Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Können Sie sich das vorstellen? Ich?"
„Der Boss hat absolute Kontrolle. Die Treueschwüre. Die Wir-gegen-sie Weltsicht. Das Lügen über alle Dinge, groß und klein, im Dienst eines Loyalitätskodexes, der die Organisation über die Moral und die Wahrheit stellt.“

"Können Sie sich das vorstellen? Ich?"

Foto: REUTERS
„Der Boss hat absolute Kontrolle. Die Treueschwüre. Die Wir-gegen-sie Weltsicht. Das Lügen über alle Dinge, groß und klein, im Dienst eines Loyalitätskodexes, der die Organisation über die Moral und die Wahrheit stellt.“
International 13.04.2018

"Können Sie sich das vorstellen? Ich?"

Ex-FBI-Chef James Comey vergleicht in seinem Buch Donald Trump mit einem Mafiaboss. Und: Trumps Hauptsorge bezüglich eines angeblichen Videos, das ihn mit russischen Prostituierten zeigen soll, sei gewesen, was seine Frau dazu sagt, so Comey.

(dpa) - Der von Donald Trump gefeuerte FBI-Chef James Comey rechnet in einem neuen Buch mit dem Präsidenten ab und vergleicht ihn mit einem Mafia-Boss. Trump sei „unethisch, und nicht an die Wahrheit und institutionelle Werte gebunden“, zitierten US-Medien am Donnerstag (Ortszeit) vorab aus dem Buch, das kommende Woche in den USA erscheinen soll. Trumps Führungsstil beruhe auf Tauschhandel, sei von seinem Ego getrieben und es gehe ihm um persönliche Loyalität, schrieb der ehemalige Chef der US-Bundespolizei.


Die Vorwürfe im Überblick: Trump und die Akte Russland
Der amerikanische Präsident ist durch die Russland-Affäre unter starken Druck geraten. Was ist von den Vorwürfen zu halten? Und welche politischen Folgen sind zu erwarten?

Comey zeichnet ein vernichtendes Bild vom Weißen Haus unter Trump. Er habe sich an die Mafia erinnert gefühlt, zitierte ihn der Sender CNN. „Der Boss hat absolute Kontrolle. Die Treueschwüre. Die Wir-gegen-sie Weltsicht. Das Lügen über alle Dinge, groß und klein, im Dienst eines Loyalitätskodexes, der die Organisation über die Moral und die Wahrheit stellt.“ Trump sei ein Rüpel und ein Lügner, der versucht habe, Ermittler wie ihn zu bedrängen und Ermittlungen zu beeinflussen, schrieb Comey demnach.

Nach Comey kam Mueller

Trump hatte Comey im Mai 2017 entlassen. Eine Folge dieser Entlassung war die Einsetzung von Sonderermittler Robert Mueller, der Vorwürfe um russische Einmischung in die US-Wahl 2016 und Zusammenarbeit des Trump-Lagers mit Moskau untersucht.

Das Buch „A Higher Loyalty: Truth, Lies and Leadership“ (deutscher Titel: „Größer als das Amt: Auf der Suche nach der Wahrheit - der Ex-FBI-Direktor klagt an“) soll am Dienstag erscheinen.

Comey beschreibt nun erstmals im Detail für die Öffentlichkeit seine Treffen mit Trump. Er berichtet unter anderem über Gespräche zu einem Dossier eines britischen Agenten. Darin werden Anschuldigungen über Begegnungen Trumps mit Prostituierten in Russland erhoben. Trump habe diese Behauptungen entschieden zurückgewiesen und gesagt, diese verletzten seine Frau Melania. „Können Sie sich das vorstellen? Ich, Nutten?“, habe Trump den Aufzeichnungen Comeys zufolge gefragt.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Behinderung der Justiz: Trump im Visier des Sonderermittlers
An seinem 71. Geburtstag wird Trump eine Aufmerksamkeit zuteil, die ihn lange begleiten wird. Sonderermittler Robert Mueller, der Akribische, soll den US-Präsidenten selbst ins Visier genommen haben. Der Vorwurf: mögliche Behinderung der Justiz.
Ein Demonstrant vor dem "Trump tower" in New York.
Live-Berichterstattung: James Comey hat ausgepackt
Der gefeuerte FBI-Chef James Comey hat US-Präsident Donald Trump versuchte Einflussnahme auf die Ermittlungen seiner Polizeibehörde zur Russland-Affäre vorgeworfen. Am Donnerstag sagte er in einer öffentlichen Anhörung vor dem Senat aus. Wir haben für Sie das Wichtigste zusammengefasst.
James Comey wird unter Eid aussagen.
Nach Comey-Statement: Trump fühlt sich bestätigt
Der US-Präsident sieht sich durch die Äußerungen des von ihm gefeuerten FBI-Chefs James Comey bestätigt - immerhin bestätige Comey, dass nicht gegen Trump ermittelt wird. Comeys weitere Vorwürfe scheinen ihn dagegen nicht zu interessieren.
Donald Trump ist "erfreut", so sein Anwalt.