Kremlchef Putin: "Wollen keinen Keil in die EU treiben"
(dpa) - Kremlchef Wladimir Putin hat Befürchtungen der EU zurückgewiesen, Russland könne mit guten Beziehungen zu Griechenland die Europäische Union spalten wollen.
Russland habe nicht vor, ein einzelnes Mitglied der EU auszunutzen, sagte Putin nach einem Gespräch mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras am Mittwoch in Moskau. Russland sei für eine offene und vertrauliche Zusammenarbeit mit der ganzen EU.
Tsipras gilt als Kritiker der harten Linie Brüssels gegen Moskau in der Ukraine-Krise. Die EU-Kommission hatte ihn vor einem Abweichen von der gemeinsamen Russland-Politik gewarnt. Kremlchef Wladimir Putin hat dem schuldengeplagten Griechenland Kredite für große Infrastrukturprojekte in Aussicht gestellt.
Kredite möglich
Zwar habe die Regierung in Athen keine Finanzhilfe bei Russland beantragt, doch seien Kredite für konkrete Projekte möglich, sagte Putin nach einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras am Mittwoch in Moskau.
Unter anderem sprachen die beiden über eine Beteiligung Griechenlands an der geplanten russischen Gaspipeline Turkish Stream, die russisches Gas durch das Schwarze Meer nach Südosteuropa pumpen soll.
Der Kremlchef und der linke griechische Regierungschef haben nach ihren Verhandlungen in Moskau mehrere Abkommen unterzeichnet. Unter anderem vereinbarten sie am Mittwoch einen gemeinsamen Aktionsplan für die Jahre 2015 und 2016.