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Luxemburg gibt 7,5 Millionen Euro pro Jahr für Syrien
International 2 Min. 04.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Geberkonferenz in London

Luxemburg gibt 7,5 Millionen Euro pro Jahr für Syrien

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach sich für eine humanitäre und politische Lösung aus.
Geberkonferenz in London

Luxemburg gibt 7,5 Millionen Euro pro Jahr für Syrien

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach sich für eine humanitäre und politische Lösung aus.
AFP
International 2 Min. 04.02.2016 Aus unserem online-Archiv
Geberkonferenz in London

Luxemburg gibt 7,5 Millionen Euro pro Jahr für Syrien

Kerstin SMIRR
Kerstin SMIRR
Die Menschen in Syrien brauchen dringend Hilfe. Aus dem Großherzogtum werden Millionenbeträge in humanitäre und Entwicklungshilfe fließen. Die Weltgemeinschaft sammelte insgesamt neun Milliarden Euro.

(ks/dpa) - Bei der Geberkonferenz für Syrien in London haben Premierminister Xavier Bettel und Entwicklungshilfeminister Romain Schneider 7,5 Millionen Euro für 2016 zugesagt. Auch in den nächsten vier Jahren wird Luxemburg diese Summe bereitstellen, so dass der Gesamtbetrag bei 37,5 Millionen Euro liegt.

Fünf der 7,5 Millionen Euro fließen in humanitäre Projekte, wie das UN-Welternährungsprogramm, die restlichen 2,5 Millionen Euro in die Entwicklungshilfe. Wie ein Regierungssprecher mitteilte, geht hier der größte Anteil an das internationale Projekt "No Lost Generation". Damit fördern Partner wie Unicef und Save the Children Bildungsangebote für Kinder in Syrien und fünf Ländern, die Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsland aufgenommen haben, beispielsweise Jordanien.

Insgesamt wird die Weltgemeinschaft rund neun Milliarden Euro (mehr als zehn Milliarden Dollar) an internationale Hilfsorganisationen für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge zahlen. Das teilte der britische Premierminister David Cameron nach der Geberkonferenz für die notleidenden Menschen in Syrien und der Nachbarregion mit.

„Wir senden ein klares Signal an die Bevölkerung in Syrien. Wir stehen an ihrer Seite“, sagte Cameron. Er forderte Russland auf, seinen Einfluss geltend zu machen, dass die Angriffe in Syrien beendet werden. Er mahnte: „Wir brauchen einen Waffenstillstand.“

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einem großen Erfolg. Die Hälfte des Geldes werde bereits 2016 zur Verfügung gestellt. „Noch nie wurde so viel Geld an einem Tag für eine einzelne Krise gesammelt.“

Ban Ki Moon mahnte eine politische Lösung an. Mit Blick auf die am Vorabend ausgesetzten Syrien-Friedengespräche in Genf meinte er: „Es gibt keine militärische Lösung.“

Hilfsbedarf von sieben Milliarden Euro

Die Vereinten Nationen bezifferten den Hilfsbedarf allein für dieses Jahr auf rund sieben Milliarden Euro. Millionen Menschen sind auf der Flucht, insgesamt seien 13 Millionen Menschen hilfsbedürftig.  

Vor allem den Europäern ging es bei der eintägigen Konferenz darum, eine Versorgung der Flüchtlinge in der Region sicherzustellen, damit sie sich nicht auf den Weg nach Europa machen. „Die Bundesregierung ist überzeugt, dass die große Bewegung von Flüchtlingen dadurch gelöst werden kann, dass wir vor Ort die Fluchtursachen bekämpfen“, sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, die in der Flüchtlingskrise innenpolitisch massiv unter Druck steht.

US-Außenminister John Kerry unterstrich wie viele andere Redner die verheerende Lage der Menschen in Syrien und der Region. Vor allem der Hunger in den belagerten Städten sei bedrohlich; es gebe Menschen, „die Blätter und Gras essen“.

Mehr als vier Millionen Syrer haben in den Anrainerstaaten, vor allem dem Libanon, Jordanien und der Türkei, Schutz gesucht. Im vergangenen Jahr mussten die Nahrungsmittelrationen in den Flüchtlingslagern gekürzt werden - auch, weil Staaten Hilfszusagen nicht eingehalten hatten. Das sei „unerträglich“ und dürfe nicht noch einmal geschehen, sagte Merkel.


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