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Ein Toter bei Explosion in Chemiebetrieb
International 1 2 Min. 27.07.2021
Leverkusen

Ein Toter bei Explosion in Chemiebetrieb

Ein Polizist steht unweit einer Zufahrt zum Chempark, über dem eine dunkle Rauchwolke aufsteigt. Nach einer Explosion seien Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei aktuell im Großeinsatz, erklärte die Polizei.
Leverkusen

Ein Toter bei Explosion in Chemiebetrieb

Ein Polizist steht unweit einer Zufahrt zum Chempark, über dem eine dunkle Rauchwolke aufsteigt. Nach einer Explosion seien Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei aktuell im Großeinsatz, erklärte die Polizei.
Foto: Oliver Berg/dpa
International 1 2 Min. 27.07.2021
Leverkusen

Ein Toter bei Explosion in Chemiebetrieb

Im Leverkusener Chempark ereignet sich am Morgen eine Explosion. Ein Mitarbeiter ist gestorben, vier weitere bleiben vermisst.

(dpa) - Im Chempark Leverkusen ist es am Dienstagmorgen nach Angaben der Betreiberfirma Currenta aus unbekannter Ursache zu einer Explosion gekommen. Anwohner des Chemiebetriebs wurden aufgefordert, geschlossene Räume aufzusuchen sowie Fenster und Türen geschlossen zu halten. 

Nach der Explosion werden vier Mitarbeiter vermisst. Ein vermisster Mitarbeiter sei inzwischen tot aufgefunden worden, so die Betreiberfirma Currenta am Dienstagmittag. „Wir sind tief betroffen über diesen tragischen Unfall und den Tod eines Mitarbeiters. Unser besonderes Mitgefühl gilt vor allem den Angehörigen, aber auch den Kollegen, die mit ihm zusammengearbeitet haben“, sagte Chempark-Leiter Lars Friedrich. Es seien schwere Stunden, viele Anwohner hätten Angst, berichtete Friedrich bei einem eilig anberaumten Pressetermin am Nachmittag. Nach den vermissten Personen werde mit Hochdruck gesucht. „Wir haben Hoffnung, dass die vier Vermissten noch lebend gefunden werden.“ 

Am Dienstagnachmittag stieg die Zahl der Verletzen auf 31. Fünf von ihnen werden intensivmedizinisch versorgt, wie die Kölner Polizei am Dienstagnachmittag mitteilte. Bisher hatte die Betreiberfirma Currenta des Chemparks die Zahl der Verletzten mit 16 angegeben. Die Identität des Todesopfers ist noch nicht abschließend geklärt. Das sagte Chempark-Leiter Lars Friedrich vor Journalisten. Unter den Verletzten sei bei einer Person „Lebensgefahr real vorhanden“. Der Betroffene sei mit schweren Brandverletzungen in eine Kölner Klinik gebracht worden.

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Nach der Explosion brannte das Tanklager mit Lösungsmitteln stundenlang, ehe das Feuer am Mittag unter Kontrolle und weitgehend gelöscht war. „Die Löscharbeiten mussten warten, bis eine Stromleitung vom Netz getrennt war“, erklärte die Stadt. Sogar die Feuerwehr im rund 60 Kilometer entfernten Dortmund warnte vor möglichen Geruchsbelästigungen.  

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ordnete das Ereignis in dem Chemiepark in die Warnstufe „Extreme Gefahr“ ein. Das Unternehmen Currenta berichtete, Einsatzkräfte der Werksfeuerwehr und Luftmesswagen seien im Einsatz.

Die Auswirkungen der Explosion im Stadtteil Wiesdorf waren laut einer Stadtsprecherin zunächst unklar. „Ausmaß und Ursache der Schadenslage sind aktuell noch nicht bekannt“, erklärte auch die Polizei in einer Mitteilung.

Wegen der größeren Schadenslage wurde die vielbefahrene Autobahn 1 bei Leverkusen gesperrt, wie die Polizei via Twitter mitteilte. Von der Vollsperrung betroffen seien das Autobahnkreuz Leverkusen-West sowie die A1 zwischen dem Autobahnkreuz Leverkusen und Köln-Nord.

Der Chempark ist nach eigenen Angaben einer der größten Chemieparks Europas. An den drei Standorten Leverkusen, Dormagen und Krefeld-Uerdingen sind über 70 Firmen angesiedelt.


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