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Trotz Zensur weitere Proteste
International 04.01.2018 Aus unserem online-Archiv
Konflikte im Iran

Trotz Zensur weitere Proteste

Weitere Festnahmen sollen Aktivisten davon abhalten zu demonstrieren.
Konflikte im Iran

Trotz Zensur weitere Proteste

Weitere Festnahmen sollen Aktivisten davon abhalten zu demonstrieren.
Foto: AFP
International 04.01.2018 Aus unserem online-Archiv
Konflikte im Iran

Trotz Zensur weitere Proteste

Die Stimmung ist zurzeit alles andere als gemütlich im Iran. Regierungskritiker protestieren auf den Straßen des Landes. Täglich gibt es auch mehrere Festnahmen von Aktivisten.

(dpa) - Seit mehr als einer Woche wird im Iran gegen den Klerus und die Führung des Landes protestiert. Die Stimmung der Bevölkerung ist gereizt. Täglich werden weitere Demonstrationen angehalten. In sozialen Medien zeigten Aktivisten, Blogger und Journalisten nun Videos von Kundgebungen, die in der Nacht auf Donnerstag gefilmt worden sein sollen.

Die Führung des Landes zensiert die Aktivisten

Die staatlichen Medien im Iran berichten keinesfalls über die Proteste, die am vergangenen Donnerstag mit Kundgebungen gegen die Wirtschafts- und Außenpolitik des Landes begonnen hatten, aber dann zunehmend regimekritisch wurden. Was also genau das Ausmaß der in der heutigen Nacht abgehaltenen Kundgebungen war, bleibt unklar.

Die Führung blockiert von Aktivisten genutzte Plattformen in den sozialen Medien, damit weniger Informationen an die Demonstranten durchdringen. Zudem wird das Internet an den Abenden, an denen es Protestmärsche gibt, verlangsamt.

Die Proteste finden bisher kaum in großen urbanen Zentren statt, sondern oft in ländlichen Gegenden. Demnach soll es etwa in den Städten Noschar im Norden, Bandar Abbas im Süden oder Ahwas und Desful im Südwesten, Demonstrationen gegeben haben.

Auch weitere Festnahmen soll es laut Medienberichten gegeben haben. Die Nachrichtenagentur Tasmin berichtete am Donnerstag unter anderem, dass in der ostiranischen Stadt Birdschand 28 Menschen wegen „illegaler Versammlungen“ in Haft seien. Die Berichte ließen sich unabhängig zunächst nicht bestätigen.

Staatliche Propaganda

Die Regierung brachte am Mittwoch Hunderttausende Menschen in Gegen-Demonstrationen auf die Straßen. Ziel war es zu zeigen, dass ein großer Teil der Bevölkerung noch hinter der Führung des Landes steht. Es gab Rufe wie: „Nieder mit den USA“, „Nieder mit Saudi-Arabien“ und „Nieder mit Israel“. Diese drei Länder sind nach Auffassung der iranischen Führung die Anstifter der Protestwelle.


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