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Lebenslang für Hauptangeklagten in Pariser Terrorprozess
International 29.06.2022
Salah Abdeslam

Lebenslang für Hauptangeklagten in Pariser Terrorprozess

Salah Abdeslam wurde zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt.
Salah Abdeslam

Lebenslang für Hauptangeklagten in Pariser Terrorprozess

Salah Abdeslam wurde zu einer lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt.
Foto: AFP
International 29.06.2022
Salah Abdeslam

Lebenslang für Hauptangeklagten in Pariser Terrorprozess

Bei einer Anschlagsserie in Paris töteten Islamisten im November 2015 insgesamt 130 Menschen. Nun gibt es Urteile.

(dpa) – Im Prozess um die islamistischen Terroranschläge 2015 in Paris ist der Hauptangeklagte Salah Abdeslam zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein Schwurgericht sprach den 32 Jahre alten Franzosen am Mittwochabend im Pariser Justizpalast schuldig. Abdeslam gilt als einziger Überlebender des damaligen Terrorkommandos. Er soll keine Möglichkeit zur Haftverkürzung vor Ablauf von 30 Jahren bekommen. In Belgien wurde er bereits zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Auch gegen andere Angeklagte gab es lange Haftstrafen. 19 der 20 Angeklagten wurden in allen Punkten schuldig gesprochen.

Neunmonatiger Prozess


This court-sketch made on September 8, 2021 shows Salah Abdeslam, the prime suspect in the November 2015 Paris attacks, standing on the first day of the trial of the November 2015 Paris attacks' taking place in a temporary courtroom set up for the proceedings at the Palais de Justice of Paris - Paris' historic courthouse, on September 8, 2021. - The biggest trial in France's modern legal history begins on September 8, 2021 over the November 2015 attacks on Paris that saw 130 people killed at the Stade de France, bars, restaurants and the Bataclan concert hall. The suicide bombing and gun assault by three teams of jihadists, planned from Syria and later claimed by the Islamic State group, was France's worst post-war atrocity. (Photo by Benoit PEYRUCQ / AFP)
Provokation statt Reue bei Haupttäter der Pariser Anschläge
Unter strengsten Vorkehrungen hat in Paris der Prozess um die Anschläge des 13. November 2015 begonnen - mit islamistischen Parolen.

In dem Prozess im Pariser Justizpalast war mehr als neun Monate lang die Anschlagsserie vom 13. November 2015 aufgerollt worden. An jenem Abend hatten Extremisten in der französischen Hauptstadt binnen weniger Stunden 130 Menschen getötet und 350 weitere verletzt. Sie richteten ein Massaker im Konzertsaal „Bataclan“ an und verbreiteten Terror auch in mehreren Bars und Restaurants. Drei Selbstmordattentäter sprengten sich während eines Fußball-Länderspiels zwischen Deutschland und Frankreich am Stade de France in die Luft.

19 weitere Angeklagte

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) reklamierte die Anschläge später für sich. Die meisten Mitglieder des Terrorkommandos sprengten sich bei den Anschlägen selbst in die Luft. Einer wurde noch am Abend von der Polizei erschossen, weitere starben bei einem Polizeieinsatz wenige Tage später. Die Anschlagsserie sorgte weltweit für Entsetzen. Neben Abdeslam mussten sich in dem Mammutverfahren 19 weitere Angeklagte verantworten. Sechs der Angeklagten wurden in Abwesenheit verurteilt: Einer sitzt in der Türkei in Haft, die fünf anderen sollen in Syrien gestorben sein.


(FILES) In this file photograph taken early November 14, 2015, a French soldier secures the area near La Belle Equipe, Rue de Charonne in Paris, after a series of attacks occurred across Paris as well as explosions outside the national stadium where France was hosting Germany in a friendly football match. - The trial of the November 13, 2015 attacks in France, will start on September 8, 2021, with the 14 defendants present, including Salah Abdeslam, the only surviving member of the commandos who struck Paris and the suburban town of Saint-Denis, killing 131 people and injuring hundreds on the terraces of bars, in the Bataclan theatre, and at the Stade de France. (Photo by PIERRE CONSTANT / AFP)
Frankreichs Terrornacht vor Gericht
Am Mittwoch beginnt in Paris der „Jahrhundertprozess“ um die Anschläge des 13. November 2015. Verantworten muss sich auch der einzige überlebende Attentäter Salah Abdeslam.

Der Prozess mit mehr als 140 Verhandlungstagen wurde weit über Frankreich hinaus verfolgt. Mehrere Wochen zu Beginn des Prozesses waren den Aussagen von Überlebenden und Hinterbliebenen gewidmet, in denen die Horrornacht hundertfach in persönlichen Schicksalen geschildert wurde. Immer wieder fielen Sitzungen aus oder wurden gestrichen, weil sich Angeklagte mit dem Coronavirus infiziert hatten oder nicht vor Gericht erscheinen wollten.

Neben der Frage der individuellen Schuld ging es auch um die Strukturen im Hintergrund. Vieles ließen die Beschuldigten hier allerdings im Vagen. Abdeslam etwa antwortete nur auf einige Fragen und schob Verantwortung von sich. In seiner letzten Wortmeldung nannte er es eine Ungerechtigkeit, sollte er für Mord verurteilt werden.   

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