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Luxair im Kontakt mit den Reiseleitern
International 10 1 3 Min. 21.07.2017 Aus unserem online-Archiv
Starkes Seebeben vor Kos

Luxair im Kontakt mit den Reiseleitern

International 10 1 3 Min. 21.07.2017 Aus unserem online-Archiv
Starkes Seebeben vor Kos

Luxair im Kontakt mit den Reiseleitern

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Mitten in der Nacht bebte die Erde. Auf der Touristeninsel Kos brach Panik aus. Ersten Erkenntnissen zufolge gehören die 236 Luxair-Kunden nicht zu den Opfern. Ob manche von ihnen evakuiert werden, steht derzeit noch aus.

(dpa/ml) - Ein starkes Seebeben vor Kos hat mindestens zwei Menschen das Leben gekostet und Panik unter den Bewohnern der Ägäis-Insel ausgelöst. Im griechischen Staatsrundfunk (ERT) war zudem von mindestens 120 Verletzten die Rede.

Der Yachthafen der gleichnamigen Inselhauptstadt Kos wurde von einer kleinen Tsunami-Welle getroffen, Gebäudemauern zeigten Risse oder stürzten sogar ein. In der Türkei, deren Südwestküste nur wenige Kilometer von Kos entfernt ist und ebenfalls erschüttert wurde, kamen nach ersten Kenntnissen keine Menschen zu Schaden.

„Wir haben zwei Tote“, sagte der Chef der Feuerwehr von Kos, Dimitris Giannaris, im griechischen Staatsrundfunk. Rettungsmannschaften aus Athen trafen am frühen Freitagmorgen mit zwei Hubschraubern und einem Flugzeug in Kos ein. Der Flughafen nahe Antimachia im Westen der Insel sei intakt, teilte Verkehrsminister Christos Spirtzis mit.

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Das Krankenhaus von Kos habe mehr als 100 Menschen aufgenommen, sagte Klinik-Leiter Nektarios Georgantis im griechischen Fernsehen. „Drei Menschen sind schwer verletzt, aber außer Lebensgefahr. 78 (Menschen) haben wir nach der Behandlung nach Hause geschickt. Die anderen haben leichte Verletzungen und bleiben hier zur Beobachtung.“

Luxair gibt noch keine endgültige Entwarnung

Kos wird unter anderem auch von der Luxair angeflogen. Derzeit sind insgesamt 236 Kunden der luxemburgische Fluggesellschaft auf der beliebten Ferieninsel. "Nach jetzigem Stand der Dinge wurde keine unserer Kunden verletzt", bestätige Luxair-Sprecher Marc Gerges gegenüber dem "Luxemburger Wort".

Dennoch bleibt man weiterhin vorsichtig, da bislang nicht mit allen Kunden Kontakt aufgenommen werden konnte. Die betroffenen Personen zu erreichen ist eine mühselige Arbeit, da sie in 19 verschiedenen Hotels untergebracht sind. Noch schwieriger ist es, jene Kunden zu erreichen, die bei der Luxair lediglich ihren Flug gebucht haben und woanders untergebracht sind.

LuxairTours steht mit den griechischen Behörden und mit ihren Reiseleitern, die vor Ort sind, in ständigem Kontakt. Ob die nationale Airline vorzeitige Rückflüge ins Auge fasst, hängt im Wesentlichen davon ab, ob manche Kunden den Wunsch äußern, ihr Urlaubsziel frühzeitig zu verlassen, so Gerges. Die Flugstrecke zwischen Luxemburg und Kos wird zurzeit einmal wöchentlich bedient. Der nächste Hinflug ist für Sonntag vorgesehen. Jene Kunden, die sich weigern nach Kos zu fliegen, können ihren gebuchten Flug kostenlos umbuchen oder stornieren. Familien und Angehörigen, die zusätzliche Auskünfte erhalten möchten, können sich an den Luxair-Kundendienst (Tel: +352 2456-1) wenden.

Vor allem im Zentrum der Inselhauptstadt, wo sich Dutzende Bars befinden, kam es nach Worten von Bürgermeister Giorgos Kyritsis zu Schäden. Zum Zeitpunkt des Bebens am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) waren die Bars am Hauptplatz von Kos voller Menschen. Das Dach einer Bar sei eingestürzt, sagte der Bürgermeister dem Sender ERT. Dort sollen auch die zwei jungen Menschen ums Leben gekommen sein.


Auch auf Kalimnos gespürt

Christian Gammaitoni reiste am vergangenen Sonntag mit Luxair in die Ägäis. Er verbringt derzeit einen Kletterurlaub auf der Nachbarinsel Kalimnos."Wir lagen im Bett, als die Erde bebte. Noch nie in meinem Leben habe ich ein Erdbeben so intensiv gespürt", so der Mann. Eine halbe Stunde nach dem ersten Stoß, habe die Erde ein zweites Mal gebebt, so der Luxemburger. Auch wenn auf der Kos-Nachbarinsel keine Opfer zu beklagen sind, so seien an zahlreichen Orten Felsen auf Straßen gestürzt.

Weitere Erschütterungen befürchtet

Neben Mauern der Burg in der Altstadt stürzten auch die Minarette zwei alter Moscheen und ein Teil einer Kirche ein. Die durch den Tsunami ausgelösten Wellen überschwemmten das Hafenviertel. Mehrere Boote wurden beschädigt, mindestens eines wurde an Land gespült. Aufnahmen des griechischen Staatsfernsehens zeigten Geröll überall entlang der Kaimauer, die Risse aufwies und nun kontrolliert werden muss. Eine Fähre konnte wegen der Schäden nicht im Hafen anlegen. Nach Tagesanbruch begannen Stadtangestellte mit den Räumungsarbeiten.

Die griechische Erdbebenbehörde gab die Stärke des Bebens mit 6,5 an, die US-Erdbebenwarte (USGS) maß 6,7. Es folgten Dutzende Nachbeben. Seismologen sagten im griechischen Rundfunk, es sei in den nächsten Stunden und Tagen mit weiteren Erschütterungen zu rechnen.

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