten die Grünen gleich in mehreren Großstädten die Bürgermeister stellen.

Stattdessen standen nun Grüne und Verbündete aus dem linken Lager vor Erfolgen in Lyon, Toulouse oder Tours. Bisher ist Grenoble die einzige große Stadt mit einem grünen Bürgermeister. Die symbolträchtige Hauptstadt dürfte nach Umfragen in der Hand der sozialistischen Amtsinhaberin Anne Hidalgo und ihren Verbündeten bleiben. Paris plant 2024 die Olympischen Spiele.

Die Stichwahlen waren eigentlich für Ende März geplant, mussten aber wegen der Covid-19-Pandemie verschoben werden. Bei der ersten Runde Mitte März war weit mehr als die Hälfte der Wähler nicht zur Abstimmung gekommen. Die Wahlbeteiligung lag am Sonntagnachmittag bei 34,67 Prozent, das waren nach Angaben des Innenministeriums rund 18 Punkte weniger als bei der Abstimmung 2014.

Mögliche Regierungsumbildung

Macron und seine Frau Brigitte wählten im nordfranzösischen Seebad Le Touquet, wie TV-Bilder zeigten. Nach den Wahlen will der 42-Jährige über seinen politischen Kurs nach der Corona-Virus-Pandemie entscheiden, die Frankreich mit rund 30.000 Toten hart traf. Möglich ist dabei eine Regierungsumbildung - seit Wochen wird darüber spekuliert, ob Premier Édouard Philippe weitermachen kann oder nicht. Er ist nach Umfragen deutlich beliebter als der Präsident. Philippe trat in Le Havre an und galt in der Hafenstadt als Favorit.


La France à l'heure du dépouillement: moins d'un électeur sur deux s'est déplacé.
Kommunalwahlen in Frankreich: Macrons Hoffnung im Osten
Die Präsidentenpartei könnte nach den Kommunalwahlen in Straßburg als einziger Großstadt den Bürgermeister stellen. Möglich wird das durch ein Bündnis mit den Konservativen, das auch anderswo Schule macht.

Macron setzt unterdessen auf die große Politik - am Freitag konferierte er per Videoschalte mit seinem russischen Kollegen Wladimir Putin, am Montag wird er bei Kanzlerin Angela Merkel im brandenburgischen Meseberg erwartet.

In den Wahllokalen galt Maskenpflicht. Die Stichwahlen betrafen fast 5.000 Kommunen, darunter waren die größten Städte des Landes. Aufgerufen waren gut 16 Millionen Wählerinnen und Wähler - das entspricht etwa einem Drittel der Wahlberechtigten. Die letzten Wahllokale sollten am Abend um 20.00 Uhr schließen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema