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Klimaforscher: "Mangkhut" ist der gefährlichere Sturm

Klimaforscher: "Mangkhut" ist der gefährlichere Sturm

AFP
International 15.09.2018

Klimaforscher: "Mangkhut" ist der gefährlichere Sturm

Zwei tropische Wirbelstürme toben gleichzeitig in verschiedenen Gegenden der Welt: Hurrikan „Florence“ in den USA, Taifun „Mangkhut“ in Südostasien. Paradox: „Mangkhut“ ist der gefährlichere, teurer wird wohl „Florence“.

(dpa) - Der in Südostasien tobende Taifun „Mangkhut“ ist nach Einschätzung des Rückversicherers Munich Re weit gefährlicher für die Bevölkerung als Hurrikan „Florence“ an der US-Ostküste. „Humanitär ist 'Mangkhut' das ernstere Ereignis“, sagte Ernst Rauch, Leiter der Klimaforschung des weltgrößten Rückversicherers. „Mangkhut“ werde voraussichtlich eine ganz andere Hausnummer sein, „ein so genannter Supertaifun“. Der Durchmesser sei wesentlich größer und der Sturm mit wesentlich höheren Windgeschwindigkeiten viel intensiver.


A woman holds a baby as she watches rising flood waters on the Cape Fear River during Hurricane Florence in Wilmington, North Carolina on September 14, 2018. - Florence smashed into the US East Coast Friday with howling winds, torrential rains and life-threatening storm surges as emergency crews scrambled to rescue hundreds of people stranded in their homes by flood waters. Forecasters warned of catastrophic flooding and other mayhem from the monster storm, which is only Category 1 but physically sprawling and dangerous. (Photo by ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / AFP)
„Florence“ und die Angst vor dem Wasser
„Florence“ trifft auf North Carolina und wütet heftig. Straßen werden überflutet, Haushalte sind ohne Strom. Das öffentliche Leben steht vielerorts still - aber nicht überall.

„2013 hat der Taifun Haiyan auf den Philippinen 6.000 Todesopfer verursacht, weil die Vorwarnung der Bevölkerung und die Vorbereitung unzureichend war“, sagte Rauch. „'Mangkhut'  wird eine Messlatte sein, ob sich da etwas verbessert hat.“

Bei Taifun „Mangkhut“ wurden zuletzt Böen mit Windgeschwindigkeiten von deutlich über 250 Kilometern pro Stunde gemessen, bei Tropensturm „Florence“ dagegen nur Windgeschwindigkeiten von etwas mehr als 100 Kilometern pro Stunde. Als größte Gefahr gelten hier die vom Sturm mitgebrachten Wassermassen.

Kaum Versicherungen bei "Manghkut"

Für Versicherungen werde „Florence“ relevanter sein, „da in entwickelten Industriestaaten typischerweise ein großer Teil der Schäden versichert ist“, sagte Rauch. „In den USA sind es etwa 30 bis 50 Prozent. In Entwicklungs- und Schwellenländern sind in der Regel weniger als zehn Prozent der Schäden versichert.“ Dies bedeute, „dass über 90 Prozent der ökonomischen Last auf den Schultern der Betroffenen landen“.


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