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Laschet und Merz kandidieren für CDU-Vorsitz
International 2 Min. 25.02.2020

Laschet und Merz kandidieren für CDU-Vorsitz

Jens Spahn (l.) lässt Armin Laschet den Vortritt.

Laschet und Merz kandidieren für CDU-Vorsitz

Jens Spahn (l.) lässt Armin Laschet den Vortritt.
Foto: Michael Kappeler/dpa
International 2 Min. 25.02.2020

Laschet und Merz kandidieren für CDU-Vorsitz

Die Kandidaten wagen sich aus der Deckung: Der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen geht ins Rennen um die Nachfolge von Annegret Kramp-Karrenbauer. Auch Friedrich Merz bewirbt sich um den Parteivorsitz.

(dpa) - Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat in Deutschland seine Kandidatur für den CDU-Vorsitz erklärt. Sollte er gewählt werden, will er Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu seinem Stellvertreter machen, wie er am Dienstag vor der Presse in Berlin mitteilte.

Es geht um die Nachfolge von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer, die nach dem Wirbel um die gescheiterte Regierungsbildung im Bundesland Thüringen Anfang Februar ihren Rückzug angekündigt hatte. Die neue Parteispitze soll bei einem Sonderparteitag am 25. April gewählt werden.

Am Dienstag erklärte auch Ex-CDU/CSU-Fraktionschef Friedrich Merz offiziell seine Kandidatur. Vorige Woche hatte bereits der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen seine Kandidatur angekündigt.

Friedrich Merz (CDU) will es noch einmal wissen.
Friedrich Merz (CDU) will es noch einmal wissen.
Foto: Kay Nietfeld/dpa

Laschet betonte, er habe in den vergangenen Tagen versucht, mehrere Bewerber für den Chefposten einzubinden. „Ich bedauere, dass nicht alle Kandidaten sich diesem Team-Gedanken anschließen konnten“, sagte er - ein Seitenhieb gegen Merz.

Auf die Frage, ob er auch Kanzlerkandidat sein wolle, antwortete Laschet: „Der CDU-Vorsitzende macht mit dem CSU-Vorsitzenden einen Vorschlag, wer Kanzlerkandidat wird, aber für den CDU-Teil ist jedenfalls mit einer Entscheidung auf dem Bundesparteitag klar, wer der CDU-Vorschlag in diesem Gespräch sein wird.“

Spahn unterstützt Laschet

Die CSU ist die bayerische Schwesterpartei der CDU. Im Bundestag bilden beide ein gemeinsame Fraktion. Die nächste Bundestagswahl in Deutschland steht regulär im Herbst 2021 an. Bundeskanzlerin Angela Merkel will nicht wieder kandidieren. 


18.02.2020, Berlin: Norbert Röttgen (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags, spricht bei einer Pressekonferenz. Nach der Rücktritts-Ankündigung der CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer hat Röttgen angekündigt, für den Posten des CDU-Bundesvorsitzenden kandidieren zu wollen. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Erster offizieller CDU-Kandidat: Röttgens Überraschungscoup
Aus der Tiefe des Raums: Wie Norbert Röttgen sich hochoffiziell um den CDU-Vorsitz bewirbt und dabei Merz, Spahn und Laschet ausdribbelt.

Bisher galt auch Spahn als möglicher Aspirant auf die Kramp-Karrenbauer-Nachfolge. „Es kann nur einen Parteichef geben“, sagte dieser nun. Das bedeute auch, dass jemand zurückstehen müsse. Deshalb unterstütze er Laschet bei seiner Kandidatur. „Wir müssen mehr denn je zusammenstehen“, beschwor Spahn seine Parteikollegen.

"Größte Krise unserer Geschichte"

Laschet erklärte, er könne seine Erfahrung als Ministerpräsident aus Nordrhein-Westfalen einbringen, wo es genauso wie im Bund darum gehe, die verschiedenen Interessen von Stadt und Land zu berücksichtigen. In Deutschland und Europa werde im Moment wieder Grundlegendes infrage gestellt. Juden und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte berichteten ihm von Ängsten. In dieser Lage sei es auch wichtig, „Zuversicht“ auszustrahlen.

Spahn sieht seine Partei aktuell „in der größten Krise unserer Geschichte“. Die CDU müsse für einen „weltoffenen Patriotismus“ stehen, forderte er. Es sei zuletzt zu wenig über Inhalte gesprochen worden, zu viel über Personalfragen und über Unterschiede innerhalb der Partei. Laschet kündigte an, er wolle weiterhin Ministerpräsident bleiben.


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