Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Kompromiss im Mazedonien-Namensstreit gefunden
International 12.06.2018

Kompromiss im Mazedonien-Namensstreit gefunden

Kompromiss im Mazedonien-Namensstreit gefunden

Foto: AFP
International 12.06.2018

Kompromiss im Mazedonien-Namensstreit gefunden

Seit 1991 ist Mazedonien unabhängig, doch der Weg in EU und Nato war der einstigen jugoslawischen Teilrepublik versperrt. Grund ist ein jahrelanger Namensstreit mit Griechenland. Doch der ist nun beendet.

(dpa) – Griechenland und Mazedonien haben ihren jahrelangen Streit um den Namen der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik beigelegt. Damit wird auch der Weg frei für den Beitritt Mazedoniens zur Nato und für die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen. EU und Nato reagierten hocherfreut auf die Einigung der Regierungschefs Mazedoniens und Griechenlands, Zoran Zaev und Alexis Tsipras.

„Unsere Nachbarn werden den Namen Republik Nord Mazedonien (slawisch: Severna Makedonija) haben“, sagte Tsipras am Dienstag in einer Ansprache, die das griechische Staatsfernsehen übertrug. Das Wichtigste dieser Vereinbarung ist laut Tsipras, dass der nördliche Nachbar Griechenlands nicht mehr mit dem antiken griechischen Mazedonien verwechselt werden kann. Vorangegangen waren mehrmonatige Verhandlungen unter Schirmherrschaft der Vereinten Nationen (UN). 

Als Gegenleistung für die Namensänderung will sich Athen nicht mehr gegen den Beitritt dieser Republik zur Nato sperren und auch die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen nicht mehr blockieren, wie Tsipras mitteilte. Das griechische Parlament werde dies jedoch erst tun, wenn die Regierung des Nachbarstaates die Verfassungsänderung in die Tat umgesetzt habe, betonte Tsipras.

Der Namensstreit schwelt, seit Mazedonien 1991 als ehemalige Teilrepublik des zerfallenen Jugoslawiens die Unabhängigkeit errang. Griechenland lehnt den Landesnamen Mazedonien ab, weil seine im Norden liegende Provinz ebenfalls so heißt. Athen befürchtete spätere Gebietsansprüche des nördlichen Nachbarn. Als UN-Mitglied firmiert das Land bislang unter dem Namen Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM).

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sprachen in Brüssel von einer „historischen Vereinbarung“. Stoltenberg rief beide Länder auf, das Abkommen umzusetzen. Es werde Mazedonien den Weg in die Militärallianz ebnen sowie Frieden und Stabilität auf dem Balkan stärken. Mogherini und EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn setzen nun darauf, dass der EU-Gipfel Ende Juni den Weg zur Eröffnung von Beitrittsverhandlungen freimacht. Bereits am 17. April hatte die EU-Kommission die Aufnahme solcher Verhandlungen mit Mazedonien und Albanien empfohlen und dies mit den Reformfortschritten in den beiden Balkanländern begründet.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Mazedonien bekommt einen neuen Namen
Endlich eine positive Nachricht vom Balkan: Athen und Skopje legen nach fast drei Jahrzehnten ihren Nachbarschaftsstreit bei. Dies könnte sich positiv auf andere Dauerprobleme in der Region auswirken.
Protesters stand in front of the Greek Parliament in Athens on January 25, 2019. - Greek lawmakers on January 25 ratified a landmark name change deal with neighbouring Macedonia, handing Prime Minister Alexis Tsipras a diplomatic triumph and bucking street protests to end one of the world's most stubborn diplomatic disputes. (Photo by LOUISA GOULIAMAKI / AFP)
Referendum in Mazedonien gescheitert
Die Volksabstimmung in Mazedonien über die Westintegration des Landes endet im Chaos. Während die Wahlkommission die Abstimmung für gescheitert sieht, spricht der Regierungschef von einem großen Sieg.
Supporters of a boycott for the name-change referendum celebrate in front of the Parliament in Skopje on September 30, 2018, as the vote was marred by a low turnout, with only a third of the electorate voting. - The vast majority of voters supported the plan to rename the country and thereby end a decades-long spat with Greece, partial results showed. With ballots from 43 percent of polling stations counted, 90.72 percent of votes were in favour of the name changing to North Macedonia, compared to 6.26 percent opposing the move, according to the electoral commission's official count. (Photo by Armend NIMANI / AFP)
Westbalkan: Nah und doch so fern
Die Europäische Union will die sogenannten Westbalkanstaaten enger an sich binden. Die Aufnahme neuer Mitglieder bleibt aber umstritten.
Greece's Prime minister Alexis Tsipras (R) and Macedonia's Prime Minister Zoran Zaev meet on the sidelines of the EU-Western Balkans Summit in Sofia on May 17, 2018.
European Union leaders meet their Balkan counterparts to hold out the promise of closer links to counter Russian influence, while steering clear of openly offering them membership. / AFP PHOTO / ludovic MARIN
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.