Wählen Sie Ihre Nachrichten​

„Lifeline“-Kapitän auf Malta zu Geldstrafe verurteilt
International 14.05.2019

„Lifeline“-Kapitän auf Malta zu Geldstrafe verurteilt

 Claus-Peter Reisch, Kapitän des zivilen Seenotrettungsschiffs "Lifeline", soll 10.000 Euro zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

„Lifeline“-Kapitän auf Malta zu Geldstrafe verurteilt

Claus-Peter Reisch, Kapitän des zivilen Seenotrettungsschiffs "Lifeline", soll 10.000 Euro zahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Martin Schutt/ZB/dpa
International 14.05.2019

„Lifeline“-Kapitän auf Malta zu Geldstrafe verurteilt

Der Fall ist ein Politikum. Ein deutscher Kapitän rettet auf dem Mittelmeer Migranten. Dafür landet er in Malta vor Gericht. Ins Gefängnis muss er nun nicht. Bestraft wird er trotzdem.

(dpa) - Der Kapitän eines Migranten-Rettungsschiffes der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline ist auf Malta zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Claus-Peter Reisch müsse 10.000 Euro an lokale Hilfsorganisationen bezahlen, teilte Mission Lifeline am Dienstag nach dem Urteil mit. Zu einer Gefängnisstrafe wurde Reisch nicht verurteilt.


Auf engstem Raum warten die Flüchtlinge tagelang darauf, mit der Lifeline in einen Hafen einlaufen zu dürfen.
"Lifeline"-Flüchtlinge in Luxemburg angekommen
15 Migranten mit sudanesischen Wurzeln stellen im Großherzogtum ihren Antrag auf Asyl. Sie wurden am Sonntag auf dem Findel empfangen.

Der Kapitän aus dem bayerischen Landsberg am Lech hatte vergangenen Juni mit dem Schiff „Lifeline“ mehr als 230 Migranten vor der libyschen Küste aus dem Mittelmeer gerettet. 15 von ihnen beantragten später Asyl in Luxemburg. Das Gericht in Valletta erklärte nun, dass Reisch ein nicht ordnungsgemäß registriertes Boot in maltesische Gewässer gesteuert habe.

"Lifeline" geht in Berufung

Lifeline-Sprecher Axel Steier kündigte Berufung an, weil der Kapitän unschuldig sei. „Das Urteil ist hanebüchen. Es ist klar, dass das ein politisches Urteil ist, es hat nichts mit Recht zu tun“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Das Gericht habe zwar das Schiff freigegeben. Weil Mission Lifeline aber in Berufung gehe, bleibe es bis dahin beschlagnahmt.


Das deutsche Seenotrettungsschiff  "Lifeline" liegt im Hafen von Malta, wo es seit Ende Juni festgehalten wird. Die Rettungswesten erinnern an die vorerst letzte Mission der "Lifeline", die Europaweit für Schlagzeilen sorgte.
Die Reportage: Tatenlos in Malta
Im Mittelmeer ertrinken Menschen, aber drei Rettungsschiffe dürfen Malta nicht verlassen. Für die Helfer heißt es: warten. Vor allem die Besatzung der „Lifeline“ ist zum Nichtstun gezwungen.

Nach der Rettung wurde das Schiff, das unter niederländischer Flagge fuhr, tagelang auf hoher See blockiert. Es durfte erst in Malta anlegen, nachdem mehrere EU-Staaten zugesagt hatten, die Flüchtlinge aufzunehmen.

Private Seenotretter sehen hinter den juristischen Ermittlungen eine europaweite politische Kampagne, um die Rettung von Migranten zu erschweren und NGOs zu kriminalisieren.

Seit dem Amtsantritt der populistischen Regierung in Italien vor einem Jahr sind die Häfen dort für private Seenotretter weitestgehend geschlossen. Auch Malta weigerte sich mehrmals gegen die Aufnahme von Migranten von NGO-Schiffen und will eine gerechte Verteilung der Menschen auf alle EU-Staaten.

Seit Beginn des Jahres kamen laut Internationaler Organisation für Migration auf der zentralen Mittelmeerroute in Richtung Italien und Malta mehr als 300 Menschen ums Leben.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

"Lifeline" darf nicht unter vatikanischer Flagge fahren
Im bürokratischen Hickhack um die korrekte Registrierung des Rettungsschiffs "Lifeline" hatten sich dessen Betreiber an den Vatikan gewandt - unter desse Flagge könnten die Retter freier agieren. Doch der Kirchenstaat lehnte ab.
Der Kirchenstaat lehnte einen Antrag auf Eintragung der "Lifeline" in sein Schiffsregister aus formalen Gründen ab, will Menschen in Seenot aber in Gebete einschließen.
Die Reportage: Tatenlos in Malta
Im Mittelmeer ertrinken Menschen, aber drei Rettungsschiffe dürfen Malta nicht verlassen. Für die Helfer heißt es: warten. Vor allem die Besatzung der „Lifeline“ ist zum Nichtstun gezwungen.
Das deutsche Seenotrettungsschiff  "Lifeline" liegt im Hafen von Malta, wo es seit Ende Juni festgehalten wird. Die Rettungswesten erinnern an die vorerst letzte Mission der "Lifeline", die Europaweit für Schlagzeilen sorgte.
Erste Migranten von „Lifeline“ verlassen Malta
Insgesamt haben sich neun Länder bereit erklärt, einige der insgesamt rund 230 Migranten von dem Schiff der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline aufzunehmen. Luxemburg soll 15 der Migranten aufnehmen.
Die ersten 52 der Lifeline-Passagiere haben Frankreich erreicht.
"Lifeline"-Kapitän soll auf Malta vor Gericht
Das "Lifeline"-Drama hat ein juristisches Nachspiel: Nachdem das Rettungsschiff in Malta anlegen durfte, beginnt am Montag der Prozess gegen den Kapitän. Das Schiff sei nicht ordnungsgemäß registriert, so der Vorwurf.
Claus-Peter Reisch wird vorgeworfen, die "Lifeline" nicht ordnungsgemäß registriert zu haben.
„Lifeline“ wartet weiter
Eine Lösung zeichnet sich zwar ab, aber noch harrt das Rettungsschiff „Lifeline“ weiter der Erlaubnis zum Anlegen.
This handout picture taken and released June 25, 2018 by German NGO "Mission Lifeline" off the coast of Malta shows migrants resting on board the Lifeline ship.  
Lifeline, a ship belonging to a German NGO of the same name, is moored about 30 nautical miles off Malta with 234 migrants who were rescued on June 20, including 14 women and four children younger than three. Italy's far-right Interior Minister Matteo Salvini said the ship won't go to Italy.  / AFP PHOTO / Mission Lifeline e. V. / Felix Weiss / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / Mission Lifeline e. V. / Felix Weiss- NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.