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Kasachstans Präsident entmachtet seinen Vorgänger
International 17.01.2022
Nach blutigen Protesten

Kasachstans Präsident entmachtet seinen Vorgänger

Protestteilnehmer in London nehmen an einer Demonstration auf dem Trafalgar Square teil, um ihre Solidarität mit den Demonstranten in Kasachstan zu zeigen.
Nach blutigen Protesten

Kasachstans Präsident entmachtet seinen Vorgänger

Protestteilnehmer in London nehmen an einer Demonstration auf dem Trafalgar Square teil, um ihre Solidarität mit den Demonstranten in Kasachstan zu zeigen.
Foto: dpa
International 17.01.2022
Nach blutigen Protesten

Kasachstans Präsident entmachtet seinen Vorgänger

Nach den blutigen Ausschreitungen in der autoritär geführten Republik Kasachstan geht der Präsident weiter gegen die Machtstrukturen vor.

(dpa) - Nach den blutigen Ausschreitungen in der autoritär geführten Republik Kasachstan in Zentralasien geht Präsident Kassym-Schomart Tokajew weiter gegen die Machtstrukturen seines Vorgängers Nursultan Nasarbajew vor. Auf Tokajews Anordnung sei Nasarbajews Neffe Abisch Samat Satybaldyuly als Vize-Chef des Geheimdienstes entlassen worden, teilte das Präsidialbüro am Montag in der Hauptstadt Nur-Sultan (früher Astana) mit.


07.01.2022, Kasachstan, Nur-Sultan: Das Bild der Staatsagentur Tass zeigt Soldaten der sogenannten Friedenstruppe an einem Militärfahrzeug in der Nähe eines Kontrollpunkts. Die Bürger dürfen die Kontrollpunkte nur tagsüber passieren. Der kasachische Präsident Tokajew hat wegen der Massenunruhen im Land den zweiwöchigen Ausnahmezustand ausgerufen und die Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) um Hilfe gebeten. Foto: Turar Kazangapov/TASS/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
164 Tote bei Unruhen in Kasachstan
Nach dem Schießbefehl von Präsident Tokajew gab es länger keine Angaben zu Todesopfern. Nun gibt es offizielle Zahlen.

Ebenfalls am Montag trat Timur Kulibajew als Vorsitzender des Präsidiums des einflussreichen Unternehmerverbandes zurück. Der 55-jährige Unternehmer ist der Ehemann einer der Töchter des Ex-Präsidenten, der die frühere Sowjetrepublik fast 30 Jahre lang regiert hatte. Er war 2019 überraschend zurückgetreten, behielt aber weitgehende Machtbefugnisse in dem öl- und gasreichen Land.

In dem über viele Jahre international wegen seiner Stabilität gelobten Land an der Grenze zu China hatte es Anfang des Monats zunächst Proteste gegen eine Verdopplung der Preise für Gas, das als Kraftstoff für Autos genutzt wird, gegeben. Die Demonstrationen schlugen nach wenigen Tagen in rohe Gewalt um. Staatschef Tokajew sprach von einem Angriff „terroristischer Banden“. Landesweit wurden bei den Unruhen nach offiziellen Angaben 225 Menschen getötet.

Staatsführung soll umgebaut werden

Tokajew entmachtete im Zuge der Ausschreitungen mehrere Vertraute Nasarbajews und baute die Staatsführung um. Der 81-jährige Ex-Präsident selbst wurde als Chef des mächtigen Sicherheitsrates entlassen. Zudem wurde der Geheimdienstchef Karim Massimow verhaftet.


TOPSHOT - Riot police officers patrol in a street as unprecedented protests over a hike in energy prices spun out of control in Almaty on January 5, 2022. (Photo by Abduaziz MADYAROV / AFP)
Regierung von Kasachstan tritt zurück
Der Unmut über hohe Gaspreise ist in Kasachstan in gewaltsame Proteste umgeschlagen. Die Lage in der Ex-Sowjetrepublik ist unübersichtlich.

Erst am Samstag hatte Dimasch Dossanow den Chefposten beim kasachischen Öltransportunternehmen Kastransoil niedergelegt. Er ist ebenfalls verheiratet mit einer Tochter Nasarbajews. Auch Kairat Scharipbajew ist nicht mehr Leiter des Gasunternehmens QasaqGas. Er soll Berichten zufolge inoffiziell eine Ehe mit der ältesten Tochter Dariga Nasarbajewa haben - sie war die mächtigste Frau Kasachstans. 


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