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Karlspreisträgerin Tichanowskaja: „Einigkeit Europas wichtig“
International 2 Min. 26.05.2022
Aachen

Karlspreisträgerin Tichanowskaja: „Einigkeit Europas wichtig“

Swetlana Tichanowskaja (2.v.l.), Tatjana Chomitsch, (in Vertretung ihrer Schwester Maria Kolesnikowa) (r.) und Veronika Zepkalo (M.) erhalten den Karlspreis aus den Händen der Aachener Bürgermeisterin Sibylle Keupen. Hinten rechts die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock.
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Karlspreisträgerin Tichanowskaja: „Einigkeit Europas wichtig“

Swetlana Tichanowskaja (2.v.l.), Tatjana Chomitsch, (in Vertretung ihrer Schwester Maria Kolesnikowa) (r.) und Veronika Zepkalo (M.) erhalten den Karlspreis aus den Händen der Aachener Bürgermeisterin Sibylle Keupen. Hinten rechts die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock.
Foto: AFP
International 2 Min. 26.05.2022
Aachen

Karlspreisträgerin Tichanowskaja: „Einigkeit Europas wichtig“

Der Karlspreis 2022 geht an drei belarussische Oppositionspolitikerinnen, eine davon sitzt in Haft. Sie widmen den Preis allen Belarussen.

(dpa) – Die belarussische Karlspreisträgerin Swetlana Tichanowskaja hat auf die Bedeutung der Einigkeit Europas mit Blick auf den Frieden in der Ukraine und die Demokratie in ihrer Heimat Belarus hingewiesen. Diktatoren versuchten, den Westen zu spalten, sagte die im Exil lebende Oppositionsführerin am Donnerstag nach der Preisverleihung im Krönungssaal des Aachener Rathauses. „Sie versuchen, einen Keil zwischen die Länder der Europäischen Union zu treiben“, sagte sie.

Der Karlspreis gehöre nicht ihr oder dem Trio der damit ausgezeichneten Frauen, sondern allen Belarussen, die enorme Anstrengung und Hingabe in ihrem friedlichen, gewaltlosen Kampf gegen Tyrannei gezeigt hätten. „Er gehört auch jedem Kind, das darauf wartet, dass Mutter oder Vater aus dem Gefängnis entlassen werden“, sagte Tichanowskaja.


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Mit dem renommierten Preis der Stadt Aachen ausgezeichnet wurde auch ihre Mitstreiterinnen Veronika Zepkalo, die sich mit einer emotionalen, persönlichen Rede bedankte. Die dritte Preisträgerin, Maria Kolesnikowa, ist in Belarus zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Daher nahm ihre Schwester Tatjana Chomitsch den Preis entgegen.

Chomitsch zeigte während der gesamten Zeremonie ein Foto ihrer Schwester Maria, die darauf mit ihren Händen ein Herz formt. Chomitsch betonte die weiter notwendige Unterstützung Europas: „Wir sind eine europäische Nation, die Pech hatte.“

Baerbock: „Die mutigsten Frauen Europas“

Die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock würdigte die drei Preisträgerinnen als „mutigste Frauen Europas“ gewürdigt. Die Grünen-Politikerin lobte in ihrer Laudatio am Donnerstag in Aachen den Einsatz der Oppositionspolitikerinnen Tichanowskaja, Zepkalo und Kolesnikowa für Freiheit und Demokratie. 


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Baerbock äußerte sich kritisch zu Einschätzungen nach dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989/90, nun werde es in ganz Europa eine automatische Entwicklung zu mehr Freiheit und Demokratie geben. Der Glaube, dass auch mit Diktatoren wie Alexander Lukaschenko in Belarus zu einem gewissen Grad Zusammenarbeit möglich sei, habe „uns vielleicht gegenüber dem belarussischen Regime zu zögerlich handeln lassen“. Hoffnungen, dass durch Handel allein bereits Wandel entstehe, hätten sich als Illusion erwiesen. „Das war falsch.“

Die Ministerin warf dem seit mehr als einem Vierteljahrhundert regierenden Machthaber in Minsk vor, Russlands Krieg in der Ukraine zu unterstützen. „Lukaschenko geht mit erschreckender Härte gegen seine Kritiker vor“, sagte Baerbock. „Damit stellen sich das russische und belarussische Regime mit menschenverachtendem Zynismus gegen all das, was uns in Europa ausmacht, all das, wofür Ihr drei, kämpft: Frieden, Freiheit, Demokratie und Menschenrechte.“ Für sie sei klar, „dass wir in Zukunft noch kritischer hinschauen, noch entschiedener handeln müssen, wenn unsere Werte und unsere Freiheit angegriffen werden“.


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