Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Macron: "Haben Beweis für Chemiewaffen"
International 12.04.2018 Aus unserem online-Archiv

Macron: "Haben Beweis für Chemiewaffen"

„Wir müssen Entscheidungen treffen, zu gegebener Zeit, wenn wir das für am nützlichsten und wirksamsten halten.“

Macron: "Haben Beweis für Chemiewaffen"

„Wir müssen Entscheidungen treffen, zu gegebener Zeit, wenn wir das für am nützlichsten und wirksamsten halten.“
AFP
International 12.04.2018 Aus unserem online-Archiv

Macron: "Haben Beweis für Chemiewaffen"

Chemiewaffen sind für Frankreichs Staatschef eine „rote Linie“ im syrischen Bürgerkrieg. Doch wann eine Entscheidung über angedrohte Militärschläge fällt, ist weiter offen.

 (dpa) - Frankreich hat laut Präsident Emmanuel Macron den Beweis für den Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Regierung. „Wir haben den Beweis, dass (...) Chemiewaffen verwendet wurden, zumindest Chlor, und dass sie vom Regime von Baschar al-Assad verwendet wurden“, sagte Macron am Donnerstag in einem Interview des Senders TF1.

Er nannte keinen Zeitpunkt für eine Entscheidung über einen möglichen Militärschlag. „Wir müssen Entscheidungen treffen, zu gegebener Zeit, wenn wir das für am nützlichsten und wirksamsten halten.“ Er wies auf die Abstimmung mit US-Präsident Donald Trump hin: „Unsere Teams arbeiten sehr eng zusammen.“ Macron sagte, es gebe „inakzeptable Situationen“. Er versicherte zugleich, dass Frankreich keinesfalls eine Eskalation zulassen werde „oder was auch immer, was die Stabilität der Region beschädigen könnte“.

Trump hatte am Mittwoch einen Raketeneinsatz in Syrien angekündigt. Später ließ der Chef des Weißen Hauses seine Sprecherin aber zurückrudern. „Ich habe niemals gesagt, wann ein Angriff auf Syrien stattfinden würde“, schrieb Trump am Donnerstagmorgen (Ortszeit) auf Twitter. „Es könnte sehr bald sein oder überhaupt nicht so bald.“

Chemiewaffen als "Rote Linie"

Macron hatte den tödlichen Einsatz von Chemiewaffen im Bürgerkriegsland Syrien bereits mehrfach als eine „rote Linie“ bezeichnet und in diesem Fall mit Militärschlägen gedroht. Am Dienstag hatte er gesagt, dass eine Entscheidung „in den kommenden Tagen“ getroffen werden solle. Er hatte damals erläutert, dass Angriffe auf „chemische Kapazitäten“ des Regimes in Syrien möglich seien.

Die syrische Armee ist schon seit Tagen in voller Alarmbereitschaft und hatte sich am Mittwoch von weiteren Stützpunkten zurückgezogen. Bereits am Dienstag verließ die syrische Armee einige Militärbasen, um einer möglicherweise bevorstehenden Attacke der USA und von deren Verbündeten weniger Angriffsfläche zu bieten.


(FILES) In this file photo taken on March 13, 2018 US President Donald Trump gestures after speaking to military personnel at Marine Corps Air Station Miramar in San Diego, California.
President Donald Trump abruptly canceled his first trip to Latin America April 10, 2018, hunkering down in the White House as he faces momentous decisions about military strikes in Syria and an FBI investigation that is inching closer to the Oval Office. In a statement that surprised even some White House staff, press secretary Sarah Sanders said Trump's trip to Peru and Colombia -- set to get under way Friday -- had been scrapped.
 / AFP PHOTO / MANDEL NGAN / ALTERNATIVE CROP
Wankelmut im Weißen Haus
Am Morgen kündigt US-Präsident Trump Raketen gegen Syrien an. Stunden später lässt er seine Sprecherin zurückrudern. Ein Militärschlag sei nicht die einzige Option. Jetzt ist wieder der UN-Sicherheitsrat am Zug.

Begonnen hatte die verbale Eskalation mit einem am Samstag gemeldeten Giftgasangriff auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma in Ost-Ghuta. Bei diesem sollen der Hilfsorganisation Weißhelme zufolge mindestens 42 Menschen getötet worden sein. Mehr als 500 Personen wurden demnach in Krankenhäusern behandelt. Die USA sprechen von mindestens 85 Toten. Die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hatte angekündigt, ein zehnköpfiges Expertenteam für eine Untersuchung nach Duma schicken zu wollen.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Wenn der US-Präsident zur besten Sendezeit vor Kameras tritt, geht es oft um Fragen von Krieg und Frieden. Nun also führte der Westen seinen erwarteten Schlag gegen Syrien. Und jetzt? Ist das ein Ende oder der Anfang einer Eskalation?
Für Trump war die Rede an die Nation das Ende einer krassen Woche.
Die USA und ihre Verbündeten haben Ernst gemacht: Mit Angriffen gegen Ziele in Syrien üben sie Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgasangriff der Führung in Damaskus.
This picture taken on April 14, 2018 shows the wreckage of a building described as part of the Scientific Studies and Research Centre compound in the Barzeh district, north of Damascus, during a press tour organised by the Syrian information ministry.
The United States, Britain and France launched strikes against Syrian President Bashar al-Assad's regime early on April 14 in response to an alleged chemical weapons attack after mulling military action for nearly a week. Syrian state news agency SANA reported several missiles hit a research centre in Barzeh, north of Damascus, "destroying a building that included scientific labs and a training centre". / AFP PHOTO / Louai Beshara
Am Morgen kündigt US-Präsident Trump Raketen gegen Syrien an. Stunden später lässt er seine Sprecherin zurückrudern. Ein Militärschlag sei nicht die einzige Option. Jetzt ist wieder der UN-Sicherheitsrat am Zug.
(FILES) In this file photo taken on March 13, 2018 US President Donald Trump gestures after speaking to military personnel at Marine Corps Air Station Miramar in San Diego, California.
President Donald Trump abruptly canceled his first trip to Latin America April 10, 2018, hunkering down in the White House as he faces momentous decisions about military strikes in Syria and an FBI investigation that is inching closer to the Oval Office. In a statement that surprised even some White House staff, press secretary Sarah Sanders said Trump's trip to Peru and Colombia -- set to get under way Friday -- had been scrapped.
 / AFP PHOTO / MANDEL NGAN / ALTERNATIVE CROP