Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Kompromiss im EU-Impfstoffstreit vorgeschlagen
International 31.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Kompromiss im EU-Impfstoffstreit vorgeschlagen

Ampullen mit dem Covid-19 Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns AstraZeneca.

Kompromiss im EU-Impfstoffstreit vorgeschlagen

Ampullen mit dem Covid-19 Impfstoff des schwedisch-britischen Pharmakonzerns AstraZeneca.
Foto: DPA
International 31.03.2021 Aus unserem online-Archiv

Kompromiss im EU-Impfstoffstreit vorgeschlagen

Im erbitterten Streit um Corona-Impfstoffe haben die EU-Staaten am Mittwoch einen möglichen Kompromiss diskutiert.

(dpa) -  Der portugiesische EU-Vorsitz habe einen Vorschlag zur Verteilung von zehn Millionen Impfdosen der Hersteller Biontech/Pfizer gemacht, der besonders bedürftigen Staaten helfen soll, berichteten Diplomaten. Österreich ist damit aber noch nicht zufrieden. Ein Diplomat sprach von einem „Erstvorschlag“ als Basis für weitere Verhandlungen.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hatte zusammen mit weiteren EU-Staaten eine ungleiche Verteilung der Impfstoffe unter den 27 Mitgliedern beklagt. Daraufhin beauftragte der EU-Gipfel vorige Woche die EU-Botschafter, eine vorgezogene Lieferung von zehn Millionen Biontech/Pfizer-Dosen so aufzuteilen, dass Löcher gestopft werden.

Drei von sieben Millionen

Der portugiesische Vorsitz schlug vor, drei der zehn Millionen Impfdosen für sechs besonders bedürftige Länder zu reservieren, nämlich Bulgarien, Kroatien, Estland, Lettland, die Slowakei und Tschechien. Die übrigen sieben Millionen Impfdosen sollen wie üblich nach Bevölkerungsanteil unter allen 27 Staaten verteilt werden. Österreich würde demnach nicht besonders berücksichtigt.


A nurse prepares a dose of the Covid-19 vaccine developed by China's Sinopharm company, at a vaccination center of a seniors club in Budapest on February 25, 2021, amid the ongoing coronavirus Covid-19 pandemic. - Hungary on February 24, 2021 became the first EU nation to start using China's coronavirus Sinopharm vaccine, Prime Minister Viktor Orban said. The country of 10 million has ordered around five million doses of the Chinese jab, and has already started inoculating its population with Russia's Sputnik V vaccine -- another EU first. (Photo by ATTILA KISBENEDEK / AFP)
EU-Gipfel ringt um gemeinsame Corona-Linie
Beim Impfen hinken die EU-Staaten Ländern wie Israel und den USA hinterher. Auch der Streit um geschlossene Grenzen bereitet schlechte Stimmung. Alleingänge drohen.

Bisher lief die Verteilung der von Brüssel zentral bestellten Impfstoffe so: Grundsätzlich hat jeder der 27 Staaten Anspruch auf einen Anteil nach Bevölkerungsstärke. Schöpft ein Land seinen Anteil nicht aus, können andere EU-Staaten die Mengen aufkaufen. Einige Regierungen setzten besonders auf AstraZeneca und sind nun wegen Lieferproblemen im Hintertreffen. Österreich bestellte weniger von Johnson & Johnson als ihm zugestanden hätte und befürchtet Lücken.

Wenig Verständnis

Im Kreis der EU-Staaten trifft Kurz auf wenig Verständnis, weil Österreich eine vergleichsweise hohe Impfrate hat - nach Daten der EU-Behörde ECDC vom Mittwoch sind 15,7 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal geimpft.

Kritik hatte auch eine Ankündigung aus Wien ausgelöst, eine EU-Bestellung von 100 Millionen Dosen Biontech/Pfizer erst nach Klärung des Verteilungsstreits billigen zu wollen. EU-Juristen hätten klargestellt, dass Österreich kein Veto einlegen könne, sagten mehrere Diplomaten. Eine Zustimmung aller EU-Staaten sei nicht nötig, um die mit Biontech/Pfizer vereinbarte Option zu aktivieren.    

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Wieder einmal bestimmt die Pandemie einen EU-Gipfel. Zugleich stellen Bettel und Co. wichtige Weichen in den Beziehungen zur Türkei.
ARCHIV - 12.03.2021, Sachsen-Anhalt, Wernigerode: Im regionalen Impfzentrum wird eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca aufgezogen. Der Corona-Impfstoff von Astrazeneca ist aus Sicht der EMA sicher. Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa - ACHTUNG: Dieses Foto hat dpa bereits im Bildfunk gesendet +++ dpa-Bildfunk +++