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London will Abstimmung zum Brexit-Deal verschieben
Theresa May macht zurzeit schwere Stunden durch.

London will Abstimmung zum Brexit-Deal verschieben

AFP
Theresa May macht zurzeit schwere Stunden durch.
International 10.12.2018

London will Abstimmung zum Brexit-Deal verschieben

Die britische Regierung will die Abstimmung zum Brexit-Abkommen im Parlament Medienberichten zufolge verschieben. Das meldete unter anderem die BBC unter Berufung auf Regierungskreise.



ARCHIV - 05.10.2015, Luxemburg: Ein Kameramann filmt ein Schild mit dem Logo des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Das oberste EU-Gericht entscheidet am kommenden Montag über die Möglichkeit eines britischen Rückziehers beim geplanten EU-Austritt. (zu dpa "EuGH entscheidet Montag über Chance für britischen Brexit-Rückzieher" am 06.12.2018) Foto: Julien Warnand/EPA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
EuGH: Brexit kann einseitig gestoppt werden
Das oberste EU-Gericht in Luxemburg meint, Großbritannien könnte den Austritt aus der Europäischen Union ohne Zustimmung der übrigen EU-Länder stoppen.

(dpa) - Bestätigen konnte ein Regierungssprecher das auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur aber zunächst nicht. Der Termin war ursprünglich für Dienstagabend angesetzt, doch eine Niederlage für die Regierung zeichnete sich immer deutlicher ab.

Das Kabinett war am Vormittag zu einer dringenden Telefonkonferenz einberufen worden. Am Nachmittag (16.30 Uhr MEZ) will sich Premierministerin Theresa May nach Angaben der Labour-Fraktion vor dem Parlament äußern.

"Keine Nachverhandlungen"

Die EU-Kommission lehnt Nachverhandlungen des Brexit-Vertrags mit Großbritannien derweil nach wie vor kategorisch ab. „Dieser Deal ist der beste Deal und der einzige mögliche Deal“, bekräftigte eine Kommissionssprecherin am Montag in Brüssel. „Wir werden die Vereinbarung, die jetzt auf dem Tisch liegt, nicht nachverhandeln.“ Im übrigen gehe die EU-Kommission davon aus, dass Großbritannien die Europäische Union wie angekündigt am 29. März verlassen werde.

Damit reagierte die Sprecherin auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Demnach könnte Großbritannien den Brexit noch einseitig und ohne Zustimmung der übrigen EU-Länder stoppen. Mehrere britische Minister erklärten umgehend, das sei nicht relevant. Die Zustimmung einer Mehrheit der Briten zum Brexit 2016 könne man nicht ignorieren.

Das Nein zu Nachverhandlungen ist für die britische Regierung jedoch von Bedeutung. Für das mit der EU abgemachte Brexit-Paket ist im britischen Parlament keine Mehrheit in Sicht. Konservative Kritiker drängen Premierministerin Theresa May, in Brüssel weitere Zugeständnisse herauszuholen.


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