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Kinderporno-Fall in Deutschland: Haftbefehl gegen einen Verdächtigen
International 21.03.2019

Kinderporno-Fall in Deutschland: Haftbefehl gegen einen Verdächtigen

Kinderporno-Fall in Deutschland: Haftbefehl gegen einen Verdächtigen

Foto: PXhere CC0
International 21.03.2019

Kinderporno-Fall in Deutschland: Haftbefehl gegen einen Verdächtigen

Es ist ein besonders schlimmer Fall: In Würzburg soll ein Mann, der freiberuflich für einen evangelischen Kindergarten und ehrenamtlich für Sportvereine arbeitete, kinderpornografische Videos gedreht haben.

(dpa/KNA) - In einem Fall von Kinderpornografie im süddeutschen Würzburg sind wohl über lange Zeit Jungen missbraucht worden.

„Wir gehen schon davon aus, dass es ein Geschehen ist, das sich über mehrere Jahre hingezogen hat“, sagte Oberstaatsanwalt Christian Schorr von der Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Donnerstag.

Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen. Gegen einen der beiden erhärtete sich der Verdacht nicht, er kam auf freien Fuß. Der Mann ist ein Mitarbeiter einer evangelischen Kindertageseinrichtung, die im Laufe der Ermittlungen am Mittwochabend neben mehreren anderen Objekten durchsucht wurde. Gegen den anderen Mann wurde dagegen Haftbefehl beantragt. Er wurde noch im Laufe des Tages dem Haftrichter vorgeführt. Bei diesem Mann handelt es sich um den Lebenspartner des Kita-Mitarbeiters. Er wurde auch in der Kita als Therapeut eingesetzt. Außerhalb der Kita arbeitete er mit Sportvereinen zusammen. 


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Der Tatverdächtige soll Kinderpornos hergestellt und im sogenannten Darknet verbreitet haben. Das mutmaßlich selbst angefertigte Material zeige ausschließlich männliche Opfer im Kindesalter. 

Ermittlungen im Darknet hatten nach Würzburg geführt. Hier identifizierten die Beamten einen Internetanschluss, von dem aus die Bilder und Videos verbreitet wurden. Der andere Mann hatte offenbar ebenfalls diesen Internetanschluss genutzt, aber überhaupt nichts von den kinderpornografischen Bildern gewusst.   

Nicht nur Posen

Die Ermittler hofften, auf Fotos und Videos möglicherweise Zeitstempel zu finden, um den Zeitraum des Verbrechens genauer eingrenzen zu können. Bei den sichergestellten Bildern gehe es nicht nur um anzügliche Posen für die Kamera. „Es werden tatsächlich sexuelle Handlungen gezeigt“, sagte Schorr.  

Da sich die Ermittlungen nicht gegen die Einrichtung selbst richteten, bleibe diese weiter geöffnet, erklärte das Dekanat. Seit Donnerstagmorgen seien der zuständige Pfarrer, ein Team der Polizei und der Notfallseelsorger in der Kita, um mit Eltern und Mitarbeitenden zu reden. Es sei schlimm genug, dass entsprechendes Material geteilt werde, sagte Schorr. Es gehe aber vor allem darum, den Tätern das Handwerk zu legen, die selbst Kinder missbrauchten oder missbrauchen ließen. Auch nach den Opfern werde gefahndet. Die Kriminalpolizei Würzburg richtete für Hinweise aus der Bevölkerung eine Hotline ein. 


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