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Lauter Knall jagt Menschen in Paris Schrecken ein
International 30.09.2020

Lauter Knall jagt Menschen in Paris Schrecken ein

Ein Rafale-Jet der französischen Luftwaffe löste am Mittwoch Schreckmomente aus.

Lauter Knall jagt Menschen in Paris Schrecken ein

Ein Rafale-Jet der französischen Luftwaffe löste am Mittwoch Schreckmomente aus.
Foto: AFP
International 30.09.2020

Lauter Knall jagt Menschen in Paris Schrecken ein

Ein Riesen-Knall über Paris - und der erste Gedanke: Das war eine Explosion. Bei vielen werden Erinnerungen an Terroranschläge der vergangenen Jahre wach. Dann gibt es eine Entwarnung.

Paris (dpa) - Mit einem lauten Knall hat ein Rafale-Kampfjet der französischen Luftwaffe Hunderttausenden Menschen in Paris und Umgebung einen riesigen Schrecken eingejagt. Das Militärflugzeug habe die Schallmauer durchbrochen, um zu einem Linienflugzeug zu gelangen, das die Funkverbindung verloren hatte, teilte Verteidigungsministerin Florence Parly am Mittwoch via Twitter mit.

Viele Menschen dachten zunächst, es handele sich um eine Explosion. Ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichtete von einer Druckwelle im Süden von Paris, die seine Haustür kurzzeitig nach innen gedrückt habe.

Der Knall unterbrach auch die Partie von Dominik Koepfer gegen Stan Wawrinka bei den French Open kurz. Die beiden Tennisspieler standen für einen Moment irritiert auf dem Platz, als das Geräusch zu hören war.

Die Szene weckte Erinnerungen an den Terror am Stade de France im November 2015. Damals waren während des Fußball-Freundschaftsspiels zwischen Deutschland und Frankreich Detonationen zu hören.

Der Kampfjet durchbrach die Schallmauer kurz vor 12 Uhr im Raum Paris. Die Polizei gab bereits kurz darauf Entwarnung und forderte erschreckte Bürger auf, nicht die Notfallleitungen zu blockieren.

Angst vor Terror allgegenwärtig

Ein Sprecher der Luftwaffe sagte dem Nachrichtensender BFMTV und anderen Medien, dass der Rafale-Jet um 11.45 Uhr im ostfranzösischen Saint-Dizier abhob, um als „Himmelspolizei“ zu einem Flugzeug mit fehlender Funkverbindung bei Paris zu gelangen. Dann sei ein zweites Flugzeug im Westen der Hauptstadt in Schwierigkeiten geraten, und der Pilot habe in rund 10 Kilometer Höhe auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt. Beide Zivilflugzeuge konnten demnach ihre Funkverbindung wiederherstellen.


Zu der Attacke war es am Freitag in unmittelbarer Nähe der früheren Büros des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ gekommen.
Verdächtiger gesteht Messerattacke von Paris
Eine brutale Attacke an der Stelle, wo 2015 das schreckliche Attentat auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ stattfand. Kann das Zufall sein? Wohl eher nicht.

Die Angst vor dem Terror ist in Frankreich allgegenwärtig. Erst am Freitag hatte ein Angreifer zwei Menschen mit einem Hackmesser in der Nähe der ehemaligen Redaktionsräume des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ angegriffen und verletzt. Gegen ihn wird wegen Terrorverdachts ermittelt. Frankreichs Regierung warnt immer wieder davor, dass die Terrorgefahr im Land extrem hoch sei.

Auch am Aktienmarkt war ein kurzer Schreck zu spüren. Der französische Leitindex Cac-40 und der deutsche Dax gaben jeweils knapp ein halbes Prozent nach. Als sich die Ursache herausstellte, holten die Indizes ihre Verluste auf.