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London: Fortschritte bei Ermittlungen zu Giftanschlag auf Ex-Spion
International 2 Min. 10.03.2018

London: Fortschritte bei Ermittlungen zu Giftanschlag auf Ex-Spion

Die britische Innenministerin Amber Rudd will, dass die Ermittlungen im Fall Sergej Skripal schnell vorangehen.

London: Fortschritte bei Ermittlungen zu Giftanschlag auf Ex-Spion

Die britische Innenministerin Amber Rudd will, dass die Ermittlungen im Fall Sergej Skripal schnell vorangehen.
Foto: AFP
International 2 Min. 10.03.2018

London: Fortschritte bei Ermittlungen zu Giftanschlag auf Ex-Spion

Die britische Polizei arbeitet mit Hochdruck an der Aufklärung des Nervengift-Attentats auf den russisch-britischen Ex-Doppelagenten Skripal. Nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts bleiben viele Fragen offen. Aber London will mit „voller Macht“ antworten.

(dpa) - Die Ermittlungen im Fall des vergifteten russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seiner Tochter schreiten nach Angaben der britischen Innenministerin Amber Rudd schnell voran. Das machte Rudd am Samstag nach einer Sitzung des britischen Sicherheitskabinetts in London deutlich.

Unklar blieb, ob die Ermittler bereits eine heiße Spur zu den Tätern oder Hintermännern der Tat haben. Rudd mahnte zu Geduld. „Wir müssen der Polizei und den ermittelnden Einheiten um sie herum den Raum geben, voranzukommen. Ich will aber betonen, dass sie mit Geschwindigkeit und Professionalismus voranschreiten“.

An den Ermittlungen beteiligt seien mehr als 250 Polizisten der Anti-Terror-Einheit, sagte Rudd. Sie hätten etwa 200 Zeugen identifiziert und 240 Beweismittel sichergestellt. Auf die Frage nach möglichen Reaktionen Londons, sollte sich herausstellen, dass Russland seine Finger im Spiel hat, wollte sich Rudd nicht einlassen. Es gehe jetzt darum Beweise zu sichern, damit eine Zuordnung der Tat klar erfolgen könne.

Sicherheitsstaatssekretär Ben Wallace hatte zuvor angekündigt, Großbritannien sei bereit, mit „voller Macht“ zu antworten, sobald die Verantwortlichen ausgemacht seien.

Der 66-jährige Skripal und seine 33-jährige Tochter Yulia wurden am vergangenen Wochenende mit Vergiftungserscheinungen in der englischen Kleinstadt Salisbury aufgefunden. Sie wurden der Polizei zufolge Opfer eines Attentats mit Nervengift. Um was für ein Gift es sich genau handelt, wollte Rudd mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen noch nicht sagen.

Gift kann sich im Haus Skripals befunden haben

Skripal und seine Tochter seien weiterhin in einem kritischen Zustand, sagte Rudd. Ein Polizist, der ebenfalls verletzt wurde, ist Rudd zufolge „schwer krank“, aber er sei ansprechbar und interagiere mit seiner Familie. Er ließ am Samstag mitteilen, er sei „kein Held“, sondern habe „nur seinen Job gemacht“.


TOPSHOT - Members of the emergency services in green biohazard suits work to afix the tent over the bench where a man and a woman were found on March 4 in critical condition at The Maltings shopping centre in Salisbury, southern England, on March 8, 2018 after the tent became detached. 
British detectives on March 8 scrambled to find the source of the nerve agent used in the "brazen and reckless" attempted murder of a Russian former double-agent and his daughter. Sergei Skripal, 66, who moved to Britain in a 2010 spy swap, is unconscious in a critical but stable condition in hospital along with his daughter Yulia after they collapsed on a bench outside a shopping centre on Sunday.
 / AFP PHOTO / Ben STANSALL
21 Menschen nach Attentat auf russischen Agenten medizinisch versorgt
Neben den Anschlagsopfern Sergej Skripal und seiner Tochter Yulia werden die Polizisten, die den beiden zur Hilfe eilten, wegen Vergiftungserscheinungen behandelt.

Die Polizei hatte am Freitag die Unterstützung des Militärs angefordert und die Ermittlungen ausgeweitet. Am Samstag war auf Fernsehbildern zu sehen, wie Spezialeinheiten der Streitkräfte, mehrere Krankenwagen zur Dekontamination abtransportierten. Neben dem Fundort der Verletzten und Restaurants in der Innenstadt von Salisbury kamen auch das Wohnhaus Skripals und ein nahegelegener Friedhof in den Fokus der Ermittler. Auf Fotos war zu sehen, wie dort Beamte in gelben Schutzanzügen am Freitag Beweismittel sicherten. Auf dem Friedhof sollen Medienberichten zufolge Skripals Ehefrau und Sohn begraben liegen.

Unklar ist bislang, wie die Opfer mit dem Nervengift in Kontakt kamen. Medien berichteten unter Berufung auf Ermittlerkreise, die Quelle des Gifts könne sich im Haus Skripals befunden haben.

Der Fall erinnert an den Mord an dem Ex-Agenten und Kremlkritiker Alexander Litwinenko, der 2006 in London mit radioaktivem Polonium vergiftet wurde. Die Spuren der Täter führten damals nach Moskau. Das hat zu Spekulationen geführt, der Kreml könnte erneut seine Hände im Spiel haben. Der britische Außenminister Boris Johnson kündigte eine „angemessene und robuste“ Reaktion an, sollte sich herausstellen, dass Russland hinter der Tat steckt. Moskau streitet jede Beteiligung an dem Attentat ab und klagt über antirussische Propaganda.

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