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Lukaschenkos Gegner rufen zu neuen Streiks in Staatsbetrieben auf
International 17.08.2020 Aus unserem online-Archiv

Lukaschenkos Gegner rufen zu neuen Streiks in Staatsbetrieben auf

Die Unruhen dauern seit mehreren Tagen an.

Lukaschenkos Gegner rufen zu neuen Streiks in Staatsbetrieben auf

Die Unruhen dauern seit mehreren Tagen an.
Foto: AFP
International 17.08.2020 Aus unserem online-Archiv

Lukaschenkos Gegner rufen zu neuen Streiks in Staatsbetrieben auf

Die Gegner von Staatschef Alexander Lukaschenko in Belarus haben zu Beginn der neuen Arbeitswoche zu flächendeckenden Streiks in den Staatsbetrieben aufgerufen.

(dpa) –  Die Arbeitsniederlegungen sollen die Basis für den Machtapparat brechen – die staatlichen Betriebe gelten in der Ex-Sowjetrepublik als elementar für das Funktionieren des Staates.

Die Arbeitskollektive sollten vor allem ihren Unmut über die Folter in den Gefängnissen und über die Todesfälle äußern, hieß es in den Aufrufen. Am Morgen begannen bereits erste Streiks.

Experten gehen davon aus, dass Lukaschenko über die Streiks am schnellsten zum Aufgeben gedrängt werden kann. Er selbst wird an diesem Montag bei dem Fahrzeughersteller MZKT erwartet, wo er die Belegschaft auf Linie bringen will. Lukaschenko hatte am Sonntag bei einer Kundgebung mit Unterstützern in einer leidenschaftlichen Rede noch einmal betont, dass er die Macht nicht hergebe. Das Staatsfernsehen zeigte die Rede am Montag erneut.

Kundgebung am Montagabend


TOPSHOT - Belarus opposition supporters attend a rally in central Minsk on August 16, 2020. - The Belarusian strongman, who has ruled his ex-Soviet country with an iron grip since 1994, is under increasing pressure from the streets and abroad over his claim to have won re-election on August 9, with 80 percent of the vote. (Photo by Sergei GAPON / AFP)
Massenproteste in Belarus: Lukaschenko bleibt hart
Obwohl sich immer mehr Menschen an den Protesten in Belarus beteiligen, gibt Staatschef Lukaschenko nicht nach. Neuwahlen lehnt er ab, einen Dialog auch. Stattdessen sucht er Hilfe bei Putin.

Lukaschenkos Gegner riefen andere Arbeiter auf zur Solidarität mit der MZKT-Belegschaft. Am Montagabend sollten sich die Arbeiter aus den Staatsbetrieben auf dem Unabhängigkeitsplatz in Minsk zu einer neuen Kundgebung versammeln, um die Proteste im Land für einen Rücktritt Lukaschenkos zu unterstützen. Geplant sei im Anschluss ein „Sitzstreik“, den es von nun an jeden Tag geben solle, bis der 65-Jährige das Amt verlasse. Auch in anderen Städten seien am Abend neue Proteste geplant.


TOPSHOT - Belarus opposition supporters hold a giant former white-red-white flag of Belarus used in opposition to the government, during a demonstration in central Minsk on August 16, 2020. - The Belarusian strongman, who has ruled his ex-Soviet country with an iron grip since 1994, is under increasing pressure from the streets and abroad over his claim to have won re-election on August 9, with 80 percent of the vote. (Photo by Sergei GAPON / AFP)
Kommentar: Klare, unmissverständliche Botschaft
Mehr als 100.000 Demonstranten in Minsk senden am Sonntag ein eindeutiges Signal an Lukaschenkos Regime, aber auch ans Ausland. Ein Kommentar.

Bei den größten Protesten bisher überhaupt waren im ganzen Land nach Schätzungen von Aktivisten am Sonntag mehr als eine halbe Million Menschen auf den Beinen. Allein in der Hauptstadt Minsk waren es Hunderttausende. Proteste in dieser Größenordnung in Belarus gelten als historisch. Sie verliefen friedlich.

Die Polizei schritt – anders als in der vergangenen Woche – nicht mehr ein. Die Lage ist gespannt, weil die Behörden die Proteste für illegal erklärt haben. Es stehen auch Militärfahrzeuge bereit, wie auf Fotos im Nachrichtenkanal Telegram zu sehen ist.    

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