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"Klima aus Angst und Hass": Obamas Seitenhieb für Trump
International 2 Min. 06.08.2019 Aus unserem online-Archiv

"Klima aus Angst und Hass": Obamas Seitenhieb für Trump

Nach der offenbar rassistisch motivierten Bluttat in Texas hat Obama eine von manchen Politikern genutzte Sprache der Angst und des Hasses verurteilt.

"Klima aus Angst und Hass": Obamas Seitenhieb für Trump

Nach der offenbar rassistisch motivierten Bluttat in Texas hat Obama eine von manchen Politikern genutzte Sprache der Angst und des Hasses verurteilt.
Foto: Jörg Carstensen/dpa
International 2 Min. 06.08.2019 Aus unserem online-Archiv

"Klima aus Angst und Hass": Obamas Seitenhieb für Trump

Der frühere US-Präsident Barack Obama meldet sich nach den blutigen Attentaten in El Paso und Dayton mit einer starken Mahnung.

(dpa) - Nach der offenbar rassistisch motivierten Bluttat in Texas hat der frühere US-Präsident Barack Obama eine von manchen Politikern genutzte Sprache der Angst und des Hasses verurteilt. Die Stellungnahme Obamas konnte auch als Seitenhieb auf seinen Nachfolger Donald Trump verstanden werden, dessen Aussagen in den vergangenen Wochen mehrfach als rassistisch kritisiert worden waren. 

Obama erklärte am Montag: „Wir müssen eine Sprache gründlich ablehnen, die aus den Mündern unserer Anführer kommt und ein Klima aus Angst und Hass schürt oder rassistische Vorurteile normalisiert.“ Obama nannte keinen der von ihm gemeinten Politiker namentlich.

Obama forderte zudem ein entschlossenes Handeln für eine restriktivere Waffengesetzgebung. Er räumte ein, dass kein Gesetz alle Gewalttaten verhindern könne. „Aber es gibt Belege dafür, dass sie einige der Tötungen verhindern können. Sie können einigen Familien ein gebrochenes Herz ersparen“, schrieb Obama. Alle Amerikaner sollten von ihren Politikern eine Änderung der Waffengesetze verlangen. Sonst werde es immer wieder solche Tragödien wie zuletzt im texanischen El Paso geben.

Am Samstag hatte ein 21-jähriger Weißer in einem Einkaufszentrum in El Paso das Feuer eröffnet. Er tötete 22 Menschen, darunter mehrere Mexikaner. Auch ein deutscher Staatsbürger kam bei dem Attentat ums Leben. Der mutmaßliche Täter stellte sich der Polizei. Die Ermittler gehen von einem rassistischen Tathintergrund aus.

Präsident als "Gefangener der Waffenlobby"

Donald Trump hatte am Montagmorgen noch über Twitter strengere Überprüfungen für Waffenbesitzer gefordert, Stunden später schien er sich aber wieder davon zu distanzieren. Das zeige, dass „der Präsident ein ‚Gefangener der Waffenlobby‘ bleibe“, erklärten führende Demokraten in einer Stellungnahme. Sie versuchen seit Monaten, schärfere Hintergrundprüfungen im Kongress durchsetzen, doch die Republikaner blockieren das Vorhaben.

Trump verurteilte die verheerenden Bluttaten vom Wochenende in El Paso und Dayton, wo ein Schütze neun Menschen tötete, als barbarisch. Er forderte Gesetzesänderungen, um sicherzustellen, dass psychisch Kranke, die eine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen, nicht im Besitz von Waffen kommen können. „Geisteskrankheiten und Hass ziehen den Auslöser, nicht die Waffe“, sagte Trump. Zudem will er eine Gesetzesinitiative auf den Weg bringen, die die Todesstrafe bei Hassverbrechen in Form von Massenmord vorsehen würde.

Mit Blick auf die offenbar rassistisch motivierte Tat in El Paso kritisierten prominente Demokraten, Trump ebne mit seiner eigenen Rhetorik den Weg für Hassverbrechen wie eben jenes. Trump hat die Eindämmung illegaler Einwanderung über die US-mexikanische Grenze zu einem Kernpunkt seiner Präsidentschaft gemacht. Seit längerem werfen ihm Kritiker vor, mit seiner aggressiven Rhetorik - vor allem gegen politische Gegner - den Rassismus im Land zu befeuern.


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