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Katalanischer Ex-Regierungschef : Madrid befürchtet heimliche Rückkehr von Puigdemont
International 23.01.2018

Katalanischer Ex-Regierungschef : Madrid befürchtet heimliche Rückkehr von Puigdemont

Madrid will auf jeden Fall verhindern, dass Puigdemont heimlich nach Barcelona zurückkehrt.

Katalanischer Ex-Regierungschef : Madrid befürchtet heimliche Rückkehr von Puigdemont

Madrid will auf jeden Fall verhindern, dass Puigdemont heimlich nach Barcelona zurückkehrt.
AFP
International 23.01.2018

Katalanischer Ex-Regierungschef : Madrid befürchtet heimliche Rückkehr von Puigdemont

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Auch im Exil hält Separatisten-Chef Puigdemont Madrid weiter auf Trab. Man wittert nun einen neuen Trick des vor bald drei Monaten abgesetzten katalanischen Regionalpräsidenten.

(dpa) - Spanien will mit allen Mitteln verhindern, dass der katalanische Ex-Regierungschef Carles Puigdemont heimlich in die Konfliktregion zurückkehrt und sich im Parlament von Barcelona zum Regionalpräsidenten wiederwählen lässt. Die Sicherheitsbehörden des Landes arbeiteten zur Zeit „sehr intensiv“, damit der Separatist „weder im Hubschrauber noch per Schiff oder im Kofferraum versteckt“ einreist, sagte Innenminister Juan Ignacio Zoido am Dienstag im Interview des TV-Senders „Antena 3“.

Nach dem Separatisten-Erfolg bei der Neuwahl vom 21. Dezember wurde Puigdemont zum Kandidaten für das Amt des Regionalpräsidenten ernannt, obwohl der 55-Jährige seit knapp drei Monaten in Belgien im Exil lebt. Parlamentspräsident Roger Torrent unterzeichnete am Dienstag die Ernennung, diese wurde im Amtsblatt veröffentlicht. Bei einer Rückkehr nach Spanien droht Puigdemont aber unter anderem wegen des Vorwurfs der Rebellion und anderer Beschuldigungen eine Inhaftierung. Parlamentarische Immunität würde der Ex-Journalist erst genießen, wenn er den Amtseid als Abgeordneter abgelegt hat.

Unberechenbar

Die Debatte über den vorgeschlagenen Kandidaten und dessen Programm muss spätestens bis zum 31. Januar beginnen. Anschließend wird gewählt. Eine gute Woche vor Ablauf dieser Frist enthüllte Innenminister Zoido, dass wegen Puigdemont zur Zeit unter anderem auch kleinere Landstraßen bewacht werden. „Wir sind zweifellos besorgt, denn bei ihm (Puigdemont) weiß man nie, was er vorhat“, betonte der Minister. Der Separatist müsse endlich „mit dem Zirkus aufhören“ und an die Interessen aller Katalanen denken.

Nach einem Treffen mit dänischen Politikern im Parlament in Kopenhagen sagte Puigdemont am Dienstag vor Journalisten, er wolle zwar gern nach Barcelona zurückkehren, wolle dabei aber keine Risiken eingehen. „Es würde kein besseres Zeichen der Wiederherstellung der Demokratie (in Katalonien) geben, wenn ich ohne Risiko zurückkehren und mich der Debatte im Parlament stellen könnte“, sagte der Mann, der von Madrid nach einem illegalen Unabhängigkeitsreferendum und einem Beschluss zur Abspaltung von Spanien Ende Oktober als Regionalpräsident abgesetzt worden war.  

Unmittelbar nach seiner Amtsenthebung hatte sich Puigdemont nach Belgien abgesetzt, um einer Festnahme zu entgehen. Ihm und mehreren Mitstreitern werden Rebellion, Aufruhr und Veruntreuung öffentlicher Mittel vorgeworfen.


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