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Kundgebung gegen Antisemitismus in Frankreich
International 07.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Paris-Créteil

Kundgebung gegen Antisemitismus in Frankreich

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve versteht die Beunruhigung und die Sorge der jüdischen Bevölkerung Frankreichs.
Paris-Créteil

Kundgebung gegen Antisemitismus in Frankreich

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve versteht die Beunruhigung und die Sorge der jüdischen Bevölkerung Frankreichs.
AFP
International 07.12.2014 Aus unserem online-Archiv
Paris-Créteil

Kundgebung gegen Antisemitismus in Frankreich

Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hat nach einem neuen brutalen Angriff auf Juden zu einem nationalen Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus aufgerufen.

(dpa) - Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve hat nach einem neuen brutalen Angriff auf Juden zu einem nationalen Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus aufgerufen. Bei einer Kundgebung gegen die steigende Zahl antijüdischer Vorfälle sagte Cazeneuve am Sonntag in Créteil bei Paris, er verstehe die Beunruhigung und die Sorge, die durch die jüdische Gemeinde in Frankreich gingen.

Der Antisemitismus sei zu einer „sozialen Krankheit“ geworden, sagte Cazeneuve vor Hunderten Kundgebungsteilnehmern. Nachdem die Übergriffe und Bedrohungen von Juden in den ersten zehn Monaten des Jahres um über 100 Prozent zugenommen hätten, müssten alle Institutionen und gesellschaftlichen Gruppen den Kampf gegen Antisemitismus gemeinsam führen.

Juden fühlen sich bedroht

Der Präsident des jüdischen Dachverbandes, Roger Cukierman, sagte, die Juden in Frankreich fühlten sich bedroht. Manche verließen das Land. 

Nach einem äußerst brutalen Überfall auf ein jüdisches Paar in dem Pariser Vorort hatten mehrere Organisation zu der Kundgebung aufgerufen. Die Attacke hatte in Frankreich Abscheu ausgelöst.

Drei vermummte Männer waren am Montag bewaffnet in die Wohnung des Paares eingedrungen, hatten die beiden dort festgehalten, die junge Frau vergewaltigt und Wertgegenstände an sich genommen. Sie erwähnten ausdrücklich die religiöse Zugehörigkeit des Paares.

Mitte der Woche hat die Pariser Staatsanwaltschaft gegen zwei der mutmaßlichen Täter und einen Komplizen wegen Gewalttaten mit antisemitischem Hintergrund Ermittlungen eingeleitet.


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