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Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: „Europa lohnt sich mehr denn je“
Kommissionschef Jean-Claude Juncker sucht das Gespräch mit den Europäern.

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: „Europa lohnt sich mehr denn je“

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Kommissionschef Jean-Claude Juncker sucht das Gespräch mit den Europäern.
International 2 Min. 23.05.2017

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker: „Europa lohnt sich mehr denn je“

Die Sorgen der Europäer in die Politik aufnehmen: In einem Gespräch mit „Faces of Democracy“ plädiert Kommissionschef Jean-Claude Juncker für mehr Bürgernähe seitens der Politiker und mehr Solidarität seitens der Bürger.

(ham) - Europa lohnt sich mehr denn je: Das sagt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in einem Gespräch mit der Initiative „Faces of Democracy“. Vor allem für junge Europäer sei es selbstverständlich, den Kontinent ohne Pass zu bereisen und überall in der EU zu studieren, zu arbeiten oder zu leben. Viele Herausforderungen könne man denn nur auch dann lösen, wenn man über den nationalen Tellerrand schaue: „Gemeinsam finden wir bessere und langfristig wirksamere Antworten“, so der Kommissionspräsident weiter.

Zum Beispiel beim Thema Einwanderung: Als Europäer tue man gut daran, diese als gemeinsame Herausforderung anzupacken. Solidarität sei nämlich einer der grundlegenden Pfeiler dieser Union. „Wir können Länder wie Griechenland und Italien nicht allein lassen, wenn es darum geht, Menschen in Not zu helfen“, so Juncker. „Es kann nicht sein, dass allein die Lage auf der Landkarte darüber bestimmt, wie viel Verantwortung ein Land in der Flüchtlingsfrage trägt.“

Das Gespräch mit dem aktuellen Kommissionspräsidenten wurde von der Initiative im Rahmen des 60. Jubiläums der römischen Verträge geführt. Man blicke auf sieben Jahrzehnte Wohlstand, Frieden, Stabilität und Sicherheit zurück, so Gründer Sven Lilienström. Die zunehmende Akzeptanz für partiellen Nationalismus rüttele jedoch an den Werten der Staatengemeinschaft.

200 Bürgerdialoge und 500 Parlamentsdebatten

Ähnlich sieht es auch der frühere Luxemburger Staatsminister. Aus diesem Grund müsse man den Europäern getreu dem Leitmotiv „Informationen über Sachverhalte“ nicht nur „Fakten transparent liefern, sondern umgekehrt auch ihre Sorgen oder Bedenken in die Politik aufnehmen“. Die Kommission suche ständig das Gespräch mit den Bürgern, wie die 200 bereits geführten Bürgerdialoge und 500 Debatten mit nationalen und regionalen Parlamenten bezeugen.

Man wolle sich auf Fragen konzentrieren, in denen man als Europäer mehr erreichen kann als jedes Mitgliedsland für sich allein: „Wir kümmern uns um Themen, in denen Europa einen Mehrwert hat und überlassen die Regulierung von Duschköpfen, Toilettenspülungen und Haarfönen anderen“, so Juncker. Ziel sei es, Politik wieder näher an die Menschen zu bringen, indem Entscheidungen getroffen werden, wo sie Sinn ergeben.

Gesichter der Demokratie

Die Initiative „Faces of Democracy“, Gesichter der Demokratie, wurde im Februar 2007 gegründet. Ziel sei es, ein Zeichen zu setzen „zum Schutz und zur Stärkung von Demokratie, Pluralismus und Pressefreiheit“. Dabei werden politisch engagierte Persönlichkeiten ins Rampenlicht gestellt, die „in ihrer Gesamtheit ein breites und wirklichkeitsgetreues Abbild der Gesellschaft darstellen“.


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