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Keine Annäherung im Handelsstreit bei G7-Gipfel
International 09.06.2018

Keine Annäherung im Handelsstreit bei G7-Gipfel

US-Präsident Trump neben Kanadas Premier Justin Trudeau und dessen Frau.

Keine Annäherung im Handelsstreit bei G7-Gipfel

US-Präsident Trump neben Kanadas Premier Justin Trudeau und dessen Frau.
Foto: Michael Kappeler/dpa
International 09.06.2018

Keine Annäherung im Handelsstreit bei G7-Gipfel

Zwischen den USA und den anderen G7-Staaten gibt es beim Gipfel in Kanada keine Annäherung im Handelsstreit. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen tauschten die Staats- und Regierungschefs am Freitag bei dem Treffen in La Malbaie lediglich noch einmal ihre unterschiedlichen Sichtweisen aus.

(dpa) - Zwischen den USA und den anderen G7-Staaten gibt es beim Gipfel in Kanada keine Annäherung im Handelsstreit. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen tauschten die Staats- und Regierungschefs am Freitag bei dem Treffen in La Malbaie lediglich noch einmal ihre unterschiedlichen Sichtweisen aus. Die Diskussion sei ohne lauten Streit verlaufen, hieß es. Es gebe aber weiter große Meinungsverschiedenheiten.

Konkret soll US-Präsident Donald Trump seine Zusatzzölle auf Stahl- und Aluminiumprodukte erneut verteidigt haben und anderen G7-Mitgliedern wie Deutschland hohe Handelsüberschüsse vorgeworfen haben. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker habe hingegen versucht, Trump Zahlen entgegenzuhalten, die für eine Wiederaufhebung der Zölle sprechen sollten.

Demnach verwies Juncker darauf, dass EU-Unternehmen für mehr als 70 Prozent der ausländischen Direktinvestitionen in den USA verantwortlich seien und der Handel zwischen den USA und der EU in Amerika bereits 6,9 Millionen Jobs geschaffen habe. Auf EU-Seite sind es nach Brüsseler Berechnungen hingegen nur 4,7 Millionen.

Nach Angaben von Diplomaten bot Juncker zudem an, nach Washington zu reisen, um eine gemeinsame Analyse vorzubereiten und den Handelsstreit friedlich zu lösen. Die Idee sei von Trump positiv aufgenommen worden, hieß es.

Drohungen, auch Zusatzzölle auf Autoimporte aus Deutschland und anderen EU-Staaten, habe Trump nicht erneuert, hieß es. Er habe allerdings erneut die seines Erachtens ungerecht hohen EU-Importzölle auf US-Autos kritisiert. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron soll Trump hingegen darauf hingewiesen haben, dass Handelsdefizite nicht unbedingt etwas mit Zöllen zu tun haben müssen. Es gebe auch in der EU deutliche Ungleichgewichte im Handel.


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