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Lira-Krise und Streit mit den USA verschärfen sich weiter
International 2 Min. 14.08.2018

Lira-Krise und Streit mit den USA verschärfen sich weiter

Die türkische Lira hat sich nach den heftigen Kursverlusten wieder etwas erholt. Experten warnen jedoch, dass es noch zu früh sei, um Entwarnung zu geben.

Lira-Krise und Streit mit den USA verschärfen sich weiter

Die türkische Lira hat sich nach den heftigen Kursverlusten wieder etwas erholt. Experten warnen jedoch, dass es noch zu früh sei, um Entwarnung zu geben.
AFP
International 2 Min. 14.08.2018

Lira-Krise und Streit mit den USA verschärfen sich weiter

Der türkische Präsident nennt die USA „Kraftmeier“ und will US-Elektronik boykottieren, aber sein Außenminister schlägt versöhnlichere Töne an. Wohin steuert die Krise?

(dpa) - Im Streit zwischen den USA und der Türkei über das Schicksal eines in der Türkei festgehaltenen US-Pastors verschärft sich der Ton weiter. Nachdem US-Präsident Trump am Freitag Strafzölle gegen die Türkei verdoppelt hatte, nannte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die USA am Montag, vor einem Publikum aus Botschaftern aus aller Welt, die „Kraftmeier des globalen Systems“.


(COMBO) This combination of file pictures created on August 11, 2018 shows (L)President of Turkey and Leader of the Justice and Development Party (AKP), Recep Tayyip Erdogan deliverling a speech during an AK party's group meeting at the AK Party's headquarters in Ankara, on January 26, 2018.(R) US President Donald Trump looking on during a joint press conference with Italian Prime Minister Giuseppe Conte in the East Room of the White House in Washington, DC, July 30, 2018. - President Recep Tayyip Erdogan hit back on August 11, 2018 at US "threats" over a detained American pastor which has escalated tensions between the two NATO allies and piled pressure on the Turkish currency. "It is wrong to dare bring Turkey to its knees through threats over a pastor," Erdogan told a rally in the Black Sea town of Unye. "I am calling on those in America again. Shame on you, shame on you. You are exchanging your strategic partner in NATO for a priest." (Photos by ADEM ALTAN and SAUL LOEB / AFP)
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Boykott von US-Elektronik

Zudem hat Erdogan am Dienstag angekündigt, künftig elektronische Geräte aus den USA zu boykottieren. Im Fernsehen meinte er, anstatt von iPhones könne man auch mit Geräten von Samsung leben.

Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte aber zuvor einen versöhnlicheren Ton angeschlagen und gesagt, die Türkei sei offen für einen Konsens und diplomatische Anstrengungen. Nur vorschreiben ließe sie sich nichts. Eine Antwort aus Washington steht noch aus.

Der scharfe Ton von Erdogan kommt bei der Bevölkerung gut an.
Der scharfe Ton von Erdogan kommt bei der Bevölkerung gut an.
AFP

Mit den Strafzöllen hatte Trump bewusst die Währungskrise der Türkei angeheizt. Die türkische Lira verliert seit Monaten an Wert - die Ankündigung der Strafzölle beförderte sie in den freien Fall. Im asiatischen Handel war der Wert der türkischen Währung am Montag zum Euro und US-Dollar zeitweise erneut zweistellig gefallen. Erstmals mussten mehr als sieben Lira für einen US-Dollar und über acht Lira für einen Euro gezahlt werden.

Gleichzeitig richtet die Regierung ihre Kritik auch nach innen. Sie will nun Menschen für negative Kommentare über die wirtschaftliche Lage und den Absturz der Lira bestrafen. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu gehen nun Staatsanwälte in Ankara und Istanbul gegen Personen und Konten in sozialen Medien vor, die die „wirtschaftliche Sicherheit“ des Landes gefährden, indem sie falsche Berichte oder „Spekulationen“ unter anderem über den Zustand öffentlicher Unternehmen oder Banken verbreiteten.


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Staatspräsident Erdogan verteidigte das Vorgehen gegen Kritiker während der Rede vor Diplomaten in Ankara. Er nannte sie „Wirtschaftsterroristen“. Sie hätten „Verrat“ begangen. Jene, die „Spekulationen“ verbreiteten, sollten dafür zahlen.

In seiner Rede vor der Botschafterkonferenz deutete Erdogan gar an, dass die Türkei bereit zu einem Krieg sei. Staaten, die Frieden wollten, müssten bereit zu Krieg sein, sagte er. „Wir sind bereit, mit allem, was wir haben.“

Der Finanzminister und die Zentralbank hatten am Montag Notfallmaßnahmen ergriffen. Die Notenbank, die in der Krise lange unsichtbar geblieben war, ließ unter anderem verlauten, dass Banken sich zusätzliche Mittel in Fremdwährung leihen könnten. Es würden alle Schritte ergriffen, um die Finanzstabilität zu sichern.


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