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Klimaaktivisten legen BER-Flugbetrieb zwei Stunden lahm
International 2 Min. 25.11.2022
Berlin

Klimaaktivisten legen BER-Flugbetrieb zwei Stunden lahm

Der Hauptstadtflughafen BER hatte zwischenzeitlich den Flugbetrieb aufgrund der Aktion von Klimaaktivisten eingestellt.
Berlin

Klimaaktivisten legen BER-Flugbetrieb zwei Stunden lahm

Der Hauptstadtflughafen BER hatte zwischenzeitlich den Flugbetrieb aufgrund der Aktion von Klimaaktivisten eingestellt.
Foto: DPA
International 2 Min. 25.11.2022
Berlin

Klimaaktivisten legen BER-Flugbetrieb zwei Stunden lahm

„Letzte Generation“ blockiert regelmäßig Straßen - nun hat sie den Betrieb am Flughafen BER gestoppt. Die Politik fordert Konsequenzen.

 (dpa) - Klimaaktivisten der Gruppe „Letzte Generation“ haben den Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen BER für fast zwei Stunden lahmgelegt. Nach Angaben der Bundespolizei verschafften sich zwei Gruppen bestehend aus jeweils mehreren Menschen am Donnerstagnachmittag Zugang zum Flughafengelände. Einige von ihnen hätten sich am Boden festgeklebt. Die Gruppe selbst teilte mit, dass einige Aktivisten mit Fahrrädern über das Gelände gefahren seien. Der Berliner Flughafen stoppte den Betrieb auf beiden Start- und Landebahnen.

Gegen 18.15 Uhr kam dann Entwarnung, nach Angaben eines BER-Sprechers wurden beide Pisten wieder freigegeben. Fünf Starts mussten durch die Aktion gestrichen werden, davon waren dem Flughafen zufolge 750 Passagiere betroffen.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing kritisierte das Vorgehen der Aktivisten scharf. Das Demonstrationsrecht sei zwar ein Grundrecht, doch die Aktionen würden „immer skrupelloser“, teilte der FDP-Politiker am Abend über eine Sprecherin mit. „Die Gesellschaft kann ein solches Verhalten nicht hinnehmen.“ Der Rechtsstaat müsse dagegen „entschieden vorgehen“.

Live auf Twitter

Die Aktivisten streamten die Aktion live bei Twitter. Dort war zu sehen, wie sie kurz nach 16.00 Uhr einen Zaun durchknipsten und auf das Flughafengelände gingen. Anschließend hielten sie Banner in die Kamera und erklärten ihre Motive. Es war auch zu sehen, wie sich Aktivisten am Boden festklebten und andere Fahrrad fuhren. Etwa zehn Minuten nach Beginn der Aktion war im Livestream Blaulicht zu erkennen, wenig später waren auch Polizisten zu hören. Laut Bundespolizei dürften mehrere Straftatbestände vorliegen.


TOPSHOT - This handout picture released on November 15, 2022 by the "Last Generation" shows a climate activist of the "Last Generation" group being overpowerd whereas another one has glued himself to the painting "Death and Life" by Austrian artist Gustav Klimt after pouring black liquid over the art work at the Leopold Museum in Vienna, Austria. - A spokesman of the museum said that restorers were working to determine whether the painting protected by glass has been damaged. Admission to the Leopold Museum was free on Tuesday, November 15, as part of a day sponsored by the Austrian oil and gas group OMV. (Photo by HANDOUT / LETZTE GENERATION �STERREICH / AFP) / RESTRICTED TO EDITORIAL USE - MANDATORY CREDIT "AFP PHOTO / Last Generation Austria" - NO MARKETING NO ADVERTISING CAMPAIGNS - DISTRIBUTED AS A SERVICE TO CLIENTS
Farbattacke von Klima-Aktivisten auf Klimt-Bild in Wien
Wieder haben Klima-Aktivisten auf umstrittene Weise für ihr Anliegen geworben. Diesmal war ihr Ziel ein wertvolles Klimt-Gemälde in Wien.

Nach Angaben des Flughafensprechers drangen die Aktivisten sowohl auf der Nord- als auch auf der Südseite auf das BER-Gelände ein - entsprechend musste auf beiden Start- und Landebahnen der Betrieb gestoppt werden.

Durch die Blockade mussten fünf Starts gestrichen werden, weitere Streichungen sind dem Flughafen zufolge möglich (Stand 19.00). 15 geplante Landungen wurden demnach etwa nach Leipzig und Dresden umgeleitet. Die Verspätungen im Flugbetrieb ziehen sich voraussichtlich über den Abend hin. Die Lage in den Terminals selbst war den Angaben zufolge ruhig.

Vehemente Reaktionen

Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen sagte, dass die Aktion durch nichts zu rechtfertigen sei. „Ich bleibe dabei: Wer für seine Weltanschauung absichtlich andere in Gefahr bringt, ist kein Aktivist, sondern ein Krimineller“, so der CDU-Politiker. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sprach von einer „neuen Eskalation“. „Mit dem Eindringen in den Sicherheitsbereich und der Besetzung des Rollfeldes bringen sie nicht nur sich, sondern auch Hunderte Passagiere in der Luft und am Boden massiv in Gefahr und verursachen nebenbei erhebliche wirtschaftliche Schäden. Das ist absolut inakzeptabel und bedarf einer harten Antwort des Rechtsstaates.“


HANDOUT - 14.10.2022, Großbritannien, London: Das von Just Stop Oil herausgegebene Foto zeigt zwei Demonstrantinnen, die Vincent Van Goghs berühmtes Werk «Sonnenblumen» von 1888 in der National Gallery in London mit Dosensuppe beworfen haben. Die beiden Mitglieder der Organisation Just Stop Oil verschütteten den Inhalt von zwei Dosen über dem Kunstwerk, das einen Schätzwert von umgerechnet rund 84 Millionen Euro hat. (zu dpa: «Attacke gegen Monet-Bild - Was Museen tun, um Kunst zu schützen») Foto: Just Stop Oil/PA Media/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
Van Gogh-Gemälde in Rom mit Suppe begossen
Erneut wird ein Bild des niederländischen Künstlers Opfer einer Protestaktion. Klimaaktivisten werfen mit Erbsensuppe auf „Der Sämann“.

Katja Mast, Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD im Bundestag, betonte: „Unsere Demokratie funktioniert nicht so, dass ich meine Ziele im Namen der guten Sache mit jedem Mittel durchsetzen kann.“ Eine Flughafenblockade sei kein legitimes Mittel. „Sich dafür in den Sozialen Medien abzufeiern, schadet dem Anliegen insgesamt.“

Die Aktivisten der „Letzten Generation“ hatten in den vergangenen Wochen immer wieder den Straßenverkehr blockiert, sich an Gemälden in Museen festgeklebt und in dieser Woche in der Hamburger Elbphilharmonie an einem Dirigentenpult. Ihr Ziel ist es, öffentliche Aufmerksamkeit auf die Folgen des Klimawandels zu lenken und Politiker zum Handeln aufzufordern. Sie ernteten für diese Aktionen bereits viel Kritik. In einer Umfrage hielten 86 Prozent der Befragten die Proteste für kontraproduktiv.    

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