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Krise im Jemen: Separatisten im Süden nehmen Aden ein
International 26.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Krise im Jemen: Separatisten im Süden nehmen Aden ein

 Die Separatisten des sogenannten Südlichen Übergangsrats (STC) brachen das Friedensabkommen und nahmen die Hafenstadt Aden vollständig unter Kontrolle.

Krise im Jemen: Separatisten im Süden nehmen Aden ein

Die Separatisten des sogenannten Südlichen Übergangsrats (STC) brachen das Friedensabkommen und nahmen die Hafenstadt Aden vollständig unter Kontrolle.
Foto: AFP
International 26.04.2020 Aus unserem online-Archiv

Krise im Jemen: Separatisten im Süden nehmen Aden ein

Im Winter gab es noch Hoffnungen, dass die Wogen zwischen der Regierung des Jemen und den Separatisten im Süden sich glätten. Jetzt heizt sich ihr simmernder Konflikt wieder an. Und der eigentlich gemeinsame Kampf gegen die Huthi-Rebellen wird noch schwieriger.

(dpa) - Im Jemen spitzt sich die Krise zwischen der Regierung und den Separatisten im Süden des Landes wieder zu. Die Separatisten des sogenannten Südlichen Übergangsrats (STC) brachen mit einem zuvor ausgehandelten Friedensabkommen und nahmen die Hafenstadt Aden vollständig unter Kontrolle. Der STC rief am späten Samstagabend den Notstand aus und erklärte, die strategisch wichtige Stadt am Golf von Aden ab sofort selbst zu verwalten. Die Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi warnte daraufhin vor „katastrophalen Folgen“.


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Die Separatisten und die Hadi-Regierung kämpfen im Land eigentlich gemeinsam gegen die schiitischen Huthi-Rebellen. Diese hatten den Jemen 2014 überrannt. Trotz des gemeinsamen Feindes deuteten sich aber zunehmende Brüche im Bündnis an. Schon im Sommer waren Rufe der Separatisten, sich erneut vom Norden abzuspalten, wieder lauter - der Nord- und Südjemen hatten sich erst 1990 zu einem Staat zusammengeschlossen. Die Hadi-Regierung hat in Aden vorübergehend ihren Sitz, seit die Huthis sie aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben.

Interner Konflikt

Schon vergangenen August wurde der interne Konflikt deutlich, als STC-Einheiten Aden einnahmen und die Regierung von dort vertrieben. Experten warnten seinerzeit vor einem „Bürgerkrieg im Bürgerkrieg“. Im November einigten sich beide Seiten zwar auf einen Friedensplan. Danach sollte die Regierung unter anderem zurück nach Aden ziehen und die Separatisten in die regulären Streitkräfte eingegliedert werden.


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Beide Seiten warfen sich nun vor, Details des in Riad geschlossenen Abkommens nicht oder nicht zügig genug umgesetzt zu haben. Der STC werde verantwortlich sein für die „gefährlichen und katastrophalen Folgen“ der angekündigten Selbstverwaltung von Aden, schrieb der jemenitische Außenminister Mohammed al-Hadrami bei Twitter.

Der Konflikt zeigt auch Brüche im Bündnis aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, die 2015 gemeinsam Angriffe gegen die Huthis begannen. Beide Staaten verfolgen unterschiedliche Interessen im Jemen: Saudi-Arabien unterstützt die Hadi-Regierung und will die vom Iran unterstützten Huthis im Nordjemen zurückdrängen, die von dort mit Raketen und Drohnen immer wieder in Saudi-Arabien angreifen. Die Emirate wollen dagegen den Hafen von Aden und den dortigen Wasser- und Handelsweg kontrollieren. Sie unterstützen die Separatisten im Süden.     

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