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Konservativer Duque als neuer Präsident Kolumbiens vereidigt
Offiziell vereidigt ist der neue kolumbianische Präsident Ivan Duque.

Konservativer Duque als neuer Präsident Kolumbiens vereidigt

Foto: AFP
Offiziell vereidigt ist der neue kolumbianische Präsident Ivan Duque.
International 07.08.2018

Konservativer Duque als neuer Präsident Kolumbiens vereidigt

Iván Duque hat seinen Amtseid als neuer Präsident Kolumbiens abgelegt. Der konservative Politiker übernahm am Dienstag die Regierungsgeschäfte von seinem Vorgänger Juan Manuel Santos. Doch wer ist er eigentlich?

(dpa) - Als Kind wollte Iván Duque Zauberer werden, als Jugendlicher träumte er von einer Karriere als Rockstar. Doch weder magische Tricks noch ein ausgeprägtes Showtalent haben den 42-Jährigen in den kolumbianischen Präsidentenpalast gebracht, sondern die Unterstützung des einflussreichen Ex-Staatschefs Álvaro Uribe (2002-2010). Auf dem Gipfel der Macht muss der neue Präsident nun beweisen, dass er sein eigener Mann ist.

Trotz Vereidigung bleiben Zweifel an Duque (l.). Deshalb verteidigte der einflussreiche Ex-Staatschefs Álvaro Uribe ihn nochmals und sagte: „Duque ist keine Marionette und ich bin kein Puppenspieler... Er ist brillant, gut vorbereitet, verfügt über Persönlichkeit und Charakter.“
Trotz Vereidigung bleiben Zweifel an Duque (l.). Deshalb verteidigte der einflussreiche Ex-Staatschefs Álvaro Uribe ihn nochmals und sagte: „Duque ist keine Marionette und ich bin kein Puppenspieler... Er ist brillant, gut vorbereitet, verfügt über Persönlichkeit und Charakter.“
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„Duque ist keine Marionette und ich bin kein Puppenspieler“, sagt Uribe. „Es ist brillant, gut vorbereitet, verfügt über Persönlichkeit und Charakter.“ Für viele Kolumbianer hingegen ist es eine ausgemachte Sache, dass der bis vor kurzem noch völlig unbekannte Duque ohne die Hilfe seines Förderers niemals die Präsidentenwahl gewonnen hätte.

Nach seinem Studium in Kolumbien und den USA war der Jurist zunächst Berater im Finanzministerium und arbeitete später bei der Interamerikanischen Entwicklungsbank in Washington. Seit 2014 saß er für Uribes rechte Partei Centro Democrático als Hinterbänkler im Senat. Als Präsident will er nun - wie von Uribe gefordert - den international bejubelten, in Kolumbien aber äußerst umstrittenen Friedensvertrag mit den linken Farc-Rebellen ändern.

Selbst unter seinen Gegnern gilt der stets gut gelaunte Duque als sympathischer Typ. Allerdings trauen viele dem jungen Präsidenten das höchste Staatsamt nicht zu. Gerüchten zufolge soll er sich sogar die Haare grau gefärbt haben, um erfahrener zu wirken. Das weist Duque weit von sich: Der Stress des Wahlkampfs habe ihn ergrauen lassen.


Newly elected Colombian president Ivan Duque celebrates with supporters in Bogota, after winning the presidential runoff election on June 17, 2018.
Conservative Ivan Duque won Colombia's presidential election Sunday after a campaign that turned into a referendum on a landmark 2016 peace deal with FARC rebels, which he pledged to overhaul.
 / AFP PHOTO / Raul Arboleda
Kolumbien: Zurück nach rechts außen
Am Ende war das Ergebnis deutlicher, als es Freund und Feind von Iván Duque erwartet hatten. Der Rechtsaußen-Politiker, der eine Woche vor seinem Amtsantritt am 7. August 42 Jahre alt wird, musste sich am Sonntag in keinem Moment Sorgen um seinen Wahlsieg machen.

Der 42-Jährige will den Friedensvertrag mit der linken Guerillaorganisation Farc ändern. Experten befürchten allerdings, dass selbst kleine Modifikationen an dem über Jahre ausgehandelten Abkommen den noch immer fragilen Friedensprozess in dem südamerikanischen Land gefährden könnten. Auch die Gespräche mit der kleineren Rebellengruppe ELN dürften unter Duque schwieriger werden.



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 / AFP PHOTO / Luis ACOSTA