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Korruptionsprozess: Bewährungsstrafe für Ex-FPÖ-Chef Strache
International 27.08.2021
Österreich

Korruptionsprozess: Bewährungsstrafe für Ex-FPÖ-Chef Strache

Der Angeklagte Heinz-Christian Strache, ehemaliger Vizekanzler von Österreich, vor Prozessbeginn im großen Schwurgerichtssaal im Landesgericht Wien.
Österreich

Korruptionsprozess: Bewährungsstrafe für Ex-FPÖ-Chef Strache

Der Angeklagte Heinz-Christian Strache, ehemaliger Vizekanzler von Österreich, vor Prozessbeginn im großen Schwurgerichtssaal im Landesgericht Wien.
Foto: Georg Hochmuth/APA/dpa
International 27.08.2021
Österreich

Korruptionsprozess: Bewährungsstrafe für Ex-FPÖ-Chef Strache

Der sogenannte Ibiza-Skandal hat handfeste juristische Folgen. Das Wiener Landesgericht ist überzeugt, dass der frühere österreichische Vizekanzler bestechlich war. Der Populist ist an einem Tiefpunkt seiner Karriere angelangt.

(dpa) - Der frühere österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache ist der Bestechlichkeit schuldig gesprochen worden. Das Wiener Landesgericht verurteilte den 52-Jährigen am Freitag zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten auf Bewährung. 

In dem Prozess ging es um Gesetzeskauf: Laut Anklage hatte Strache dem befreundeten Eigentümer einer Privatklinik zu einer vorteilhaften Gesetzesänderung verholfen. Im Gegenzug sollen Spenden an die rechte FPÖ geflossen sein, deren Vorsitzender Strache damals war.


23.01.2020, Österreich, Wien: Heinz-Christian Strache, ehemaliger Vorsitzender der FPÖ in Österreich, spricht beim Neujahrstreffen der "Allianz für Österreich" (DAÖ) in den Sofiensälen. Knapp vier Monate nach seinem Abschied von der politischen Bühne bereitet Strache sein Comeback vor. Foto: Hans Klaus Techt/APA/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Er ist wieder da: Strache bereitet Comeback vor
Strache stand als Vize-Kanzler und Parteichef fast ganz oben. Dann folgten durch das Ibiza-Video der tiefe Fall und gar der Rauswurf aus der FPÖ. Jetzt ist er wieder da.

Der Freund Straches wurde wegen Bestechung zu zwölf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die beiden Angeklagten hatten vor Gericht bis zuletzt die Vorwürfe bestritten. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Im Zentrum des Prozesses standen die Bemühungen des Unternehmers, mit seiner Wiener Schönheitsklinik Zugang zum staatlichen Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds zu erhalten. Eine Aufnahme in den Fonds erleichtert die Verrechnung von medizinischen Leistungen. Der Mann spendete der FPÖ, die damals noch in der Opposition war, 2016 und 2017 insgesamt 12.000 Euro. Außerdem lud er Strache auf die Insel Korfu ein. Die Klinik bekam schließlich 2018 Zugang zu dem Fonds, nachdem Strache Vizekanzler geworden war.


Rücktritt von Österreichs Vizekanzler Strache nach Videoaffäre
Regierungskrise in Österreich: Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache verkündete am Mittag seinen Rücktritt.

Die Koalition zwischen der FPÖ und der konservativen ÖVP unter Kanzler Sebastian Kurz war im Mai 2019 geplatzt, nachdem das sogenannte Ibiza-Video veröffentlicht worden war. In den verdeckt gefilmten Aufnahmen hatte Strache über fragwürdige Methoden der Parteienfinanzierung und der politischen Einflussnahme gesprochen. Er trat in der Folge von seinen Ämtern zurück.


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