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Luxemburg will zehn Minderjährige aufnehmen
International 04.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg will zehn Minderjährige aufnehmen

Jean Asselborn, Außenminister Luxemburgs.

Luxemburg will zehn Minderjährige aufnehmen

Jean Asselborn, Außenminister Luxemburgs.
Foto: Guy Jallay
International 04.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg will zehn Minderjährige aufnehmen

Die Flüchtlingskrise in der Ägäis spitzt sich weiter zu. Luxemburg will handeln.

(dpa) - Luxemburg setzt sich für eine Entlastung der griechischen Migrantenlager auf den Ägäis-Inseln ein und will selbst zehn Kinder und Jugendliche übernehmen. „Ich glaube, es muss einer anfangen“, sagte der zuständige Minister Jean Asselborn am Mittwoch vor einem Krisentreffen der EU-Innenminister. Jedes EU-Land solle für jede halbe Million Einwohner je zehn unbegleitete Minderjährige „aus diesem Loch herausholen“, schlug er vor. „Dann wäre viel Leid auf dieser Welt gelöst.“


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Seit Weihnachten werde über dieses Thema diskutiert. Man könne nicht nur lamentieren, sondern müsse den Griechen auch konkret helfen. Sein Land wolle mit gutem Beispiel vorangehen. Luxemburg werde das Problem zwar nicht lösen, aber ein Zeichen setzen.

Die Migrantenlager auf den griechischen Ägäis-Inseln sind völlig überlastet. Aktuell leben nach Angaben des griechischen Bürgerschutzministeriums mehr als 42 500 Migranten auf Lesbos, Samos, Kos, Leros und Chios. Die Kapazität auf den Inseln liegt bei rund 6000 Plätzen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks ist mehr als ein Drittel der Migranten minderjährige, darunter viele Kinder unter zwölf Jahren. Zur Zahl unbegleiteter Minderjähriger gibt es keine genauen Angaben; Hilfsorganisationen schätzen ihre Zahl auf rund 4000 in ganz Griechenland. Die Hilfsorganisation Human Rights Watch (HRW) schätzt, dass sich auf den Inseln im Dezember 2019 rund 1750 unbegleitete Kinder aufhielten.


ARCHIV - 10.09.2018, Berlin: Jean Asselborn, Außenminister von Luxemburg, äußert sich bei einer Pressekonferenz. (zu "Asselborn zu Aufnahme von Migranten: Alleingänge reichen nicht") Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Der deutsche Bundesinnenminister Horst Seehofer hatte sich am Dienstag bereiterklärt, unter bestimmten Umständen Menschen aufzunehmen. Es müsse eine „Koalition der Willigen“ unter den EU-Staaten geben. Die zweite Voraussetzung für eine derartige Hilfe ist Seehofer zufolge eine effektive Kontrolle an der EU-Außengrenze in Griechenland.

Frankreich und Finnland hatten bereits angekündigt, Migranten aufzunehmen. Die finnische Ministerin Maria Ohisalo bekräftigte am Mittwoch, Helsinki habe bereits die Aufnahme von 175 Menschen zugesagt. Der französische Minister Christophe Castaner sagte, Frankreich habe schon vor einigen Wochen die unverzügliche Aufnahme von 400 Migranten aus Griechenland zugesichert.


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