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Kramp-Karrenbauer verzichtet auf Kanzlerkandidatur
International 10.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Kramp-Karrenbauer verzichtet auf Kanzlerkandidatur

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) wechselte im Frühjahr 2018 aus dem Saarland nach Berlin.

Kramp-Karrenbauer verzichtet auf Kanzlerkandidatur

Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) wechselte im Frühjahr 2018 aus dem Saarland nach Berlin.
Foto: Michael Kappeler/dpa
International 10.02.2020 Aus unserem online-Archiv

Kramp-Karrenbauer verzichtet auf Kanzlerkandidatur

Annegret Kramp-Karrenbauer sollte Angela Merkel als deutsche Regierungschefin nachfolgen. Doch nun macht die CDU-Chefin einen Rückzieher.

(dpa/jt) - CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer verzichtet auf eine Kandidatur als Kanzlerkandidatin. Das habe Kramp-Karrenbauer am Montag im CDU-Präsidium mitgeteilt, erklärte ein CDU-Sprecher in Berlin. Die 57-Jährige will auch den Parteivorsitz zurücklegen. 

Als Gründe für ihren Rücktritt nannte sie das unklare Verhältnis ihrer Partei gegenüber der AfD und der Linken. Sie sei strikt gegen eine Zusammenarbeit mit den beiden Parteien. Wegen der gescheiterten Ministerpräsidentenwahl im Bundesland Thüringen hatte es zuletzt Kritik am Verhalten der CDU gegeben. 

Nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert will Kramp-Karrenbauer auch nach ihrem angekündigten Rückzug vom Parteivorsitz Verteidigungsministerin bleiben. „Die Bundeskanzlerin unterstützt es aus vollem Herzen, dass Frau Kramp-Karrenbauer Verteidigungsministerin bleibt“, fügte er am Montag hinzu. 


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Vergewaltigte Demokratie
In Thüringen haben CDU und FDP der AfD eine Steilvorlage geliefert, sich als bürgerliche Partei zu inszenieren und der Demokratie geschadet. Auf Luxemburg bezogen kann dies nur eine Konsequenz haben.

Die nächste Bundestagswahl steht in Deutschland regulär erst im Herbst 2021 an. Kramp-Karrenbauer, die fast sieben Jahre lang Ministerpräsidentin im Saarland war, hatte Ende 2018 den Parteivorsitz von Bundeskanzlerin Angela Merkel übernommen. Sie wurde für zwei Jahre gewählt, eine Neuwahl des CDU-Vorstandes steht beim Bundesparteitag Ende dieses Jahres an. 2019 beerbte sie Ursula von der Leyen als Verteidigungsministerin, nachdem diese zur Präsidentin der EU-Kommission gewählt wurde. 

Merkel, die Deutschland seit 2005 regiert, will bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr kandidieren.




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