Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Linken-Zentrale in Deutschland nach Bombendrohung geräumt
International 22.07.2019

Linken-Zentrale in Deutschland nach Bombendrohung geräumt

Rund 50 bs 60 Menschen mussten das Karl-Liebknecht-Haus auf Anordnung der Polizei verlassen.

Linken-Zentrale in Deutschland nach Bombendrohung geräumt

Rund 50 bs 60 Menschen mussten das Karl-Liebknecht-Haus auf Anordnung der Polizei verlassen.
Foto: Paul Zinken/dpa
International 22.07.2019

Linken-Zentrale in Deutschland nach Bombendrohung geräumt

Die Drohung kommt als Email. Vermeintlicher Unterzeichner: ein Neonazi-Netzwerk. In der Parteizentrale der Linken in Berlin entscheidet man sich für die sofortige Evakuierung.

(dpa) - Die Bundeszentrale der deutschen Linken in Berlin ist am Montag wegen einer Bombendrohung vorübergehend geräumt worden. Nach Angaben einer Parteisprecherin ging am Vormittag eine Email im Karl-Liebknecht-Haus in Berlin-Mitte ein. In dieser sei es um eine Bombe im Gebäude gegangen.


26.03.2019, Rheinland-Pfalz, Kaiserslautern: Das Rathaus in Kaiserslautern ist von der Polizei weiträumig abgesperrt. Nach einer Drohmail wurde es am Morgen geräumt. Foto: Oliver Dietze/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Mehrere Rathäuser in Deutschland evakuiert
Wegen Gewaltandrohungen wurden am Dienstagmorgen Rathäuser in sechs deutschen Städten geräumt. Auch in zwei Städten der Großregion musste die Polizei ausrücken.

Unterzeichnet war das Schreiben demnach mit „Combat 18“. Bei „Combat 18“ handelt es sich um ein gewaltbereites, rechtsextremes Netzwerk, das in mehreren europäischen Ländern aktiv ist.

Rund 40 bis 50 Mitarbeiter der Parteizentrale hätten das Gebäude verlassen, sagte die Sprecherin. Die Berliner Polizei richtete um den Eingangsbereich einen kleinen Sperrkreis ein. Gegen 13 Uhr wurde die Sperrung wieder aufgehoben. Eine Polizeisprecherin sagte nach Prüfung der Drohmail, eine Ernsthaftigkeit sei verneint worden.


Der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke (CDU) wurde am 2. Juni 2019 erschossen.
Stephan E. gesteht Mord an CDU-Politiker Lübcke
Der Tatverdächtige im Fall Lübcke sagt, er habe alleine den Entschluss gefasst, den Regierungspräsidenten zu töten. Innenpolitiker fragen sich, ob das stimmt, oder ob er womöglich Komplizen schützen will.

Durchsucht wurde die Parteizentrale demnach nicht. Der polizeiliche Staatsschutz ermittele gegen Unbekannt wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat, hieß es. Der Staatsschutz ist eine Abteilung der deutschen Polizei, die immer dann übernimmt, wenn es um politisch motivierte Kriminalität geht.

Wegen der Bombendrohung sagte die Linke eine ursprünglich geplante Pressekonferenz mit der stellvertretenden Parteichefin Martina Renner ab. „Der rechte Terror erreicht als Drohung auch uns. Eine Bomben-Drohung per E-Mail führt zur vorgezogen Mittagspause“, twitterte Parteichef Bernd Riexinger.

Andere Politiker der Partei äußerten sich ähnlich. „So eine Bombendrohung zeigt, wie nahe und gefährlich der Rechtsterrorismus ist. Aber wir werden uns davon nicht einschüchtern lassen“, sagte eine Sprecherin. „Ihr kriegt uns nicht klein“, twitterte der stellvertretende Landeschef der Berliner Linken, Tobias Schulze.



Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.