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Klimakonferenz in Marrakesch: "Positive Signale"
International 2 Min. 19.11.2016

Klimakonferenz in Marrakesch: "Positive Signale"

Marrakesch war ein Schritt in die richtige Richtung, so Umweltministerin Carole Dieschbourg.

Klimakonferenz in Marrakesch: "Positive Signale"

Marrakesch war ein Schritt in die richtige Richtung, so Umweltministerin Carole Dieschbourg.
Foto: Anouk Antony
International 2 Min. 19.11.2016

Klimakonferenz in Marrakesch: "Positive Signale"

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Nach zwei Wochen Klimakonferenz zieht Umweltministerin Carole Dieschbourg eine positive Bilanz. Es gäbe ermutigende Initiativen, insgesamt sei die Konferenz ein wichtiges Etappenziel gewesen.

Interview: Jacques Ganser

Am Freitagabend ist der UNO-Klimagipfel in Marrakesch zu Ende gegangen. Die Teilnehmer beschlossen einen Fahrplan, um die Klimaschutzziele von Paris durchzusetzen. Dort war vor einem Jahr vereinbart worden, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Der Finanzplan und die weitere Umsetzung der nationalen Ziele standen dabei im Mittelpunkt. Umweltministerin Carole Dieschbourg spricht nach der Konferenz von ermutigenden Signalen.

Carole Dieschbourg, die Klimakonferenz in Marrakesch ist zu Ende. Allgemein gab es bisher sehr zufriedenstellende Kommentare. Wie sieht ihre Bilanz aus?

Sehr positiv. Viele der Redner haben zum Schluss der Konferenz festgestellt, dass wir mit einer bis dahin noch nicht erlebten Geschwindigkeit zu einem Abschluss gekommen sind. Es ist in der Tat ein sehr großer Schritt in die Richtung, die wir uns gewünscht haben, d.h dass wir uns einen präzisen Zeitplan gegeben haben um die Pariser Beschlüsse umzusetzen. In dieser Hinsicht war Marrakesch eine wichtige Etappe.

Welche konkreten Fortschritte sind denn zu verzeichnen?

Es sind neben den bereits ratifizierten Entscheidungen in rund 111 Staaten vor allem die klaren Zusagen weiterer Staaten im Kampf gegen den Klimawandel, welche als großer Fortschritt bewertet werden können. Dies gilt sowohl für die Bereitstellung der Finanzmittel als auch für das Engagement der kleineren, vom Klimawandel bereits betroffenen Staaten, wie zum Beispiel den Fidschi Inseln.

Es waren diesmal besonders diese kleinen Staaten, die sich durch Verhandlungsdruck hervortaten?

In der Tat. Die Interessen dieser kleineren Staaten aber auch des daran gebundenen Schutzes der Menschenrechte sind Punkte, bei denen sich Luxemburg besonders hervorgetan hat. Die Auswirkungen des Klimawandels haben ja auch eine soziale Komponente, weil meistens die am schlimmsten betroffen sind, die am wenigsten besitzen. Deshalb spielt die Chancengleichheit eine wichtige Rolle, Luxemburg hat diesen Diskussionen weiteren Auftrieb gegeben. Es geht auch darum, im Sinne des Klimaschutzes Entscheidungen zu verhindern, welche in die falsche Richtung gehen würden und zum Beispiel eingeborene Völker aus ihrer angestammten Heimat vertreiben. Zusammen mit Finnland, Schweden und Belgien haben wir versucht, diese Diskussion weiter mit Leben zu füllen und diesen Völkern ein Mitspracherecht zu geben.

Klimaschutz bedeutet aber auch finanzielles Engagement. Welche Fortschritte gab es in dieser Frage?

In unserer Delegation war auch eine Vertreterin des Finanzministeriums. Luxemburg arbeitet dort vorbildlich, wir wurden auch für unseren finanziellen Beitrag von jährlich 5 Millionen Euro, die wir letztes Jahr in Aussicht gestellt haben, gelobt. Der Climate Fund dient ja dazu, Prokjekte zu finanzieren , welche die negativen Auwirkungen des Klimawandels in Grenzen halten sollen. Dazu gehören zum Beispiel Hochwasserdämme oder verbesserte Wetterprognosen. Hier sieht man die konkreten Fortschritte am besten. Wir haben auch das Modell der Finanzplattform vorgestellt , das wir zusammen mit der europäischen Investitionsbank ausgearbeitet haben. Es geht dabei um innovative Großprojekte, welche dem Klimawandel entgegenwirken und welche auch potentielle private Investoren anziehen sollen. Wir müssen diese mit ins Boot nehmen, weil die öffentlichen Gelder dafür nicht ausreichen. Die Luxemburger Investitionsplattform könnte dabei ein Vorbild für ähnliche Projekte im Ausland werden. Diese sogenannten grünen Investments stießen hier auf großes Interesse und dürften auch auf dem Finanzplatz Luxemburg eine Rolle spielen.

 


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