Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Knapp drei Millionen Nepalesen sind obdachlos
International 2 Min. 30.04.2015 Aus unserem online-Archiv
Erdbeben

Knapp drei Millionen Nepalesen sind obdachlos

Millionen Menschen haben durch das Erdbeben ihr Zuhause verloren.
Erdbeben

Knapp drei Millionen Nepalesen sind obdachlos

Millionen Menschen haben durch das Erdbeben ihr Zuhause verloren.
AFP
International 2 Min. 30.04.2015 Aus unserem online-Archiv
Erdbeben

Knapp drei Millionen Nepalesen sind obdachlos

Fehlende Logistik und ein schlechter Handy-Empfang erschweren die Rettungsarbeiten im nepalesischen Erdbebengebiet. Die internationale Hilfe hat noch nicht alle bedürftigen Menschen erreicht.

(dpa) - Trümmer, fehlende Logistik und der schlechte Handy-Empfang erschweren den Helfern die Arbeit im Erdbebengebiet. Das berichtete das UN-Büro für Katastrophenhilfe (Ocha) in der Nacht zum Donnerstag. Auch bestehe die Gefahr weiterer Erdrutsche in dem Himalaya-Land, weil es derzeit ständig regnet.

Bei dem Beben der Stärke 7,8 am Samstag waren nach Angaben vom Donnerstag in Nepal mindestens 5489 Menschen ums Leben gekommen. In den Nachbarländern Indien und China zusammen starben mindestens 100 Menschen. Helfer fürchten, dass die Zahl noch deutlich steigt, wenn weitere abgelegene Regionen in Nepal erreicht werden.

Unterstützung aus aller Welt

Außerhalb der Hauptstadt Kathmandu sei die Suche nach Verschütteten und die Auslieferung von Hilfsgütern „noch immer eingeschränkt“, erklärte die UN weiter. Manche Gegenden könnten nur zu Fuß erreicht werden, seien aber vier bis fünf Tagesmärsche von der nächsten Straße entfernt. Es stünden nur zwei Helikopter zur Verfügung, um Nahrungsmittel im Distrikt Gorkha zu verteilen, wo das Epizentrum des Bebens lag. Auch gebe es nicht ausreichend Treibstoff.

Unterstützung für die Menschen in Nepal kommt aus aller Welt - von einfachen Menschen im Nachbarland Indien, die Essenspakete schicken, bis hin zu US-Präsident Barack Obama, der mit Nepals Ministerpräsident Sushil Koirala telefonierte. Auch Fußballstars gehören zu den Unterstützern. Bei der Partie der spanischen Clubs Real Madrid gegen Almería legten die Spieler eine Schweigeminute ein und trugen T-Shirts mit der Aufschrift: „Todos con Nepal“ (Alle für Nepal).

Die Zahlen der Vereinten Nationen machen das ganze Ausmaß der Katastrophe deutlich: Acht Millionen Betroffene, davon brauchen 3,5 Millionen Menschen Nahrungsmittel. 2,8 Millionen Menschen sind den Schätzungen zufolge obdachlos. Bislang gelingt es nur einzelnen Teams, Kathmandu zu verlassen. US-Katastrophenhelfer haben die stark betroffene Stadt Bhaktapur erreicht, um nach Verschütteten zu suchen, sagte die Sprecherin im State Department, Marie Harf.

Bürger fühlen sich allein gelassen

Die UN koordiniert mittlerweile mehr als 1700 spezialisierte Helfer aus mindestens 22 Ländern in Nepal. Derzeit verteilen sie vor allem Planen, Zelte, Decken und Hygiene-Sets. Allerdings mache es ihnen zu schaffen, dass es in den Zeltstädten keine Verwaltung gebe und bislang keine Daten erhoben wurden, was die Menschen dort brauchen.

Zahlreiche Bewohner Nepals sind wütend auf die Regierung ihres Landes. Sie glauben, dass nicht genug getan wird, um Lebensmittel und Wasser zu verteilen. Als Premierminister Koirala den Stadtteil Basantapur in Kathmandu besuchte, hätten zahlreiche Überlebende ihn umzingelt und ihrem Zorn Ausdruck verliehen, berichtete die Zeitung „Kantipur“ online. Hunderte Menschen hätten auch vor Regierungsgebäuden demonstriert. Sie forderten demnach, die Regierung solle Busse zur Verfügung stellen, damit sie Kathmandu verlassen und zu Verwandten fahren können.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Der Job von Gilles Hoffmann ist es, in Katastrophengebiete zu reisen und dort dafür zu sorgen, dass Helfer telefonieren und das Internet nutzen können. Nach dem Beben in Nepal reiste er nach Kathmandu und erlebte dort das zweite, starke Erdbeben mit. Ein Interview.
Gilles Hoffmann (l.) arbeitet für emergency.lu, ein Programm des luxemburgischen Staates. Mit Hilfe eines mobilen Satellitenterminals ist es möglich, Hilfsorganisationen in Krisengebieten Telekommunikationswege zur Verfügung zu stellen.
Die Opferzahlen steigen weiter nach dem Erdbeben im Himalaya. Auf der Suche nach Wasser und Nahrung verlassen Zehntausende Menschen das schwer getroffene Kathmandu-Tal.
Nepalese people travel on bus roof tops as they leave Kathmandu fearing an epidemic or fresh tremers in Kalanki on the outskirts of  Kathmandu on April 28, 2015.  The death toll from the devastating earthquake has risen to 4,310, the home ministry said.    AFP PHOTO/PRAKASH SINGH
Mehr als 3.900 Menschen sind durch das Erdbeben im Himalaya gestorben. Hunderttausende Nepalesen zelten auf den Straßen, Nachbeben erschüttern die Region. Derweil kommt die internationale Hilfe ins Rollen.
A dog sits in front of a mound of rubble of collapsed houses after Saturday's earthquake in Bhaktapur, Nepal April 27, 2015. REUTERS/Navesh Chitrakar
Sie stehen vor Trümmern und arbeiten bis zum Umfallen: Die Helfer in Nepal berichten von grauenhaften Folgen des starken Erdbebens. Und die Zahl der Toten steigt weiter. Luxemburger Hilfsorganisationen rufen derweil zu Spenden auf.
REFILE - UPDATING SECOND SENTENCE

People search for family members trapped inside collapsed houses a day after an earthquake in Bhaktapur, Nepal April 26, 2015. Rescuers dug with their bare hands and bodies piled up in Nepal on Sunday after an earthquake devastated the heavily crowded Kathmandu valley, killing at least 1,900, and triggered a deadly avalanche on Mount Everest.  REUTERS/Navesh Chitrakar      TPX IMAGES OF THE DAY