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Krieg in der Ostukraine: Ukraine und Separatisten tauschen Gefangene aus
International 27.12.2017 Aus unserem online-Archiv

Krieg in der Ostukraine: Ukraine und Separatisten tauschen Gefangene aus

Am Frontübergang Majorsk kamen die Busse mit den freigelassenen Gefangenen an.

Krieg in der Ostukraine: Ukraine und Separatisten tauschen Gefangene aus

Am Frontübergang Majorsk kamen die Busse mit den freigelassenen Gefangenen an.
Foto: AFP
International 27.12.2017 Aus unserem online-Archiv

Krieg in der Ostukraine: Ukraine und Separatisten tauschen Gefangene aus

Michel THIEL
Michel THIEL
Im Krieg in der Ostukraine habe beide Seiten Gefangene gemacht. Eigentlich stehen sie seit 2015 in der Pflicht, diese wieder freizulassen. Nun ist erstmals ein großer Schritt gemacht worden.

(dpa) - Im Kriegsgebiet Ostukraine haben die Kiewer Führung und die prorussischen Separatisten kurz vor Neujahr erstmals Hunderte Gefangene ausgetauscht. Schauplatz war nach Medienberichten der ukrainisch kontrollierte Frontübergang Majorsk nahe der Separatistenstadt Horliwka.

Insgesamt ließ die ukrainische Seite am Mittwoch 237 Gefangene frei, die sogenannten Volksrepublik Donezk und Luhansk ermöglichten 73 Gefangenen die Rückkehr auf Kiewer Gebiet. „Das ist ein frohes Ereignis, auf das Hunderte Familien gewartet haben“, sagte der frühere ukrainische Präsident Leonid Kutschma, einer der Kiewer Unterhändler.

Beide Seiten warfen einander aber vor, weiter Gefangene festzuhalten. Die Minsker Friedensregelung von 2015 sieht eigentlich eine bedingungslose Freilassung aller Gefangenen vor.

Dem Austausch waren monatelange Verhandlungen vorausgegangen, in die auch der Kreml und die orthodoxe Kirche in Russland eingeschaltet waren. Vereinbart war die Freilassung von 306 Gefangenen aus der Ukraine und 74 aus den Separatistengebieten, tatsächlich waren es aber weniger.

Auf Kiewer Seite hätten mehr als 40 Separatistenkämpfer, die auf der Liste standen, ihre Strafe schon verbüßt und seien freigelassen worden. Einige Gefangene der Ukraine wollten auch nicht zu den Separatisten zurückkehren. Sie sollten das aber bei dem Austausch vor Vertretern des Roten Kreuzes bezeugen. Ein Ukrainer wollte auf Donezker Seite bleiben.

In der Ostukraine kämpft die Regierungsarmee seit 2014 gegen Separatisten, hinter denen die russische Militärmacht steht. Nach Zählung der Vereinten Nationen sind in dem Krieg im Osten Europas bereits 10 300 Menschen umgekommen. Bislang haben die Konfliktparteien nur vereinzelt Gefangene ausgetauscht.


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