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Konflikt in AfD eskaliert nach Bundestagswahl
International 25.09.2017 Aus unserem online-Archiv

Konflikt in AfD eskaliert nach Bundestagswahl

Eklat am Tag nach der Wahl: Frauke Petry verlässt die gemeinsame Pressekonferenz mit den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland.

Konflikt in AfD eskaliert nach Bundestagswahl

Eklat am Tag nach der Wahl: Frauke Petry verlässt die gemeinsame Pressekonferenz mit den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland.
AFP
International 25.09.2017 Aus unserem online-Archiv

Konflikt in AfD eskaliert nach Bundestagswahl

Paukenschlag unmittelbar nach der deutschen Bundestagswahl: Die erfolgreiche AfD macht ihre internen Spannungen für alle offensichtlich. Steht eine Spaltung der Partei bevor?

(dpa) - Unmittelbar nach ihrem Erfolg bei der Bundestagswahl sind in Deutschland die innerparteilichen Konflikte in der AfD eskaliert. Die Parteivorsitzende Frauke Petry will der Fraktion ihrer Partei nicht angehören.

Das sagte sie am Montag in Berlin und verließ eine gemeinsame Pressekonferenz mit den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland. Petry konnte in ihrem Wahlkreis in Sachsen ein AfD-Direktmandat erringen.

Co-Parteichef Jörg Meuthen entschuldigte sich für das Verhalten Petrys. „Das ist auch mit uns nicht abgesprochen gewesen“, sagte er. Der Vorgang zeige, dass die AfD auch „ein gäriger Haufen“ sei.

Zuvor hatte Meuthen Petry heftig attackiert. Dass sie sich in öffentlichen Äußerungen wiederholt von den beiden Spitzenkandidaten distanziert habe, sei „wenig hilfreich“ gewesen und „nicht hinnehmbar“, sagte er.

AfD-Spitzentrio Alexander Gauland, Alice Weidel und Bundessprecher Joerg Meuthen.
AfD-Spitzentrio Alexander Gauland, Alice Weidel und Bundessprecher Joerg Meuthen.
AFP

Die AfD hatte am Sonntag 12,6 Prozent der Stimmen erhalten und stellt 94 Abgeordnete . Sie bildet damit die drittgrößte Fraktion im deutschen Parlament. Meuthen ist Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg. Er hatte nicht für den Bundestag kandidiert.

Bevor sie die Pressekonferenz verließ, erhob Petry für die AfD den Anspruch, sich auf eine Regierungsübernahme 2021 vorzubereiten. Spitzenkandidatin Weidel kündigte eine „konstruktive Oppositionsarbeit“ an. Die AfD werde künftig die Bundesregierung kontrollieren, was in den letzen vier Jahren praktisch nicht stattgefunden habe. Bestes Beispiel dafür sei die Flüchtlingspolitik.

Gauland warf Union und SPD vor, sie seien unfähig gewesen, das Land vernünftig zu regieren. „Wir wollen eine klare Opposition im Bundestag sein“, sagte er.

Die Grünen-Politikerin Claudia Roth forderte einen strengen Umgang mit der AfD im Parlament. „Der Bundestag ist kein Jagdrevier einer rechtsradikalen Partei, sondern verdient Respekt“, sagte sie am Montag dem Bayerischen Rundfunk. Man müsse einschreiten, wenn Angst und Hass im Bundestag verbreitet würden.

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, relativierte unterdessen das starke Ergebnis der AfD. „Fakt ist, dass am Ende des Tages knapp 87 Prozent der Bevölkerung andere Parteien gewählt haben“, sagte Schuster am Montagmorgen dem Sender SWR2. Unterschätzen dürfe man die rechtsnationale Partei aber nicht.


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 / AFP PHOTO / dpa / Monika Skolimowska / Germany OUT
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