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Kremlgegner Nawalny: Kehre am Sonntag nach Moskau zurück
International 13.01.2021

Kremlgegner Nawalny: Kehre am Sonntag nach Moskau zurück

Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny.

Kremlgegner Nawalny: Kehre am Sonntag nach Moskau zurück

Der russische Oppositionsführer Alexej Nawalny.
Foto: AFP
International 13.01.2021

Kremlgegner Nawalny: Kehre am Sonntag nach Moskau zurück

Lange war offen, wann der vergiftete Kremlgegner Nawalny in seine Heimat zurückkehrt. Die russischen Behörden ermitteln gegen ihn und wollen ihn ins Gefängnis stecken. Der Oppositionsführer lässt sich davon nicht einschüchtern.

(dpa) - Der Kremlgegner Alexej Nawalny will nach seiner Vergiftung an diesem Sonntag nach Moskau zurückkehren. Er lande am 17. Januar mit einer Maschine der russischen Fluggesellschaft Pobeda, teilte er im Kurznachrichtendienst Twitter am Mittwoch mit. Er hält sich nach dem Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok seit August zur Heilung in Deutschland auf. Die Frage einer Rückkehr habe sich für ihn nie gestellt, weil er Russland nie selbst verlassen habe, schrieb der 44-Jährige. „Ich bin in einer Wiederbelebungskiste in Deutschland angekommen“, meinte er mit Blick auf sein mehrwöchiges Koma nach dem Anschlag in Russland.


Alexej Nawalny bei einer Demonstration im Februar 2020.
Recherchen: Acht Agenten sollen hinter Anschlag auf Nawalny stecken
Der russische Oppositionelle soll bereits 2017 im Visier der acht Mitarbeiter des russischen Geheimdienstes gestanden haben. Das berichtet der "Spiegel".

Nawalny hatte sich in Deutschland zuletzt noch zu einer Reha-Maßnahme aufgehalten. Er macht für den Giftanschlag mit einem chemischen Kampfstoff der Nowitschok-Gruppe im vergangenen August ein unter dem Befehl von Kremlchef Wladimir Putin agierendes „Killerkommando“ des Inlandsgeheimdienstes FSB verantwortlich. Russland bestreitet eine Verwicklung in den Fall und verlangt etwa von Deutschland Beweise für eine Vergiftung. Erst dann wolle man Ermittlungen einleiten.

Zuletzt hatten die russischen Behörden den Druck auf Nawalny erhöht. Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass die Strafvollzugsbehörde den Oppositionellen wegen angeblich nicht erfüllter Bewährungsauflage ins Gefängnis bringen möchte. Ein entsprechender Antrag wurde bei einem Moskauer Gericht gestellt.

Ich bin in einer Wiederbelebungskiste in Deutschland angekommen.

Alexej Nawalny

Die Behörde hatte Nawalny kurz vor dem Jahreswechsel schriftlich aufgefordert, Auflagen einer früheren Strafe zu erfüllen und sich bei den russischen Behörden persönlich zu melden. Ansonsten drohe eine Inhaftierung. In dem Fall geht es um eine Verurteilung aus dem Jahr 2014. Nawalny schrieb dazu, die Bewährungsstrafe habe bereits am 30. Dezember vergangenen Jahres geendet.


(COMBO) This combination of pictures created on October 1, 2020 shows Russian opposition leader Alexei Navalny (L, on January 16, 2018 in Moscow) and Russian President Vladimir Putin (on July 4, 2019 in Rome). - Russian opposition leader Alexei Navalny has accused President Vladimir Putin of being behind his poisoning, in his first interview published since he left the German hospital where he was treated. "I assert that Putin is behind this act, I don't see any other explanation," he told the German weekly Der Spiegel, which published extracts from the interview on its website Thursday, October 1, 2020. (Photos by Mladen ANTONOV and Tiziana FABI / AFP)
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Zudem gibt es Ermittlungen gegen den Regierungskritiker wegen angeblichen Betrugs. Das russische Ermittlungskomitee warf ihm vor, mit anderen Personen Spenden von umgerechnet 3,9 Millionen Euro an seinen Fonds zur Bekämpfung von Korruption für „persönliche Zwecke„ verwendet haben - etwa für den Kauf von Eigentum und die Finanzierung von Urlaub. Nawalny wies das zurück. Der Putin-Gegner hatte stets erklärt, er wolle seine Arbeit in Russland fortsetzen.


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