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Land unter in Japan
 Bereits über 120 Todesopfer sind nach den schweren Unwettern zu beklagen.

Land unter in Japan

AFP
Bereits über 120 Todesopfer sind nach den schweren Unwettern zu beklagen.
International 10.07.2018

Land unter in Japan

Japan wird zurzeit von heftigen Unwettern heimgesucht. Bereits über 120 Opfer sind zu beklagen, Tausende Rettungskräfte sind rund um die Uhr im Einsatz und suchen nach vielen Vermissten.

(dpa) - Die Zahl der Todesopfer bei den heftigen Unwettern in Japan ist weiter gestiegen. Nach japanischen Medienberichten vom Dienstag kamen im Westen des Inselreiches mindestens 126 Menschen ums Leben. Die Überschwemmungen sind damit die schlimmste Naturkatastrophe in Japan seit dem verheerenden Erdbeben und Tsunami im März 2011. Damals waren  mehr als 18.500 Menschen ums Leben gekommen.

Die Region um die Metropole Hiroshima ist besonders von den heftigen Regenfällen betroffen.
Die Region um die Metropole Hiroshima ist besonders von den heftigen Regenfällen betroffen.
Foto: AFP


Die Einsatzkräfte setzten unterdessen die Suche nach Vermissten fort. Zwar haben die extremen Regenfälle in den meisten betroffenen Gebieten vor Tagen aufgehört, doch warnte die nationale Wetterbehörde vor der Gefahr weiterer Erdrutsche. Rund 11.000 Menschen verbrachten auch die Nacht zum Dienstag in Notunterkünften. Insgesamt 54.000 Rettungskräfte sind nach Angaben der Regierung im Einsatz, darunter Soldaten und Polizisten. Besonders betroffen von den starken Regenfällen ist  die Region um die Millionenstadt Hiroshima.


A protester wears a mask during an antinuclear rally in Tokyo Sunday, March 27, 2011. Leaked water in Unit 2 of the Fukushima Dai-ichi plant measured 10 million times higher than usual radioactivity levels when the reactor is operating normally, Tokyo Electric Power Co. spokesman Takashi Kurita told reporters in Tokyo. (AP Photo/Itsuo Inouye)
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Die schweren Unwetter haben auch politische Konsequenzen: Die Unterzeichnung des neuen Freihandelsabkommens zwischen der EU und Japan ist verschoben worden. Das für diesen Mittwoch in Brüssel geplante Gipfeltreffen soll nun am Dienstag kommender Woche in Tokio stattfinden. Das von der EU mit Japan geplante Freihandelsabkommen wird das größte sein, das die EU jemals abgeschlossen hat. Es soll Zölle und andere Handelshemmnisse abbauen, um das Wachstum anzukurbeln und neue Jobs zu schaffen. Japan ist nach den USA und China die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt.

Entspannung ist derweil noch nicht in Sicht: Taifun „Maria“ bewegt sich von Süden in Richtung Japan. Der Sturm wirbelt nach Angaben japanischer Meteorologen Böen mit Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 252 Kilometer pro Stunde. Die Behörden warnten vor hohen Wellen und starkem Wind auf der südlichen Inselkette Okinawa.


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