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Laute Rufe als Rettung: 38 Flüchtlinge in Kühlanhänger in Österreich
International 16.09.2020

Laute Rufe als Rettung: 38 Flüchtlinge in Kühlanhänger in Österreich

Das von der Landespolizeidirektion Niederösterreich zur Verfügung gestellte Foto zeigt einen Kühllastwagen, in dem sich mindestens 38 Migranten befunden haben sollen. Die Personen aus Syrien, dem Irak und der Türkei seien in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Der Kühllastwagen habe keine Möglichkeit zur Belüftung gehabt, wie die Polizei mitteilte.

Laute Rufe als Rettung: 38 Flüchtlinge in Kühlanhänger in Österreich

Das von der Landespolizeidirektion Niederösterreich zur Verfügung gestellte Foto zeigt einen Kühllastwagen, in dem sich mindestens 38 Migranten befunden haben sollen. Die Personen aus Syrien, dem Irak und der Türkei seien in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Der Kühllastwagen habe keine Möglichkeit zur Belüftung gehabt, wie die Polizei mitteilte.
Foto: Landespolizeidirektion Niederös
International 16.09.2020

Laute Rufe als Rettung: 38 Flüchtlinge in Kühlanhänger in Österreich

38 Flüchtlinge überlebten die Fahrt in einem Kühllastwagen nur knapp - der mutmaßliche Schlepper wurde festgenommen.

(dpa/SC) - In Österreich sind mindestens 38 Migranten aus einem Kühllastwagen gerettet worden, nachdem sie durch laute Rufe auf sich aufmerksam gemacht hatten. Wie die Polizei am Mittwoch berichtete, waren die von Schleppern nach Österreich gebrachten Menschen aus Syrien, dem Irak und der Türkei in einem schlechten gesundheitlichen Zustand. Der Kühllastwagen habe keine Möglichkeit zur Belüftung gehabt. Ein 51-jähriger türkischer Staatsbürger, der mutmaßliche Schlepper, sei im Zusammenhang mit dem Fall festgenommen worden.


23.10.2019, Großbritannien, Grays: Polizisten arbeiten im Waterglade Industrial Park, nachdem 39 Leichen in einem LKW-Container im Industriegebiet gefunden wurden. Foto: Stefan Rousseau/PA Wire/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Großbritannien: 39 Leichen in Lastwagen gefunden
Mehrere Dutzend Leichen sind in einem Lkw-Sattelauflieger in England gefunden worden. Das Fahrzeug soll aus Bulgarien kommen.

Die Betroffenen, die pro Person zwischen 6.000 und 8.000 Euro für den Transport gezahlt hatten, berichteten nach Polizeiangaben von Todesangst und Sauerstoffmangel während der Fahrt. Zahlreiche Menschen seien demnach zeitweise ohnmächtig gewesen, eine Person sei kollabiert. Es sei ihnen gelungen, so laut auf sich aufmerksam zu machen, dass der Transporter kurz angehalten habe.

Nach Angaben der Polizei stand der Lastwagen nahe Bruck an der Leitha. Durch Anzeigen mehrerer Bürger war die Polizei bereits vor einer Woche auf den Lastwagen am Rande der Autobahn aufmerksam geworden. Die Zeugen hatten Menschen beobachtet, die von der Ladefläche des Transportes sprangen. Zahlreiche Menschen flüchteten zunächst von der Polizei. Nach einer anschließenden Fahndung mit Einsatz eines Polizeihubschraubers wurden die syrischen, irakischen und türkischen Staatsangehörigen zunächst vorläufig festgenommen und medizinisch versorgt.


71 Tote im Kühllaster: Lebenslänglich für Fahrer und Komplizen
Juristischer Schlusspunkt in einem grausigen Fall von Schlepperkriminalität: 71 Menschen mussten im August 2015 qualvoll sterben, weil den Schleusern ihr Leben nicht viel wert war.

Der Vorfall erinnert an einen ähnlichen Vorfall mit 71 Toten im Jahr 2015 ganz in der Nähe. Damals fanden österreichische Polizisten einen abgestellten Kühllaster in einer Autobahnbucht bei Parndorf an der ungarischen Grenze vor. 67 Erwachsene und vier Kinder waren qualvoll erstickt, der bulgarische Schlepper war geflüchtet. Der Fahrer und vier Komplizen wurden 2019 zu lebenslanger Haft ohne Aussicht auf vorzeitige Entlassung verurteilt. Im Oktober 2019 wurden in einem Lkw-Sattelauflieger in England 39 Leichen gefunden.


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Rekord: Mehr als 400 Migranten überqueren Ärmelkanal
Sie kommen oft aus armen Ländern und hoffen auf ein besseres Leben in Großbritannien: Die Zahl der Migranten, die in Booten die gefährliche Fahrt über den Ärmelkanal antreten, steigt. Nun sind es an einem Tag mehr als im ganzen Jahr 2018.
TOPSHOT - Migrants in a dinghy sail in the Channel toward the south coast of England on September 1, 2020 after crossing from France. - Migrant crossings of the Channel between France and England have hit record numbers, with thousands having arrived in small boats since the beginning of the year. The issue is politically-charged in the UK, with the country's right-wing newspapers decrying the arrivals and many ruling Conservative lawmakers calling for tougher border enforcement. (Photo by Glyn KIRK / AFP)