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Klimaprotest in Hunderten Städten
International 2 Min. 29.11.2019

Klimaprotest in Hunderten Städten

Klimaschutz-Proteste am Brandenburger Tor in Berlin.

Klimaprotest in Hunderten Städten

Klimaschutz-Proteste am Brandenburger Tor in Berlin.
Foto: AFP/John Macdougall
International 2 Min. 29.11.2019

Klimaprotest in Hunderten Städten

Die erneut weltweit koordinierten Proteste ziehen in mehreren Städten Tausende Demonstranten an – auch in Luxemburg findet am Freitag eine Aktion statt. International gibt es sogar Unterstützung aus der Arktis und Antarktis.

(dpa/jt) - Der internationale Protesttag für mehr Klimaschutz ist mit Hunderten Aktionen in zahlreichen Ländern weltweit ins Rollen gekommen. In Luxemburg ruft "Youth for Climate" für Freitag, 15 Uhr, zu einer Protestaktion vor der Chamber auf, um den Druck auf die Politik in Sachen Klimaschutz zu erhöhen.

Die hat den Ruf offenbar erhört: In einer eilig einberufenen Pressekonferenz will die Regierung ab 14.30 Uhr ihr lang erwartetes Klimaschutzgesetz vorstellen. Wort.lu wird zeitnah darüber berichten.

Sprung in die eiskalte Spree

Auch in Berlin wurde für den Klimaschutz protestiert: In der deutschen Hauptstadt versammelten sich am Freitagmittag Tausende Menschen zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor. Sie folgten einem Aufruf der Klimabewegung Fridays for Future und forderten von der deutschen Regierung mehr Ehrgeiz im Kampf gegen die Erderhitzung. Angemeldet waren laut Polizei 50.000 Teilnehmer. Rund zwei Dutzend Jugendliche sprangen aus Protest in der Nähe des Bundestages gar in die Spree - bei Temperaturen von fünf Grad.

Aktivisten gingen in der eiskalten Spree baden.
Aktivisten gingen in der eiskalten Spree baden.
Foto: AFP/Christoph Soeder

Insgesamt hatte Fridays for Future Klimakundgebungen in mehr als 500 deutschen Städten angekündigt. In Berlin hatten viele Demonstranten Plakate dabei. „Ohne Bäume keine Träume“, war darauf etwa zu lesen. Oder „Artensterben kann Spaß verderben“ sowie „Keine Kohle, kein Atom, sondern nur noch Ökostrom“. Ein Schüler sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich hätte gerade eigentlich Geschichtsunterricht. Wichtiger als Geschichte ist jedoch momentan meine Zukunft.“

Protest gegen "Klima-Päckchen"

Die Klimabewegung hat die erneuten Großproteste bewusst auf den letzten Freitag vor dem Start der Weltklimakonferenz in Madrid gelegt. Nach den Großprotesten im März und Mai sowie der globalen Streikwoche im September ist es die vierte Auflage eines solchen weltweit koordinierten Protests. In Deutschland richtet sich die Kritik der Aktivisten vor allem gegen das Klimapaket der Bundesregierung, das sie als „Klima-Päckchen“ und völlig unzureichend bezeichnen.

Klima-Proteste in Budapest.
Klima-Proteste in Budapest.
Foto: AFP/Attila Kisbenedek

International sind nach Angaben des Netzwerks über 2.400 Städte in 158 Ländern dabei. Traditionell wegen der Zeitverschiebung waren die Australier einige der ersten, die am Freitag aus Protest auf die Straße gingen. Landesweit gab es dort nach Angaben von Fridays for Future Aktionen in 60 Städten mit Tausenden Teilnehmern. Im September waren noch mehr als 300 000 Menschen gekommen. Die wohl am Ende geringere Beteiligung an diesem Freitag erklärt sich nach Einschätzung von Beobachtern auch damit, dass zurzeit eine heiße Prüfungsphase an Australiens Schulen läuft.

Unterstützung erhalten die überwiegend jungen Demonstranten mittlerweile auch von älteren Generationen und vielen Wissenschaftlern. Sowohl auf dem arktischen Eis vor dem deutschen Forschungsschiff „Polarstern“ als auch vor der deutschen Neumayer-Forschungsstation in der Antarktis demonstrierten Wissenschaftler am Freitag für mehr Klimaschutz. Das zeigten Bilder, die eine Wissenschaftlerin des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in Bremerhaven, Melanie Bergmann, auf Twitter teilte.

„Polarforscher vom Süden bis zum Norden danken Fridays for Future dafür, Aufmerksamkeit auf unsere Wissenschaft zu richten!“, schrieb Bergmann dazu. Die Fotos zeigten, wie jeweils ein knappes Dutzend Wissenschaftler vor dem Schiff und der Station Schilder und Plakate hochhielten. Auf dem Plakat der Forscher vor der „Polarstern“ stand: „Wir liefern die Fakten. Es ist Zeit zum Handeln!“


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