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Luxemburger brauchen im Schnitt acht Erden
International 2 Min. 24.05.2022
Unicef-Bericht

Luxemburger brauchen im Schnitt acht Erden

Luxemburger erzeugen im Durchschnitt 36 Tonnen CO₂ pro Person pro Jahr.
Unicef-Bericht

Luxemburger brauchen im Schnitt acht Erden

Luxemburger erzeugen im Durchschnitt 36 Tonnen CO₂ pro Person pro Jahr.
Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa
International 2 Min. 24.05.2022
Unicef-Bericht

Luxemburger brauchen im Schnitt acht Erden

In einer Untersuchung wurde der ökologische Fußabdruck von OECD-Ländern verglichen – das Großherzogtum schnitt besonders schlecht ab.

(KNA/lm) – Laut einem Unicef-Bericht geht eine gute und gesunde Versorgung der Kinder in reichen Ländern oft mit einer schlechten Klimabilanz einher. So wuchsen Kinder in einigen wohlhabenden OECD- und EU-Ländern zwar in einer gesunden Umgebung auf, gleichzeitig produzierten diese Staaten aber viel Treibhausgas-Emissionen und Elektroschrott, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht „Umgebung und Umwelt von Kindern“ („Places and Spaces. Environments and children's well-being“) des UN-Kinderhilfswerks.


Laut Umweltministerium wurden in den vergangenen zweieinhalb Jahren 19,9 Millionen Ökopunkte (= 19,9 Millionen Euro, Anm. der Red.) neu geschaffen und 15 Millionen Punkte zerstört. Demnach wurden fünf Millionen Punkte an zukünftiger Zerstörung antizipiert. Zusätzlich wurden 2,1 Millionen Punkte direkt auf dem Baugelände umgesetzt und somit durch Baupromoteure selbst generiert.
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Der Report untersucht den Angaben zufolge die Auswirkungen von Umweltrisiken auf Kinder sowie die globale Verantwortung am Klimawandel und Umweltverschmutzung der OECD- und EU-Länder. Dazu wurden vergleichbare Daten aus 39 Ländern sowie Daten zum Beitrag dieser Länder zu Klimaveränderungen, zum Ressourcenverbrauch und zur Produktion von Elektroschrott ausgewertet, wie es hieß.

Mindestens 3,3 Erden

Um den Ressourcenverbrauch der OECD- und EU-Länder zu decken, wären laut Studie mindestens 3,3 Erden nötig; Luxemburg komme sogar auf acht. Im Gegensatz dazu trügen die ärmeren OECD- und EU-Länder in Lateinamerika und Europa weniger zu globalen Umweltproblemen bei. 


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„Die Mehrheit der reichen Länder schafft es nicht, innerhalb ihrer Grenzen eine gesunde Umgebung für alle Kinder zu schaffen und trägt darüber hinaus zur Zerstörung der Lebensräume von Kindern in anderen Teilen der Welt bei“, sagte Gunilla Olsson, Direktorin des Unicef-Forschungsinstitut Innocenti in Florenz, das für die Studie verantwortlich zeichnete.

Insgesamt biete keines der Länder durchgängig gute Umweltbedingungen für Kinder. Spanien, Irland und Portugal stehen demnach an der Spitze des internationalen Länderrankings. Im Vergleich böten die drei Länder den dort lebenden Kindern eine gute Umgebung und trügen weniger zu globalen Umweltproblemen bei. 

36 Tonnen CO2-Ausstoß pro Luxemburger pro Jahr


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Insbesondere die Kohlenstoffdioxid-Emissionen stellen in wohlhabenden Ländern ein Problem dar, wie aus dem Unicef-Bericht hervorgeht. Die im Report betrachteten Länder würden im Schnitt neun Tonnen CO₂ pro Person pro Jahr erzeugen, Luxemburg wird erneut als Negativbeispiel angeführt: Im Großherzogtum liegt der CO₂-Ausstoß nach Angaben des Berichts bei 36 Tonnen. 

Luxemburger erzeugen demnach mehr Kohlenstoffdioxid-Emissionen als eine durchschnittliche Person aus Kolumbien, Costa Rica, Mexiko, Rumänien, Türkei, Chile und Griechenland zusammen.

Das Hilfswerk forderte Regierungen und Unternehmen unter anderem auf, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um die von ihnen eingegangenen Verpflichtungen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen bis 2050 einzuhalten. Zudem sollten Kinder auf allen Entscheidungsebenen berücksichtigt und einbezogen werden.

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