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Kremlpartei liegt nach Prognosen vorn
International 2 Min. 19.09.2021
In Russland

Kremlpartei liegt nach Prognosen vorn

Noch sind nicht alle Ergebnisse ausgezählt.
In Russland

Kremlpartei liegt nach Prognosen vorn

Noch sind nicht alle Ergebnisse ausgezählt.
Foto: AFP
International 2 Min. 19.09.2021
In Russland

Kremlpartei liegt nach Prognosen vorn

Ersten Schätzungen zufolge bleibt die Kremlpartei Geeintes Russland die stärkste Kraft.

(dpa) - Bei der Wahl der neuen Staatsduma hat sich die Kremlpartei Geeintes Russland nach Prognosen als stärkste Kraft behauptet. Bei Nachwahlbefragungen kam die Machtbasis des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf 45,2 Prozent der Stimmen, wie das Staatsfernsehen am Sonntagabend meldete. Die regierende Partei hatte bisher die absolute Mehrheit. Die Kommunisten erhielten demnach 21 Prozent. Es handelte sich um Umfrageergebnisse bei Wählern nach der Stimmabgabe und nicht um Ergebnisse.

Vertreten waren im Parlament mit den 450 Abgeordneten bisher auch die rechtspopulistische Partei LDPR des Ultranationalisten Wladimir Schirinowski und die Partei Gerechtes Russland. Die LDPR landete bei 8,7 Prozent in den Wählerbefragungen, Gerechtes Russland bei 7,9 Prozent. Sie alle gelten als systemtreue Parteien. Es war unklar, ob eine fünfte Kraft den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffte.

Auszählung läuft

Nach Schließung der letzten Wahllokale läuft bei der Parlamentswahl in Russland die Auszählung der Stimmen. Bis Sonntagabend um 20 Uhr Luxemburger Zeit konnten die Wähler noch in der Ostseeregion Kaliningrad abstimmen. Im äußersten Osten des Landes und Sibirien sind die Wahllokale bereits seit Stunden geschlossen. Russland hat elf Zeitzonen. Mit belastbaren Ergebnissen wurde für die späteren Abendstunden gerechnet.


Im Osten haben die Lokale bereits geschlossen. In anderen Teilen Russlands wird noch gewählt.
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Nach drei Wahltagen haben die ersten Lokale in Russland ihre Türen geschlossen. Die Auszählungen beginnen.

Für Präsident Wladimir Putin gilt die dreitägige Abstimmung zur neuen Staatsduma als ein wichtiger Stimmungstest. Die Kremlpartei Geeintes Russland ist seine Machtbasis.

„Auf Grundlage der ersten Ergebnisse sehen wir, dass Geeintes Russland kein Monopol hat. Das ist schon mal gut“, sagte Iwan Schdanow, ein Vertrauter des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny. Sein Team hatte zur Protestwahl gegen Geeintes Russland aufgerufen, um deren Machtmonopol in der Staatsduma und in den Regionalparlamenten zu brechen. 

Hunderte Verstöße gemeldet

Bei den Behörden sind mindestens 750 Beschwerden über Verstöße eingegangen. Das teilte das Innenministerium am Sonntagabend der Agentur Interfax zufolge mit. Es gebe aber keinerlei Informationen über schwerwiegende Verstöße, die die Abstimmung beeinträchtigen könnten.


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Dagegen haben die unabhängigen Beobachter der Organisation Golos landesweit Tausende Unregelmäßigkeiten aufgelistet. Sie sind meist mit Foto- und Videoaufnahmen festgehalten. In mehreren Regionen sei es zudem zu „massiven Verletzungen“ der Rechte etwa von Beobachtern und Kandidaten gekommen. Die auf drei Tage angesetzte Wahl habe den „Spielraum für Verstöße erheblich erweitert“, teilte Golos mit.

14 Parteien stellten sich zur Wahl der neuen Staatsduma. Die Wahlbeteiligung wurde mit mehr als 45 Prozent bis zum frühen Abend angegeben.

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