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Lage auf spanischem Rettungsschiff „außer Kontrolle“
International 20.08.2019

Lage auf spanischem Rettungsschiff „außer Kontrolle“

Beamte der Guardia di Financa bringen einen Geflüchteten in den Hafen von Lampedusa.

Lage auf spanischem Rettungsschiff „außer Kontrolle“

Beamte der Guardia di Financa bringen einen Geflüchteten in den Hafen von Lampedusa.
Foto: dpa
International 20.08.2019

Lage auf spanischem Rettungsschiff „außer Kontrolle“

Mehrere Migranten sprangen am Dienstag ins Wasser und versuchten, die italienische Insel Lampedusa schwimmend zu erreichen.

2018 sind insgesamt 2.277 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer ertrunken, so die Zahlen des UNHCR. Bis Anfang August 2019 waren es 840.
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(dpa) - Die Lage auf dem spanischen Rettungsschiff „Open Arms“ gerät außer Kontrolle. Mehrere Migranten sprangen am Dienstag ins Wasser und versuchten, die italienische Insel Lampedusa schwimmend zu erreichen. Neun Menschen seien ins Meer gesprungen, twitterte die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms. Die Besatzung und die italienische Küstenwache versuchten, sie in Sicherheit zu bringen.

Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, einige Migranten seien von der Küstenwache bei starkem Wellengang gerettet und an Land gebracht worden. Dort seien sie von Ärzten betreut worden.

Das Schiff «Open Arms» der Hilfsorganisation Proactiva Open Arms wartet nahe der Insel, an deren Strand Badegäste ihre Liegen aufgestellt haben. I
Das Schiff «Open Arms» der Hilfsorganisation Proactiva Open Arms wartet nahe der Insel, an deren Strand Badegäste ihre Liegen aufgestellt haben. I
Foto: dpa

Das Schiff ist seit fast drei Wochen auf dem Meer unterwegs und hatte zuletzt noch etwa 90 Menschen an Bord. Wie viele insgesamt ins Wasser sprangen, war zunächst unklar.

Die Regierung in Madrid hatte dem Schiff den nächstgelegenen spanischen Hafen angeboten - jedoch sah sich die NGO nicht in der Lage, in der prekären Lage an Bord noch tagelang quer über das Mittelmeer zu fahren. Italien hatte angeboten, die Migranten mit einem Schiff ihrer Küstenwache nach Spanien zu fahren.


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Die spanische Regierung kündigte eine Lösung in den „nächsten Stunden“ an, sagte Verteidigungsministerin Margarita Robles am Dienstagmorgen. Wie genau diese Lösung aussehen solle, ließ sie offen. Angesichts der humanitären Notlage an Bord dürfe niemand wegschauen, sagte Robles weiter. Der italienische Innenminister Matteo Salvini kümmere sich nicht um Menschenleben, sondern nur um seinen Wahlkampf.

Schon bevor klar war, wie die Lösung Spaniens aussehen wird, teilte Salvini mit: „Spanische NGO, spanisches Schiff, spanischer Hafen: richtig so. Die italienische Kohärenz und die Standhaftigkeit zahlen sich aus, wir sind nicht länger das Flüchtlingslager Europas.“


TOPSHOT - One of the twenty-seven unaccompanied minors aboard the Guardia di Finanza boat arrive at Italian island of Lampedusa on August 17, 2019 after being evacuated off the Spanish migrant NGO rescue ship Open Arms, moored off the coast of the island. - Twenty-seven unaccompanied minors have been authorised to leave a migrant rescue vessel in limbo off Italy, the Spanish charity operating the ship said. Italian Far-right Interior Minister Matteo Salvini wrote in a letter to Prime Minister Giuseppe Conte that he could authorise the "alleged" minors to leave the Open Arms ship despite such a move being "divergent to my orientation." (Photo by Alessandro SERRANO / AFP) / Italy OUT
Lage auf der „Open Arms“ eskaliert
Der Kapitän der „Open Arms“ hatte vor einer tickenden Zeitbombe gewarnt - nun haben erste Migranten auf dem Schiff die Nerven verloren. Nach zweieinhalb Wochen auf See sprangen sie ins Meer, um Land zu erreichen.

Obwohl die „Open Arms“ seit Tagen direkt vor Lampedusa liegt und sich mehrere EU-Staaten zur Aufnahme der Menschen bereiterklärt hatten, will Salvini die Menschen weiter nicht an Land lassen. „Das, was Salvini im Zusammenhang mit Open Arms macht, ist eine Schande für die gesamte Menschheit“, sagte Robles.   


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