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Krebskranker McCain verzichtet auf weitere medizinische Behandlung
International 2 Min. 24.08.2018 Aus unserem online-Archiv

Krebskranker McCain verzichtet auf weitere medizinische Behandlung

John McCain gilt als Abweichler innerhalb der republikanischen Partei.

Krebskranker McCain verzichtet auf weitere medizinische Behandlung

John McCain gilt als Abweichler innerhalb der republikanischen Partei.
Foto: AFP
International 2 Min. 24.08.2018 Aus unserem online-Archiv

Krebskranker McCain verzichtet auf weitere medizinische Behandlung

Er ist ein Kriegsheld, ein unbeugsamer Politiker und einer der führenden Kritiker von Donald Trump. Der schwer kranke Senator John McCain entscheidet sich gegen eine weitere Behandlung. Die Bestürzung in den USA ist groß.

(dpa) - Der an Krebs erkrankte US-Senator John McCain verzichtet auf eine weitere medizinische Behandlung. McCain habe sich aufgrund des fortgeschrittenen Krankheitsverlaufes zu diesem Schritt entschieden, teilte seine Familie am Freitag in einer Erklärung mit. Die Nachricht löste über Parteigrenzen hinweg Bestürzung aus.

Der 81-jährige Republikaner leidet an einem äußerst aggressiven Hirntumor. Ärzte hatten das Geschwulst im Juli 2017 entdeckt, als sich der Ex-Präsidentschaftskandidat wegen eines Blutgerinnsels über dem Auge einer Operation unterziehen musste.

McCain ist einer der führenden Kritiker von US-Präsident Donald Trump unter den Republikanern und hatte sich auch in den vergangenen Monaten oft zu Wort gemeldet. So attestierte er Trump wegen dessen Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin Inkompetenz.

Trump hat sich zuletzt bei Wahlkampfauftritten immer wieder abfällig über den schwerkranken Senator geäußert - allerdings ohne ihn beim Namen zu nennen. Bei einer Rede in Florida etwa ahmte Trump nach, wie McCain im vergangenen Jahr gegen einen Gesetzentwurf seiner eigenen Partei gestimmt hatte, der die Krankenversicherung „Obamacare“ in Teilen abgeschafft hätte. Diese Entscheidung des Senators missfiel Trump zutiefst.


Senator John McCain lieferte die entscheidene "Nein"-Stimme.
McCain stimmt mit "Nein"
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Trump hatte McCain schon im Wahlkampf verspottet. Im Juli 2015 behauptete er, er sei kein Kriegsheld, weil er während des Vietnam-Krieges gefangen genommen worden sei. „Ich mag Leute, die nicht gefangen genommen worden sind“, erklärte Trump damals.

McCain war als Pilot der US-Navy in Vietnam in Gefangenschaft geraten und von den Vietcong gefoltert worden. Als Politiker hat er sich immer wieder gegen Folter ausgesprochen. Er warb zudem dafür, dass das umstrittene Gefangenenlager Guantánamo geschlossen wird.

McCain ist seit 30 Jahren Senator und hat sich im Laufe der Zeit den Ruf eines „Mavericks“ erworben - eines Mannes, der der Parteiräson nicht immer folgt und auch unbequeme Meinungen vertritt. Er zählt zu den prominentesten Mitgliedern des US-Kongresses und hat sich über die Parteigrenzen hinweg große Achtung erworben. 2008 trat er als Präsidentschaftskandidat der Republikaner an, verlor die Wahl aber gegen Barack Obama.

Politiker aus beiden Parteien reagierten traurig auf die Nachricht, dass der 81-Jährige sich gegen eine weitere Behandlung entschieden hat. Ex-Außenminister John Kerry schrieb auf Twitter: „Gott segne John McCain, seine Familie und alle, die ihn lieben - ein tapferer Mann, der uns einmal mehr zeigt, was die Worte Anmut und Charakterstärke wirklich bedeuten“.

Der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, erklärte: „Wir können uns glücklich schätzen, ihn unseren Freund und Kollegen zu nennen“.

McCain hat sieben Kinder. Seine Frau Cindy schrieb am Freitag auf Twitter: „Ich liebe meinen Mann von ganzem Herzen. Gott segne jeden, der sich auf dieser Reise um meinen Mann gekümmert hat“.


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