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Klimagipfel: Kein Durchbruch in Sicht
International 3 Min. 14.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Klimagipfel: Kein Durchbruch in Sicht

Eine Einigung ist in Madrid nicht in Sicht.

Klimagipfel: Kein Durchbruch in Sicht

Eine Einigung ist in Madrid nicht in Sicht.
Foto: AFP
International 3 Min. 14.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Klimagipfel: Kein Durchbruch in Sicht

Ein Ende ist noch nicht abzusehen: Die Verhandlungen bei der UN-Klimakonferenz in Madrid gestalten sich auch am Tag nach dem geplanten Abschluss weiter schwierig. Bei den Umweltschützern wächst die Wut.

(dpa) - Bei der Weltklimakonferenz in Madrid wächst angesichts der noch immer mühsamen Verhandlungen die Sorge vor einem Scheitern. Auch im Laufe des Samstags zeichnete sich bei der Konferenz, die ursprünglich bereits am Freitag enden sollte, kein Durchbruch ab. Neue Textentwürfe sorgten dagegen bei Umweltschützern und Entwicklungshelfern für große Wut. Auch viele der teilnehmenden Länder lehnten die Kompromissvorschläge ab. Die deutsche Umweltministerin Svenja Schulze sprach von einer „sehr ernsten Situation“ und appellierte erneut eindringlich an die Staaten, zu einer Lösung zu kommen.

196 Staaten und die EU arbeiten seit zwei Wochen in der spanischen Hauptstadt an der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens aus dem Jahr 2015, mit dem die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad begrenzt werden soll. Derzeit reichen die Fortschritte und Ankündigungen der Staaten dafür längst nicht aus.

Entrüstung bei Umweltschützern

Im Entwurf für die Abschlusserklärung fehlte unter anderem eine nachdrückliche Aufforderung, im nächsten Jahr die Ziele beim Einsparen von Treibhausgasen zu erhöhen - vor allem für Staaten, die schon jetzt mit fatalen Folgen des Klimawandels kämpfen, ist das ein Knackpunkt. Es fand sich darin lediglich eine Erinnerung an den Pariser Pakt, das eine Aktualisierung der Zusagen für 2020 vorsieht - ohne Frist oder Appell, auch wirklich etwas draufzulegen.

Bei Umweltschützern und Entwicklungshelfern wichen Enttäuschung und Entsetzen zunehmend großer Entrüstung. „Wenn es je einen Moment in der Geschichte gab, wo die Regierungen verkackt haben, würde ich sagen: Hier in Madrid haben die Regierungen verkackt“, sagte Mohamed Adow von Power Shift Africa. Menschen rund um die Welt müssten sich nun erheben, um den Planeten zu retten.


(From L) Portugal's Prime Minister Antonio Costa, France's President Emmanuel Macron and  Luxembourg's Prime Minister Xavier Bettel prepare for a family picture during the European Union Summit at the Europa building in Brussels on December 12, 2019. - European Union leaders meet without Britain on December 12, but their departing neighbour's absence will not make agreeing a budget any easier. Inside the chamber, the clash over climate take Brexit's place as the dominant theme of the summit, the first to be chaired by incoming EU Council president Charles Michel. (Photo by ARIS OIKONOMOU / AFP)
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BUND-Chef Olaf Bandt sagte: „Staaten wie Australien, Brasilien oder China nehmen hier allen emotionalen Appellen zum Trotz Länder als Geisel, denen das Wasser wortwörtlich bis zum Hals steht.“

Scharfe Kritik an der chilenischen Präsidentschaft äußerte Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan: „Die Herangehensweise der COP-Präsidentschaft zeigt, dass sie stärker auf die Klimasünder gehört hat als auf die Menschen“. 

Zu schwache Formulierungen

 Schulze äußerte sich ebenfalls besorgt. „Wir haben in Europa jetzt gerade den „Green Deal“ auf den Weg gebracht, da kann doch so eine Konferenz nicht ohne Ergebnis bleiben.“ Es seien Texte auf den Tisch gelegt worden, die so nicht verabschiedet werden könnten. Derzeit versucht man nun, Brücken zu bauen.  

Auch viele andere Staaten klagten über zu schwache Formulierungen. Brasilien, die USA, Saudi-Arabien und andere, die als Bremser genannt werden, zeigten sich unzufrieden - aber zu anderen Themen.


Empty chairs of the delegations are pictured on the last day of the UN Climate Change Conference COP25 at the 'IFEMA - Feria de Madrid' exhibition centre, in Madrid, on December 13, 2019. - The preservation of Earth's pristine wildernesses and oceans, long treated as a separate issue to curbing climate change, is taking on more importance as scientists say they really need to go hand in hand. While the focus at COP25 in Madrid these past two weeks has been on climate change and the growing urgency to cut greenhouse gas emissions, organisers have made an effort to put the natural environment into the mix. (Photo by CRISTINA QUICLER / AFP)
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Die Präsidentin des Gipfels, Chiles Umweltministerin Carolina Schmidt, drängte die Delegationen, konstruktiv zu verhandeln: „Wir sind in der Verlängerung. Wir müssen der Außenwelt zeigen, dass wir liefern, dass Multilateralismus funktioniert“, sagte sie. Die Konferenzleitung kündigte am Nachmittag einen ambitionierteren Text an und forderte größere Kompromissbereitschaft von den Staaten.

Forderung nach Unterstützung

Es geht dieses Jahr auch darum, das Regelwerk für den internationalen Klimaschutz weitgehend abzuschließen. Vor einem Jahr gelang keine Einigung, nach der Staaten mit Klimaschutz-Gutschriften handeln können. Wenn die Regeln aber nicht gut gemacht sind, könnten sie den Klimaschutz eher ausbremsen als fördern.

Ein drittes großes Streitthema ist die Forderung ärmerer Länder nach mehr Unterstützung reicher Industriestaaten. Dabei geht es dieses Mal vor allem um Schäden, die Extremwetter wie Stürme, Dürren oder Starkregen jetzt schon anrichten. Durch den Klimawandel werden diese noch verstärkt. Harjeet Singh von der Hilfsorganisation Action Aid sagte, die USA blockierten hier - aber auch die EU, Australien und Kanada seien nicht bereit, mehr zu tun. „Wir sehen keinen Fortschritt bei der Finanzierung. Wir können nicht einfach ständig Ambitionen der Entwicklungsländer fordern, ohne Geld auf den Tisch zu legen.“    

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