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Landtagswahlen in Ostdeutschland: Erstarken der AfD erwartet
International 01.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Landtagswahlen in Ostdeutschland: Erstarken der AfD erwartet

Rund 5,4 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen.

Landtagswahlen in Ostdeutschland: Erstarken der AfD erwartet

Rund 5,4 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen.
Foto: dpa
International 01.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Landtagswahlen in Ostdeutschland: Erstarken der AfD erwartet

Am Sonntagmorgen haben in den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg und Sachsen die mit Spannung erwarteten Landtagswahlen begonnen.

(dpa) - Der wochenlange Wahlkampf ist beendet, nun wird es ernst: Am Sonntagmorgen haben in den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg und Sachsen die mit Spannung erwarteten Landtagswahlen begonnen. Rund 5,4 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen.


ARCHIV - 29.06.2019, Schleswig-Holstein, Henstedt-Ulzburg: Doris Fürstin von Sayn-Wittgenstein (AfD) nimmt an einer Landes-Mitgliederversammlung Schleswig-Holstein teil. Die Landesvorsitzende der AfD in Schleswig-Holstein, Doris von Sayn-Wittgenstein, muss die Partei verlassen.  Wie ein Parteisprecher am Mittwoch mitteilte, gab das Bundesschiedsgericht dem Antrag des Bundesvorstandes auf Parteiausschluss statt. Foto: Markus Scholz/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
AfD schließt Landesvorsitzende Sayn-Wittgenstein aus der Partei aus
Die 64-Jährige soll einen rechtsextremistischen Verein unterstützt haben.

In beiden Ländern wird mit einem Erstarken der rechtspopulistischen AfD gerechnet. In Brandenburg, wo die Sozialdemokraten seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 den Regierungschef stellen, lag die AfD mit 20 bis 21 Prozent in Meinungsumfragen hauchdünn hinter der SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke. Im seit 1990 CDU-regierten Sachsen hatten die Christdemokraten von Ministerpräsident Michael Kretschmer mit 29 bis 32 Prozent vier bis sieben Punkte Vorsprung.

In den beiden Ländern leben zusammen nur etwa acht Prozent der deutschen Bevölkerung. Wegen der AfD, die in Sachsen und Brandenburg bei der Europawahl Ende Mai stärkste Partei geworden war, stehen sie aber im Zentrum des politischen Interesses. Ende Oktober wird auch in Thüringen gewählt, wo die AfD in Umfragen ebenfalls über 20 Prozent kommt.

„Verlierer der Einheit“

Die erst 2013 gegründete Partei ist in Ostdeutschland stärker als in den westlichen Bundesländern. Nach Ansicht von Sozialwissenschaftlern ist dies auch eine Folge des Umbruchs nach der deutschen Wiedervereinigung 1990. Der Niedergang der ostdeutschen Industrie in der Marktwirtschaft wirkt bis heute nach, die Wirtschaftsleistung ist viel geringer als im Westen, mehr als zwei Millionen Menschen sind abgewandert. Viele der verbliebenen Einwohner fühlen sich als „Verlierer der Einheit“.


ARCHIV - 04.07.2015, Nordrhein-Westfalen, Essen: Der ehemalige Vorsitzende Bernd Lucke winkt  auf dem Parteitag der AfD. Nach seiner gescheiterten Wiederwahl ins Europaparlament kehrt der AfD-Gründer und Wirtschaftswissenschaftler Bernd Lucke an die Hamburger Universität zurück. (zu dpa "AfD-Gründer Bernd Lucke kehrt an Uni Hamburg zurück") Foto: Maja Hitij/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
AfD-Gründer Lucke lehrt wieder an Universität
Nach dem Scheitern seiner Wiederwahl ins Europaparlament kehrt der deutsche AfD-Gründer und Wirtschaftswissenschaftler Bernd Lucke an die Universität Hamburg zurück.

Mit ersten Prognosen zum Wahlausgang wird mit Schließung der Wahllokale um 18.00 Uhr gerechnet. Da mit der AfD keine der anderen Parteien zusammenarbeiten will, dürfte die Regierungsbildung schwieriger werden. Die Koalitionen aus SPD und der Partei Die Linke in Brandenburg und aus CDU und SPD in Sachsen werden nach allen Umfragen ihre parlamentarische Mehrheit verlieren und bräuchten daher einen zusätzlichen Regierungspartner.

Landesweit haben die einst großen Volksparteien CDU und SPD in Deutschland Bindungskraft verloren. Nach der Bundestagswahl 2017 hatten die CDU, ihre bayerische Schwesterpartei CSU und die SPD noch einmal eine „große Koalition“ gebildet. In den Meinungsumfragen hätte diese deutschlandweit schon länger keine Mehrheit mehr. In der SPD, die derzeit mühsam eine neue Führung sucht, gibt es Widerstand gegen die Fortsetzung der Koalition. Die CDU/CSU hat sich in jüngsten Umfragen allerdings wieder verbessert.


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